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Samstag, 20. Juli 2024
„Starke Frequenzrückgänge von teils mehr als 30%“

Non-Food-Handel: 5 Maßnahmen gegen Umsatzeinbruch

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 12.03.2020 | |  Wissen
Der Handelsverband fordert für den Non-Food Handel fünf Sofortmaßnahmen, um Umsatzeinbrüche abzufedern. Um laufend zu informieren, hat der Handelsverband auf seiner Homepage das Coronavirus InfoCenter eingerichtet. (Bild: Screenshot handelsverband.at) Der Handelsverband fordert für den Non-Food Handel fünf Sofortmaßnahmen, um Umsatzeinbrüche abzufedern. Um laufend zu informieren, hat der Handelsverband auf seiner Homepage das Coronavirus InfoCenter eingerichtet. (Bild: Screenshot handelsverband.at) Die Auswirkungen des Coronavirus auf den heimischen Non-Food Handel – und zwar quer durch alle Warengruppen - nehmen weiterhin zu, wie aus einer Befragung des Handelsverbandes unter Händlern hervorgeht. „Immer mehr Händler, insbesondere Klein- und Mittelbetriebe (KMU), sind von heftigen Umsatzrückgängen betroffen. Sowohl in Innenstädten als auch in Shoppingcentern ist das geänderte Konsumverhalten durch starke Frequenzrückgänge von teils mehr als 30% spürbar“, berichtet der Verband.

Laut Handelsverband-Erhebung sind immer mehr Händler – vor allem KMU – auf Grund der Corona-Krise von heftigen Umsatzrückgängen betroffen. Starke Frequenzrückgänge von teils mehr als 30% seien spürbar. Um etwaige existenzbedrohende Folgen abzufedern, fordert der Handelsverband (der schon Anfang dieser Woche ein Maßnahmenpaket für den Non-Food-Handel begehrte) ein unmittelbares Stabilitätspaket mit fünf konkreten Sofortmaßnahmen.

Maßnahme 1: Erhöhte Budgetmittel für Kurzarbeit vorsehen

Der Handelsverband appelliert an die Bundesregierung, das Budget für Kurzarbeit erheblich zu erhöhen, damit betroffene Händler aller Größenklassen davon profitieren können. „Wir fordern die Regierung auf, bei den heutigen Gesprächen mit dem AMS ausreichend Vorsorge zu treffen, damit alle betroffenen österreichischen Non-Food Händler das Instrument der Kurzarbeit nutzen können, um Beschäftigungsverhältnisse nachhaltig abzusichern“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Als Richtwert schlägt der Handelsverband den Nachweis eines atypischen Umsatzrückganges von 15% vor.

Maßnahme 2: Kurzarbeit vor allem für KMU unbürokratisch bewilligen

Der Zugang zur Kurzarbeit ist insbesondere für viele Klein- und Mittelunternehmen auch außerhalb der Handelsbranche zu kompliziert und langwierig, wie der Handelsverband sagt. „Bei den Kurzarbeitsvereinbarungen mit dem AMS müssen diverse Fristen eingehalten und die Sozialpartner beigezogen werden. Das alles kostet Zeit, welche die betroffenen KMU derzeit nicht haben. Der Handelsverband fordert für diese Ausnahmesituation eine unbürokratischere Lösung, um Kurzarbeit auch auf Betriebsebene vereinbaren zu können, wenn gewisse Regeln eingehalten werden.“

Maßnahme 3: Zahlungsaufschübe für Steuern und Abgaben zinsfrei bewilligen

Betroffene Unternehmen, bei denen die volle Entrichtung der Abgabenschuld zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen würde, sollen unbürokratisch Steuerstundungen bewilligt bekommen. Auf die anfallenden Stundungszinsen in Höhe von 4,5% über dem Basiszinssatz soll vom Staat – zumindest für die Dauer der rückläufigen Umsätze, die dem geänderten Konsumentenverhalten durch Corona geschuldet sind – verzichtet werden.

Auch bei verspäteter Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen soll von der Einhebung von Verzugszinsen abgesehen werden. Hier sollte vor allem an Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstunternehmen und den Mittelstand gedacht werden, der das Rückgrat der Volkswirtschaft darstellt, wie von politischen Vertretern stets betont wird.

Maßnahme 4: Temporäre Zuschüsse für Mietzahlungen

Betroffenen Händlern und vor allem KMU soll in dieser Phase seitens der Bundesregierung mit temporären Zuschüssen überbrückend unter die Arme gegriffen werden. Damit können die laufenden Mietzahlungen weiterhin erfüllt werden, auch wenn die Umsätze wegbrechen. Durch die Absicherung der Mietverträge werden die damit einhergehenden Beschäftigungsverhältnisse abgesichert.

Maßnahme 5: 100 Millionen Euro Haftungsübernahmen für Working-Capital Kreditlinien im ersten Schritt

Darüber hinaus fordert der Handelsverband, um der aktuellen Situation in der Branche Rechnung zu tragen, für ein Haftungsvolumen von 100 Millionen Euro an Working Capital-Krediten entsprechende 80-prozentige Staatsgarantien. Diese sollen jene Händler mit Bonität ausstatten, die wegen SARS-CoV-2 mehr als 15% an Umsatzeinbußen verzeichnen und ohne eine 80-prozentige Absicherung von staatlicher Seite keine Überbrückungsfinanzierung erhalten.

„Das Instrument würde sicherstellen, dass Banken Working Capital-Rahmen zugestehen oder Linien temporär ausweiten, sofern Kosten für die Warenbeschaffung, Personal und Mietzahlungen nicht mehr gedeckt werden können“, sagt Rainer Will.

Handelsverband hat InfoCenter für betroffene Händler eingerichtet

Es braucht ein durchdachtes Paket an Sofortmaßnahmen für Händler aller Größenklassen, die unter Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen leiden. Der Fokus muss auch auf KMU aller Branchen liegen, die das volkswirtschaftliche Rückgrat Österreichs bilden“, appelliert Will an Politik und Sozialpartner.

Der Handelsverband hat übrigens eine eigene Informationsseite eingerichtet, die fortlaufend aktualisiert wird. „Im Coronavirus InfoCenter des Handelsverbandes laufen sämtliche relevanten Informationen zu diesem Thema zusammen“, erklärt der Verband. Die Handelsverband-Informationsseite finden Sie HIER.

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