Mittwoch, 11. Dezember 2019

FEEI sieht optimistisch in die Zukunft

Die Redaktion | 12.09.2011 | |  
Christian Koller, Josef Vanicek, Manfred Müllner, Thomas Poletin und Christian Blumberger präsentieren die Zahlen und Ausblicke der Branche. Christian Koller, Josef Vanicek, Manfred Müllner, Thomas Poletin und Christian Blumberger präsentieren die Zahlen und Ausblicke der Branche.

„Wir sind mit dem 1. Halbjahr 2011 insgesamt zufrieden, allerdings ist die Entwicklung in den einzelnen Technologiesegmenten sehr unterschiedlich“, so fasst Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stv. des FEEI, die Entwicklung der Branche auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Futura 2011 zusammen. Während Elektroklein- und Hausgeräte mit knapp über 2% ein moderates Wachstum im 1. Halbjahr 2011 verzeichneten, gingen die Umsätze bei Consumer Electronics und SAT-Receivern um 9% bzw. 16% zurück.

Müllner ist für die zukünftige Entwicklung trotzdem sehr zuversichtlich: „In allen Bereichen kommen neue Produktgenerationen auf den Markt. Von Smart Grid-Konzepten für Haushaltsgeräte über Smart TV und HbbTV bis zu neuen Elektrokleingeräten sorgen Innovationen dafür, dass die Branchen auch in Zukunft weiter wachsen werden“.

Consumer Electronics: Smart TV und Energieeffizienz

Wichtigstes Segment im Bereich der Consumer Electronics ist der TV-Markt mit 67% Anteil. Nach der Fußball-WM, die einen wahren Verkaufsboom bei Flat-TVs im ersten Halbjahr 2010 auslöste,galt es 2011 die Performance zu halten. „Vor allem bei Fernsehern und Receivern beeinflussten dieFußball-WM 2010 und die RTR-Förderaktion die Umsätze im ersten Halbjahr 2010 außertourlich. Diese Märkte mussten sich daher 2011 wieder etwas einpendeln“, erklärt Müllner die Rückgänge.

„Dank innovativer Technologien und neuen Features wie Smart TV, lagen wir per Ende Juli 2011 mit minus 2% verkauften Stück nur wenig unter dem Top-Niveau von 2010″, zeigt sich CE-Sprecher Christian Blumberger zufrieden. Der Absatz von LCD und LED Fernsehern stieg in diesem Zeitraum sogar um +4%. Die Umsätze in dieser Produktgruppe gingen dabei um minus 3% zurück, im gesamten Flat-Segment um minus 7%.

Der durchschnittliche Wert eines Fernsehers ist deutlich gesunken, ein 46 Zoll Bildschirm kostet 2011 um 26% weniger als vor einem Jahr. „Die Technologie hat sich fest am Markt etabliert. TV-Panele werden in großen Mengen kostengünstig erzeugt, das wirkt sich letztendlich auch auf den Produktpreis positiv aus“, erklärt Blumberger den durchschnittlichen Preisrückgang bei Flat-TV um 5%.

Bei den Technologien haben mittlerweile LED die LCD-Fernseher überholt. „Der große Vorteil der LED-Fernseher ist ihre hervorragende Energiebilanz, da sie einen kompletten Schwarzwert erzeugen können. Ein 55 Zoll LED-Gerät (ca.150cm Bildschirmdiagonale) hat mittlerweile den gleichen Energieverbrauch wie ein Röhrenfernseher mit 82cm Bildschirmdiagonale“, erklärt Blumberger.

Fernsehen wird zum „Mitmach-TV“

War im vergangenen Jahr 3D der Verkaufsschlager, sind heuer zusätzlich Smart TV und Multimedia die Zugpferde.  Internet, Email, Social Media und Apps erweitern den Fernseher zum Entertainment-Center. „Über WLAN lassen sich nicht nur TV und Internet, sondern auch alle Zuspielgeräte miteinander vernetzen„, ergänzt der Branchensprecher. Camcorder, Blue-Ray-Geräte und Co verbinden sich automatisch mit dem Netzwerk. Digicams überspielen bei Anschluss die Fotos auf den Fernseher und über 3D-Player können auch noch Zusatzinformationen zu den Spielfilmen aus dem Internet abgerufen werden. Die technischen Möglichkeiten, das Wohnzimmer wird zur Multimedia-Erlebniswelt zu gestalten, sind noch lange nicht ausgereizt, dementsprechend zuversichtlich ist Blumberger auch für die zukünftige Entwicklung der Branche.

DVB-Receiver: Österreichischer Markt zeigt sich stark

Das erste Halbjahr 2011 war für die Hersteller und Importeure von DVB-Receivern (SAT, DVB-T, Kabel-Receiver) wiederum nicht zufriedenstellend. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Stückzahlen der verkauften Geräte um 9%, der Umsatz um knapp 16% niedriger.Ausschlaggebend für diesen Trend waren die schwachen Absatzzahlen bei SD-SAT-Receivern(Standard Receiver ohne HDTV). Die rückläufigen Stückzahlen in diesem Segment konnten vom Wachstum (+22%) bei HDTV-Receivern nicht kompensiert werden. „Ein gutes Ergebnis sieht anders aus, aber das Niveau von 2010 war für uns auch schwer zu halten. Im Vergleichszeitraum 2010 führte die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) dieFörderaktion für DVB-C Receiver (digitale Kabel-TV-Receiver) durch und natürlich bescherte auch uns die Fußball WM 2010 ein deutliches Absatzplus“, fasst Branchensprecher Christian Koller die Entwicklungen in den letzten Monaten zusammen. Generell seien aber am Receivermarkt immer starke Schwankungen zu verzeichnen.

Insgesamt ist der österreichische Markt mit 214.000 verkauften DVB-Receivern im ersten Halbjahr 2011 aber immer noch sehr stark, bis Ende 2011 rechnet Koller mit mehr als 500.000 verkauften Geräten.

Mit High Definition in die Saison

Grund für den Optimismus ist der Start von HD-Austria im September 2011. Da die Programme verschlüsselt sind, wird für den Empfang eine ORF-Karte sowie ein TÜV geprüfter HDTV-SAT-Receiver mit dem neuen Irdeto-Secure-Entschlüsselungssystem oder ein Gerät mit CI+ Schnittstelle und Irdeto-Secure CI+-Entschlüsselungsmodul benötigt. Geeignete Receiver sind bereits im Fachhandel verfügbar. „Nachdem das HD+ Angebot in Deutschland fulminant gestartet ist,erwarten wir auch in Österreich einen Boom von HD-Receivern im zweiten Halbjahr 2011“, freut sich Koller auf die neue Technologie. Als besonderes Asset wird das HD-Austria Programmpaket bei den mit HD-Austria Aufklebern gekennzeichneten Geräten für 3 Monate gratis empfangbar sein.

Weitere Markttrends sind HbbTV-HDTV-Receiver. Diese Geräte werden derzeit zwar nur in kleinen Stückzahlen verkauft, internationale Marktstudien prognostizieren bei diesen Geräten aber ein rasantes Wachstum.

Hausgeräte: Wachstumskurs aber Bremse für Energieeffizienz

Ein Plus von 2% in den ersten sechs Monaten 2011 bei einem Marktvolumen pro Jahr von rund 790 Millionen Euro sowie stabile Verkaufspreise trotz gestiegener Rohstoffkosten und Inflation. Dabei werden 97% aller Elektrogroßgeräte im stationären Handel verkauft, 3% im Internet“, lautet die Bilanz von Josef Vanicek, Obmann des Forum Hausgeräte. Teils deutlichsteigende Umsätze verzeichneten Geschirrspüler (+4%), Kühlgeräte (+6%), Herde/Backöfen (+2%), Kochfelder (+5%), Dunstabzugshauben (+4%) und vor allem Dampfgarer (+ 32%).

Weniger erfreulich war die Entwicklung bei Waschmaschinen (-3%) und Wäschetrocknern (-10%). „In diesen beiden Produktgruppen ist in den Monaten Mai und Juni 2011 der Markt im Vergleich zum Vorjahr stark eingebrochen. Grund dafür ist der Wegfall der UFH Trennungsprämie, die noch im Frühjahr 2010 über 30.000 Mal für den Kauf von energieeffizienten Waschmaschinen und Wäschetrockner ausbezahlt wurde“, erklärt der Branchensprecher die Rückgänge.

In diesem Zusammenhang kritisierte Vanicek neuerlich die „Enteignung“ der Kühlschrankpickerlgelder durch die Republik: „Wir haben in 2 Jahren 8 Millionen Euro an die Konsumenten in Form von Trennungsprämien rückgeführt. Allein bei den ersten beiden Aktionen wurden mehr als 60.000 energiefressende Geräte eingetauscht. Durch die quasiVerstaatlichung, sind unserer Meinung nach die UFH-Gelder für die Konsumenten verloren, da sie in die Budgets verschiedener Ressorts einfließen werden.“ Die Marktdurchdringung vonenergieeffizienten Geräten wird laut Vanicek durch solche Kunstgriffe eindeutig gebremst.

Die Zukunft wird „smart“

In Zukunft werden weitere Effizienzkonzepte  die intelligente Energienutzung vorantreiben. So wird z.B.diese Form der Energienutzung auf Basis sogenannter „Smart Grids“ weiter ausgebaut werden. Dafür nötig ist allerdings auch das Angebot entsprechend variabler Stromtarife durch die Energieversorger.

Dies sollte in den nächsten Jahren verfügbar sein – allerdings sei der Handel natürlich bereits angehalten, Geräte mit „Smart Grid“-Funktion aktiv zu verkaufen. „Damit ist der Kunde gerüstet. Denn er wird sich in drei Jahren nicht schon wieder eine Waschmaschine kaufen“, so Vanicek im Gespräch mit E&W.

Es war übrigens Vaniceks letzter offizieller Auftritt als Forensprecher der Hausgeräte. Als neuer Senior Vice President von Miele tritt er in dieser Funktion zurück. Am 3. Oktober findet dann die Wahl des neuen Forensprechers statt.

Die wunderbare Welt der Elektrokleingeräte

Seit Jahren zuverlässige  Umsatzbringer, waren die Elektrokleingeräte auch im ersten Halbjahr 2011 mit einem Plus von 2,5% das am stärksten wachsende Segment der Konsumgüterbranchen im FEEI. Stärkster Bereich bleiben einmal mehr die Espressomaschinen. Im ersten Halbjahr wurden um 24.000 Stück (+19%) mehr verkauft, als noch im Vorjahr, umsatzmäßig sind das nochmals plus 2%.

„Österreich wird mit dieser neuerlichen Steigerung einmal mehr seinem Ruf als Kaffeeland gerecht.  Aber auch Körperpflege (+5%), Küchen- (+2%) und Haushaltsgeräte (+1,5%) verzeichneten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres tolle Absatzzahlen“, bilanziertThomas Poletin, Sprecher des Elektrokleingeräteforum, zufrieden.

Innerhalb der einzelnen Produktgruppen gab es von Jänner bis Juni 2011 eindeutige Top-Seller.Bartschneider +27%, Haarschneidegeräte +20% und Herrenrasierer mit +10% wertmäßig lassen den klaren Trend zum Styling bei Männern erkennen. Im Haushaltsbereich waren dieStaub- und Allessauger mit 3% wertmäßigem Wachstum die Treiber. Dass man wieder gerne mehr Zeit in der Küche verbringt und die Rezepte der TV-Kochprofis zum Nachkochen animieren, zeigt sich unter anderem bei den Top-Steigerungen im Küchengerätebereich: +43% bei Universalzerkleinern +15% bei Fritiergeräten und +17% wertmäßig bei den Standmixern.

Aktion der Elektrokleingeräte

Seit April läuft die Aktion „Die wunderbare Welt der Elektrokleingeräte“, bei der Kunden den Preis für ihr gekauftes Gerät zurückgewinnen können (E&W berichtete). Nach den Bereichen Körperpflege und Haushalt startet im Oktober die dritte Gewinnspielwelle mit „Küche und Kaffee“. „Mit der der Website www.lifestyle-im-haushalt.at, über die die Aktion abgewickelt wird, und dank der tatkräftigen POS-Unterstützung in den Geschäften der Kooperationen ElectronicPartner, Expert und RedZac trägt diese Maßnahme wesentlich dazu bei, dass sich die Konsumenten noch besser über die neuesten Innovationen, die Produktvielfalt und -qualität in diesem Segment informieren können“, erklärt Poletin abschließend.

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