Samstag, 20. Juli 2019
„Beratung ist eine Leistung, die auch etwas kosten darf“

Einrichtungsfachhandel, H. Kastinger wirft Blick in die Zukunft des Wohnens

Hintergrund Die Branche |Stefanie Bruckbauer | 10.05.2019 | |  
Anlässlich der Eröffnung des Einrichtungs- und Küchen-Fachmessendoppels möbel austria und küchenwohntrends, wirft der Obmann des Einrichtungsfachhandels in der WKÖ einen Blick in die Zukunft des Wohnens. Hubert Kastinger stellt fest: „Beratung ist eine Leistung, die auch etwas kosten darf“. (Bild: küchenwohntrends) Anlässlich der Eröffnung des Einrichtungs- und Küchen-Fachmessendoppels möbel austria und küchenwohntrends, wirft der Obmann des Einrichtungsfachhandels in der WKÖ einen Blick in die Zukunft des Wohnens. Hubert Kastinger stellt fest: „Beratung ist eine Leistung, die auch etwas kosten darf“. (Bild: küchenwohntrends) Bis inklusive heute, den 10. Mai, dauert es noch an – das Fachmessedoppel möbel austria und küchenwohntrends. Im Rahmen des Messeauftaktes präsentierte der Obmann des Einrichtungsfachhandels in der WKÖ, Hubert Kastinger, einen Ausblick auf die Zukunft des Wohnens, Einrichtens und Einkaufens im Jahr 2030. Er hält, auch und gerade mit Blick auf den Einrichtungsfachhandel, fest: „Beratung ist eine Leistung, die auch etwas kosten darf.“

Man sieht es jetzt schon: Die Wohnung wird als Rückzugsort und Wohlfühloase wahrgenommen, aber auch als Statussymbol. Die Küche ist zum Herzstück der Wohnung geworden. „Aufgrund der steigenden Wohnungskosten werden sich einerseits Wohngemeinschaften herausbilden, andererseits wird auch der Bedarf an kleineren Wohnungen steigen, da es immer mehr Singlehaushalte gibt“, sagt Kastinger. „Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Wohnungen 2030 öfter gewechselt werden als derzeit. Deshalb werden immer mehr voll möblierte Wohnungen angeboten, ebenso wie Mietmöbel. Auch Möbel mit mehreren Funktionen werden verstärkt nachgefragt. Beim Wohnen 2030 spielt der Umweltgedanke immer stärker mit, jedoch nimmt auch der Anteil an Importware zu. Vernetztes Wohnen/Home Connect wird zum Standard. Auch Möbel werden immer mehr über Finanzierungen gekauft.“

Vernetztes Wohnen

Experten gehen davon aus, dass das Zuhause im Jahr 2030 voll digitalisiert sein wird. „Geräte, Möbel und Haustechnik sind intern und extern standardmäßig vernetzt. Smart Home Produkte werden von allen Zielgruppen gekauft. Besonders gefragt sind Haushaltshilfen, Hilfen bei Pflege und Unterstützung der Gesundheit, sowie Informationsdienste. Hier gibt es diverse Reinigungsroboter, die autonom und im Zusammenspiel agieren, etwa in dieser Art: Der Staubsaugerroboter entdeckt feuchten Schmutz und funkt den Wischroboter an, der die Stelle säubert. Roboter werden in der Pflege gewisse Tätigkeiten ausführen. In Einrichtungsgegenständen sind insbesondere Sensoren und Motoren integriert, aber auch Sprachassistenten, Licht, Musik und Ladestationen für mobile Geräte“, so die WKÖ.

Kastinger ist sich sicher: Kunden wollen auch im Jahr 2030 ein Erlebnis beim Möbelkauf haben. „Sie erwarten, eine Komplettlösung präsentiert zu bekommen, optimalerweise in Verbindung mit einem virtuellen Schauraum.“

Damit Berater diese Anforderungen auch erfüllen können, werden die Planungsprogramme einfacher und selbstlernend. Auch eine Unterstützung und Kopplung zwischen Virtual Reality und stationärem Schauraum wird durch die Datenstandardisierung und die damit einhergehende Kompatibilität verschiedener Systeme erleichtert, ist Kastinger sicher. „Ein virtueller Schauraum ist Standard, insbesondere erwarten Kunden auch die Einbindung der Vorschläge in die eigene Wohnung und Antworten auf die Frage ‚Wie sehen bestimmte Möbel in meiner Wohnung aus?‘.“ Und im Zusammenhang mit Auswahl und Kauf von Möbeln und Accessoires zeigt sich der Einrichtungsfachhandels-Branchensprecher auch davon überzeugt: „Der Schauraum der Zukunft ist die eigene Couch.“

Verkaufs- und Einrichtungsberater

Berater würden vor einigen Herausforderungen in Zusammenhang mit der Einrichtung der Zukunft stehen, räumt Kastinger ein: „Einerseits steigt die Vorinformation der Kunden immer mehr, andererseits werden auch die Produkte komplexer, wie etwa durch den Einbau von Smart Home-Komponenten. Berater müssen mit digitalen Hilfen umgehen können, es ist wichtig Virtual Reality und den virtuellen Schauraum in die Präsentationen einzubauen. Auch Storytelling und Präsentationstechniken sind wichtige Punkte in der Weiterbildung der Berater. Aufgrund des rasanten technischen Fortschritts ist lebenslanges Lernen ein Muss. Neben Planung, Beratung und Dienstleistungen verkaufen Berater immer mehr Zusatzprodukte. Da Kunden ein Einkaufserlebnis erwarten, werden Soft-Skills immer wichtiger. Mit großem Fachwissen im Zusammenspiel mit Robotik können Berater auch 2030 bei den Kunden punkten“, so Branchensprecher Kastinger.

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