Samstag, 7. Dezember 2019
Kommentar: Nichts gelernt?

Saturn: Black Week vor Black Friday vor Black Weekend

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 21.11.2019 | | 4  
Nicht nur einen Tag, sondern mehr als eine Woche wird dieses Jahr bei Saturn der Black Friday „gefeiert“. (Bild: Saturn) Nicht nur einen Tag, sondern mehr als eine Woche wird dieses Jahr bei Saturn der Black Friday „gefeiert“. (Bild: Saturn) „Black Friday kann jeder”, tönt Saturn und verlängert das Rabattmassaker auf mehr als eine ganze Woche: Zuerst „Black Week“, dann „Black Friday“ und dann auch noch „Black Weekend“ – all das natürlich mit „Wahnsinnrabatten“, wie der Elektroriese verspricht. Hat man nichts gelernt aus der Vergangenheit?

Offenbar hat man wenig gelernt aus der Vergangenheit. Lassen Sie uns kurz auf den Black Friday 2017 zurückblicken. Dieser verhagelte der Media-Saturn-Mutter Ceconomy das Geschäft nämlich im so wichtigen Weihnachtsquartal völlig. Dadurch seien Umsätze aus dem sonst starken Dezember in den wettbewerbsintensiveren November verschoben worden, klagte der Konzern. Die zum Black Friday 2017 angebotenen Rabatte hätten sich schwer negativ auf den Profit ausgewirkt: Der operative Gewinn vor Sonderposten sank auf 260 Millionen Euro – nach 308 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, ein Minus von rund 15%. Ceconomy musste zudem einräumen, im Weihnachtsgeschäft schließlich weniger als erwartet verkauft zu haben. Entsprechend lag dann mehr Ware auf Lager als geplant. Man gab sich geläutert und informierte geknickt darüber künftig „bedächtiger“ an das Thema Black Friday heranzugehen…

Und heute?

Heute informierte das Unternehmen, den Black Friday nicht nur am Freitag, den 29.11.2019 zu „feiern“, sondern eine ganze Woche lang. Zumindest die Marke Saturn beginnt dieses Jahr schon am 22. November die sogenannte „Black Week“. Dies „um allen Schnäppchenjägern die Wartezeit zu verkürzen“, wie das Unternehmen sagt, mit „den besten Angeboten des Jahres in allen Saturn Häusern und im Onlineshop auf saturn.at“, so der Wortlaut einer Aussendung, der auch zu entnehmen war, dass dann am Black Friday selbst mit „sensationellen Preiskrachern“ in die Saturn-Märkte gelockt werden soll. Und dem nicht genug, kommen dann on top auch noch am Wochenende nach dem Black Friday „rekordverdächtige Preise am Black Weekend vom 29. November bis inklusive 2. Dezember!“

Rabattschlacht mehr als eine Woche lang

Saturn bietet seinen Kunden also mehr als eine Woche lang „Wahnsinnspreise“. Dieses wie Saturn sagt „mehrtägige Angebotsfeuerwerk“ umfasst „smarte Haushaltshelfer, topmodernes Home-Entertainment oder die neuesten Gadgets wie Drohnen, VR-Brillen und vieles mehr“. Der Elektroriese geht in seiner Ankündigung auch ins Detail: So soll es einen 55 Zoll Samsung HDR Smart-TV „zum unschlagbaren Preis“ geben, zudem den Dyson V8 Absolut, einen vollintegrierbaren Einbaugeschirrspüler von Beko, das Smartphone Samsung Galaxy A20e sowie die Canon Spiegelreflexkamera EOA 2000D und und und.

„Black Friday kann jeder“

„Black Friday kann jeder“, sagt Richard Zweimüller, Vertriebsleitung Saturn Österreich. „Aber bei Saturn haben wir den Anspruch, unseren Kunden noch mehr zu bieten. Deshalb starten wir bereits am 22. November in eine Woche der unschlagbaren Angebote! (…) Die Black Week mündet dann am 29. November direkt im Black Weekend. Bis inklusive Montag, 2. Dezember warten dann nochmal ganz besondere Aktionen auf unsere Kunden.“

…. Man wird sehen, spätestens bei der nächsten Bilanzpräsentation, ob sich Saturn damit etwas Gutes tut …

Kommentare (4)

  1. BF ist nunmal in Europa angekommen, ob wir das wollen oder nicht.
    Jeder kann sich entscheiden, ob er von der Hysterie partizipieren möchte, oder aus traditionellen, moralischen Gründen darauf verzichtet.
    Soweit mir bekannt ist, arbeiten Media / Saturn und andere weitsichtige Händler bereits seit April an diesen Aktivitäten.
    Man hat gelernt und bereitet sich allumfassend vor, dann kommt es auch nicht zu selbstzerstörenden Aktionen ähnlich 2017.
    Die Kunden werden um dieses Event herum kaufen, wenn nicht bei uns, dann im internationalen Online Handel.

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    1. Auf die Teilnahme am BF „aus traditionellen, moralischen Gründen“ zu verzichten ist aus Industrievertretersicht leicht gesagt …

      … und ob Media Saturn tatsächlich „gelernt und sich allumfassend vorbereitet“ hat? Wirkt mit den angekündigten Aktionen da oben nicht unbedingt so ….

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  2. Was macht Amazon ? Was bietet der Fachhandel dagegen an ? Wo sind unsere Kooperationen, die uns unterstützen sollten, um auch Geschäft zu machen ? Nicht jammern – auch diesen Tag nutzen, um Geschäft zu machen, das wäre die richtige Einstellung dazu. Es gibt Ihn den BF das wissen wir seit ein paar Jahren und was geschieht im FH ?

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