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Montag, 27. Mai 2024
CWIT-Studie zeigt Problem auf

Millionen Tonnen Elektroschrott

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 01.09.2015 | |  Archiv
Laut einer Studie der Organisation CWIT, wird nur ein Drittel der ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte in der EU recycelt. Der Rest gehe in dunkle Kanäle. (Bild: Frank Radel/ pixelio.de) Laut einer Studie der Organisation CWIT, wird nur ein Drittel der ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte in der EU recycelt. Der Rest gehe in dunkle Kanäle. (Bild: Frank Radel/ pixelio.de)

Wie eine Studie der Organisation CWIT aufzeigt, werden zwei Drittel des Elektroschrotts in Europa nicht korrekt entsorgt. „Der Rest geht in dunkle Kanäle. Die Folge sind Umweltschäden durch Gift – und ein lukratives Feld für kriminelle Organisationen“, so das Ergebnis.

Tonnen von alten Elektro- und Elektronikgeräten werden in der EU immer mehr zum Problem. In den 28 EU-Ländern wird einer neuen Studie von der Organisation CWIT nach derzeit nur etwa ein Drittel des Elektroschrotts ordnungsgemäß entsorgt. Der Rest – laut Studie 6,2 Millionen Tonnen im Jahr 2012 – werde falsch recycelt, ins Ausland gebracht oder einfach weggeworfen. Die Folge seien nicht nur Umweltprobleme durch austretende Gifte wie Quecksilber und Blei, sondern auch wirtschaftliche Schäden, weil hochwertige Wertstoffe vergeudet würden.

Die Studie erschien im Auftrag von mehreren Unterorganisationen der Vereinten Nationen sowie Interpol und wird von der EU unterstützt Der Generalsekretär des Forums WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment), Pascal Leroy, sagte gegenüber Medien: „Elektroschrott stellt den am schnellsten wachsenden der weltweiten Müllströme dar.“ Der unsachgemäße Umgang und der illegale Handel – teils von organisierten Banden betrieben – würden nach Informationen von Interpol nur in 0,5% der Fälle geahndet.

Düstere Aussichten

1,3 Millionen Tonnen Elektroschrott und „großteils noch funktionsfähige“ Computer hätten laut den Studienergebnissen 2012 die EU-Staaten in nicht angemeldeten Exporten verlassen. Innerhalb Europas sehe die Situation „noch düsterer“ aus: „4,7 Millionen Tonnen Elektroschrott werden zwischen den EU-Ländern illegal hin- und hergeschoben. Das ist mehr als zehnmal so viel wie offiziell deklariert.“ Insgesamt entstehe durch den nicht ordnungsgemäßen Umgang ein volkswirtschaftlicher Schaden zwischen 800 Millionen und 1,7 Milliarden Euro. Das Gewicht des illegal verschobenen Schrotts entspreche dem einer Backsteinmauer von Oslo bis Süditalien.

Im Expertenbericht werden eine Reihe von Vorschlägen zur Bekämpfung des Problems gemacht: Dazu gehören „die bessere Ausbildung von Polizei, Staatsanwaltschaften und auch Richtern.“ Die Informationen der Strafverfolgungsbehörden müssten international koordiniert werden. Vor allem aber müssten sich die EU-Länder auf einheitliche Richtlinien verständigen. Bisher habe etwa ein Drittel aller EU-Länder nicht das nötige Regelwerk übernommen.

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