Freitag, 13. Dezember 2019
„Keine Zeit für zaghafte Lösungen und politische Kurzsichtigkeit”

PVA: Starker Photovoltaik-Ausbau jetzt zwingend notwendig

Photovoltaik | Wolfgang Schalko | 02.09.2019 | |  
Durch das Auslaufen von Förderschienen droht 2020 eine gewaltige Lücke beim PV-Ausbau – der PVA fordert daher rasches politisches Handeln. Durch das Auslaufen von Förderschienen droht 2020 eine gewaltige Lücke beim PV-Ausbau – der PVA fordert daher rasches politisches Handeln. Für die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energie bis 2030 muss bis dahin eine PV-Leistung von 15 Gigawattpeak erreicht werden. Das dringend benötigte Erneuerbaren Ausbau Gesetz verzögert sich aufgrund der Neuwahlen um 1,5 Jahre und Österreich verliert damit dramatisch an ohnehin knapper Zeit, wie der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) nun neuerlich warnt. Durch die entstandene Lücke drohe im kommenden Jahr ein Markteinbruch von 30 Prozent, da wichtige Fördermittel auslaufen – ein Trend, der international ganz anders aussieht und daher entschlossenes Handeln der hiesigen Politik erfordert.

Seit dem 2. Juli liegen sowohl von der ÖVP als auch von der SPÖ Initiativanträge vor, wie eine Überbrückung der Zeit, bis das Erneuerbaren Ausbau Gesetz in Kraft treten kann, aussehen soll. Während die SPÖ 20 Millionen Euro für die Förderung von Photovoltaik- und Speicherprojekten vorsieht, möchte die ÖVP nur 15 Millionen Euro bereitstellen. „In Anbetracht der anstehenden Herausforderungen gehen die vorliegenden Anträge nicht weit genug, zumal im kommenden Jahr bereits eine Verdoppelung des PV-Zubaus notwendig wäre, um in den benötigten Wachstumskorridor einzuschwenken. Mit den vorgeschlagenen Fördermitteln schaffen wir das Ziel auf keinen Fall!“, prognostiziert Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA). Ohne dem versprochenen Erneuerbaren Ausbau Gesetz braucht es eine ernst gemeinte Notlösung mit deutlicher Aufstockung der Fördermittel im kommenden Jahr auf 36 Millionen Euro für Photovoltaik- und Speicherprojekte.

„Bei dem aktuellen ohnehin niedrigen Ausbautempo unter den vorherrschenden Rahmenbedingungen wird es immer unrealistischer, dass wir das Ziel von 100 Prozent erneuerbaren Strom im nächsten Jahrzehnt schaffen. Frühestens in 90 Jahren, also 2110, werden wir das Ziel erreicht haben, nicht wie bereits dringend benötigt in 10 Jahren. Das bedeutet fortschreitender Klimawandel, Strafzahlungen und Geldabfluss für Österreich – kurzum massiver Schaden für die Republik“, warnt Paierl. Die Photovoltaik als eine der größten Zukunftstechnologien könne man nun nicht vertrocknen lassen, indem nur zaghafte Lösungen gesetzt werden. Auch für die anderen erneuerbaren Erzeugungstechnologien sind mehr Fördermittel vorgesehen.

Als PV-Verband begrüße man, dass alle Parlamentsparteien gemeinsam an einer Lösung für das nächste Jahr arbeiten, fordere jedoch alle Parteien auf, im Kampf gegen den Klimawandel politische Kurzsichtigkeit bei Seite zu legen und im Schulterschluss echte Maßnahmen statt zaghafte Lösungen zu setzen und die PV-Fördermittel für das nächste Jahr deutlich anzuheben, um tatsächliche Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.

Dieses vom PVA vorgeschlagene Notpaket ermöglicht:

  • einen PV-Zubau von zusätzlich 110 MW sowie einen Speicher-Zubau von 46 MWh
  • die Schaffung von 2.000 neuen Arbeitsplätzen
  • über 200 Mio Euro Umsatz und 80 Mio Euro Wertschöpfung
  • eine jährliche Einsparung von 50.000 Tonnen CO2 sowie eine Einsparung von 1,3 Mio Euro für den Nachkauf von Zertifikaten

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.