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Samstag, 25. Mai 2024
Vollständige DAB+ Versorgung auf Weststrecke noch vor Weihnachten

Digitalradio kommt in Schwung

Multimedia | Wolfgang Schalko | 26.09.2019 | | 2  Markt
Der DAB+ Ausbau kommt schneller voran als geplant – für den Handel bedeutet das im Weihnachtsgeschäft ein weiteres gutes Argument für die neue Gerätegeneration. Der DAB+ Ausbau kommt schneller voran als geplant – für den Handel bedeutet das im Weihnachtsgeschäft ein weiteres gutes Argument für die neue Gerätegeneration. Durch eine raschere Fertigstellung der Ausbauarbeiten durch die ORS kann die zweite DAB+ Rollout Phase in Westösterreich am 11. Dezember 2019 vorzeitig in Betrieb gehen. Angesichts der hervorragenden Entwicklung der DAB+ Verbreitung wirft der Verein Digitalradio Österreich die Frage auf, ob die ORF-Radios ohne DAB+-Verfügbarkeit den gesetzlichen Versorgungsauftrag überhaupt noch vollständig erfüllen können.

„Mit großer Freude” haben die Digitalradios die vorgezogene Inbetriebnahme der zweiten Phase des bundesweiten MUX, die erst für Ende März 2020 geplant war, durch die ORS zur Kenntnis genommen. Diese Ausbaustufe wird deutlich vor Weihnachten, am 11. Dezember dieses Jahres, fertig sein und die Sendeanlagen Innsbruck-Patscherkofel, Salzburg-Gaisberg und St. Pölten-Jauerling umfassen. Mit der Schließung der Versorgungslücke auf der Weststrecke sind bis zu 75% der österreichischen Einwohner mit DAB+ Empfang versorgt. „Wir können damit dem Elektrofachhandel für das heurige Weihnachtsgeschäft ein weiteres attraktives Argument für den Vertrieb von DAB+-Endgeräten bieten“, betonte Wolfgang Struber, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Österreich und Geschäftsführer von Radio Arabella, am Rande einer Veranstaltung der noch bis heute Abend laufenden Medientage.

DAB+ auch in Österreich mit viel Rückenwind

Insgesamt zeigen die Digitalradios mit dem gelungenen DAB+ Start in Österreich sehr zufrieden, denn die Branche verspürt weiterhin viel Rückenwind. Nicht nur der österreichische Endgerätemarkt entwickelte sich mit einem DAB+ Geräteanteil von über 32% zum Ende des ersten Quartals 2019 positiv. Auch Deutschland meldete laut aktuellem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten vor kurzem einen DAB+-Zuwachs von 34% in den Haushalten und Rekordmarken beim DAB+ Geräteabsatz.

Neue Radiorealität von der Digitalisierung getrieben

DAB+ verzeichnet als zentrale Zukunftsplattform europaweit hohe Zuwächse. Mit den hybriden Nutzungswegen DAB+/UKW und IP wird der Konsum linearer und non-linearer Programmangebote weiter zunehmen. Klar ist aus Sicht der Digitalradios aber auch, dass sich DAB+ – so wie in Deutschland – als der Empfangsweg mit dem größten Zuwachs entwickelt, während UKW langfristig an Bedeutung verlieren wird. Damit ergeben sich für die flächendeckende, österreichische Versorgung mit Hörfunk einige Forderungen. Dazu Struber: „Die Medienregulierungsbehörde RTR/KommAustria ist meiner Ansicht nach bereits jetzt gefordert, zu prüfen, ob die ORF-Radios den gesetzlichen Versorgungsauftrag ohne DAB+ Verbreitung überhaupt noch wahrnehmen können.“

Reine UKW-Geräte sollen auslaufen

Bezüglich der Endgeräte für den Haushalt spricht sich Digitalradio Österreich dafür aus, dass der entsprechende Empfangschip standardgemäß eingebaut werden muss, sodass reine UKW-Geräte in absehbarer Zeit am Markt nicht mehr erhältlich sind. In diesem Zusammenhang appelliert Struber auch an den – in Kürze neu gewählten – Gesetzgeber, den European Electronics Communication Code (ECC) zeitnahe in nationales Recht umzusetzen und neben der UKW auch die DAB+ Empfangsmöglichkeit in allen neuen Radioendgeräten – sowie ab 2020 in Neuwagen – verpflichtend vorzuschreiben.

5G Broadcast rückt Radioanbieter ins Zentrum

Weiteren regulatorischen Bedarf sieht der Verein Digitalradio Österreich auch im Zusammenhang mit dem neuen Übertragungsstandard 5G Broadcasting, da dieser freies Broadcasting ohne Datenverbrauch über 5G ermöglicht. „Kostenloser digitaler linearer Rundfunk ohne Zwischenhändler zwischen Rundfunkanstalten und Hörern ist ein wichtiges künftiges Medienthema. Hier muss der Gesetzgeber seine Verantwortung gegenüber dem Bürger wahrnehmen und darf nicht die Telekommunikationsunternehmen, die an jedem Bit & Byte verdienen wollen, die Spielregeln überlassen. Denn sonst müssen am Ende des Tages die Bürger die Rechnung dafür zahlen“, warnte Alexander Wagner, Geschäftsführer von ENERGY ÖSTERREICH.

Exklusive Werbepakete

Um die Verbreitung von DAB+ weiter zu forcieren, wurden in Zusammenarbeit mit dem Audiovermarkter RMS drei attraktive Promotion-Pakete geschnürt, mit denen interessierte Unternehmen aus Industrie und Handel über DAB+ und auch UKW kräftig die Werbetrommel rühren können.

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Kommentare (2)

  1. Na wo kämen wir den hin, wenn man den selben Sender in ganz Österreich auf der selben Frequenz finden würde. Das wär ja ganz was Neues. Und da könnt ja jeder kommen…
    So ultraprogessive Überlegungen darf man den Zuständigen nicht zumuten 😉

  2. DAB+ ist super, perfekte Qualität bei sparsamer Sendeleistung. Wenn aber nun der ORF „auf den fahrenden Zug aufspringt“, heißt dies, dass zwei neue, private Sender dran glauben müssen, damit sie den bundesweiten ORF-Programmen Platz machen – und das wird vermutlich nicht das Kaufhausradio oder die Katholiban-Sender sein…
    Hier würde ich einen weiteren bundesweiten Mux bevorzugen, da dann sicher auch Private, wie Kronehit, OE24 oder Life Radio, Antenne Steyrmark mittelfristig ihre Verweigerungsstrategie aufgeben würden.

    Etwas eigens ist aber die Frequenzplanung. Während man beim Deutschen Bundesmux von der Zugspitze bis Helgoland durchgängig auf Kanal 5c sendet, hat die ORS einfach ihre Band III- ehemaligen ORF1-Analogkanäle weitergenutzt. Somit sendet man in Wien auf anderer Frequenz als in Linz oder Bregenz… Vorteile der Gleichwelle kommen dann nicht zum Tragen.

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