Dienstag, 15. Oktober 2019
„Amazon Alexa hält sich endlich an Konsumentenschutzrecht“

Handelsverband: Fairplay auch bei Sprachassistenten

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 25.09.2019 | |  
„Der österreichische Handelsverband erwirkte eine weitreichende Systemumstellung bei der Sprachassistentin Amazon Alexa“, berichtet Handelsverband GF Rainer Will. „Der österreichische Handelsverband erwirkte eine weitreichende Systemumstellung bei der Sprachassistentin Amazon Alexa“, berichtet Handelsverband GF Rainer Will. Nach dem Erfolg gegen Amazon vor knapp zwei Monaten rund um offenkundig wettbewerbswidrige AGBs auf dem Amazon Marktplatz, verbuchte der Handelsverband laut eigenen Aussagen nun einen weiteren Erfolg im Zuge seiner „FairCommerce-Initiative“: „Wir erwirkten nun auch eine weitreichende Systemumstellung bei der Sprachassistentin Amazon Alexa. Sie hält sich nun auch endlich an das Konsumentenschutzrecht“, so der Verband.

Die FairCommerce-Initiative des Handelsverbandes für einen New Digital Deal und mehr Fair Play im Onlinehandel zeigt Wirkung. Erst vor rund zwei Monaten feierte der Handelsverband einen Erfolg gegen Amazon. Es ging um offenkundig wettbewerbswidrige AGBs auf dem Amazon Marktplatz. Acht wesentliche Geschäftsbedingungen wurden inzwischen weltweit zugunsten der gelisteten Marktplatzhändler geändert. „Nun gab es auch eine weitreichende Systemumstellung bei der Sprachassistentin Amazon Alexa, die der Handelsverband erwirkt hat“, so der Verband.

Der Anlass

Im Jänner 2019 hatte der Handelsverband Produktkäufe über Alexa genauer unter die Lupe genommen. „Testbestellungen belegten damals, dass die Konsumentenschutzbestimmungen bei Bestellungen via Alexa in Österreich nicht eingehalten wurden. So wurde der vollständige Kaufpreis inklusive österreichischer Mehrwertsteuer erst nach der kostenpflichtigen Bestellung genannt“, berichtet der Handelsverband. Bei den aktuellen Voice Commerce-Testkäufen des Handelsverbandes zeige sich hingegen nun ein anderes Bild: „Die Bestellung kann per Sprachbefehl aufgegeben werden, daraufhin legt Alexa das Produkt zunächst im Warenkorb ab. In einem separaten Schritt kann nun die kostenpflichtige Bestellung per Befehl abgeschlossen werden, wobei der korrekte Gesamtpreis bereits vorab genannt wird. Eine unmittelbare nachträgliche Stornierung ist ebenfalls direkt über Alexa möglich. Damit erfüllt Amazon Alexa nun auch die Vorgaben des in Österreich geltenden Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetzes“, so der Verband.

„Datensammlung bei Amazon Alexa weiterhin problematisch“

„Der neuerliche Erfolg des Handelsverbandes ist ein Erfolg für den gesamten österreichischen Handel, da für die Händler mehr Wettbewerbsfairness entsteht. Wenngleich wir für die heimischen Konsumenten ein möglichst bequemes Einkaufserlebnis sicherstellen wollen, darf dies nicht auf die Kosten des Verbraucherschutzes und der Wettbewerbsfähigkeit gehen. An die geltenden Regeln müssen sich alle Händler halten, auch Mega-Plattformen wie Amazon“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Dringenden Nachholbedarf ortet der Handelsverband jedoch in puncto Datenschutz: „Amazon Alexa erobert zunehmend die heimischen Wohnzimmer und sammelt dabei wie eine ‚Wanze‘ unzählige höchstpersönliche Daten, die den Konsumenten digital abbilden. Dem Großteil der Nutzer ist unklar, dass Alexa 60.000 Funktionen beinhaltet und daher nicht nur Musik abspielt und im Gegenzug das neue Geld hamstert, wie eine alte Jukebox. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Voice Shopping fixer Bestandteil unseres Alltags wird. In 450.000 Haushalten stehen die Sprachassistenten schon jetzt beratend zur Seite. Daher müssen wir jetzt für die Einhaltung der Spielregeln sorgen und neue schaffe – insbesondere bei minderjährigen Nutzern“, appelliert Rainer Will.

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