Mittwoch, 12. Mai 2021
Umfrage zeigt Fortschritte bei der Digitalisierung des Arbeitsalltages

Magenta zu ein Jahr Home Office

Telekom | Dominik Schebach | 03.05.2021 | |  
Die Bilanz von einem Jahr Corona: Inzwischen bieten 6 von 10 Unternehmen Home Office an. Die Bilanz von einem Jahr Corona: Inzwischen bieten 6 von 10 Unternehmen Home Office an. Corona hat der österreichischen Wirtschaft einen Digitalisierungsschub verliehen. Wie eine Studie von Magenta zeigt, bieten z.B. inzwischen 6 von 10 KMUs in Österreich ihren Mitarbeitern Home Office an. Der Fortschritt wird deutlich, wenn man die Studie mit der Untersuchung vom Vorjahr vergleicht. Eindeutiger Vorreiter bei den Anwendungen von Home Office-Lösungen ist dabei die ITK-Branche. Ein Aufholbedarf ist allerdings weiterhin gegeben.

2020 hat die Home Office-Studie von Magenta gezeigt, dass zwar große Konzerne in Österreich mit Home Office-Lösungen gut ausgestattet waren, KMUs allerdings noch einen großen Aufholbedarf hatten. In der jüngsten Untersuchung, für welche Magenta gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut marketmind 800 Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeiter befragt hat, zeigt, dass die KMUs etwas nachgezogen haben. Die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, ist bei KMUs im Vergleich zum Vorjahr um 10% gestiegen: Im Sommer 2020 hatten 50% der Befragten die Möglichkeit auf Home-Office, jetzt geben 60% der kleineren und mittleren Unternehmen an, den MitarbeiterInnen Home- oder Mobile-Office zu ermöglichen. Dabei ist die Informations- und Telekommunikationsbranche zum größten Teil im Home-Office: 70% aller Beschäftigten dieser Branche sind aktuell nicht an ihrem Bürostandort im Einsatz.

„In unserer Arbeitswelt hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden und dass Home-Office bleibt, ist mittlerweile unumstritten. Wie Unternehmen diese Entwicklung konkret nutzen werden, bleibt noch offen, denn auch die Home-Office Regelung der Regierung bietet Raum für unterschiedliche Modelle“, erklärt Maria Zesch, CCO Business & Digitalization Magenta Telekom. Allerdings hinken KMUs bei der Digitalisierung noch hinterher.

„In unserer Arbeitswelt hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden und dass Home-Office bleibt, ist mittlerweile unumstritten. Wie Unternehmen diese Entwicklung konkret nutzen werden, bleibt noch offen, denn auch die Home-Office Regelung der Regierung bietet Raum für unterschiedliche Modelle“, erklärt deswegen Maria Zesch, CCO Business & Digitalization Magenta Telekom. „Als Telekommunikationsanbieter stellen wir die Infrastruktur, die Konnektivität sowie die Produkte zur Verfügung, die es braucht, um überhaupt im Home-Office tätig sein zu können. Unsere Kundinnen und Kunden hierbei zu beraten und ihnen ein verlässlicher Partner zu sein, sehe ich als unsere zentrale Aufgabe.“

Anwendungen

Besonders die Relevanz sowie die Umsetzung von Audio- und Webkonferenzen hat zugenommen: 2020 haben lediglich 36% der Unternehmen angegeben, dass diese Tools für sie wichtig wären und genauso wenige haben die Lösungen auch angewendet. Hier ist das Bewusstsein für digitales Arbeiten im Vergleich zu 2020 deutlich gestiegen: Aktuell erachten 54% der Unternehmen diese Tools als sehr wichtig und haben sie bereits im Einsatz. Einen signifikanten Anstieg gab es auch bei der Nutzung von Messaging- und Chat-Tools: 2020 standen diese Tools nur 37% der Befragten zur Verfügung, 2021 sind es bereits 50%. E-Mail und Kalenderfunktionen sind nach wie vor bei 83% der Befragten im Home-Office abrufbar und zählen mittlerweile als Standard. Seltener eingesetzt werden dagegen Kollaborationstools, die z.B. den geteilten Zugriff auf Daten und Dokumente ermöglichen. So ist der mobile Zugriff auf gemeinsame Dokumente nur leicht von 58% auf 61% gestiegen. 55% der Beschäftigten (gegenüber 52% im Jahr 2020) haben aktuell mobilen Zugriff auf Geschäftsdaten. Für 47% der Befragten ist mittlerweile der Informationsaustausch über Gruppen- oder Projektplattformen möglich. Dabei wird deutlich, dass größere Unternehmen die damit verbundenen Abläufe, Prozesse und rasche Absprachen abseits von E-Mail- und Kalender-Funktionen als deutlich relevanter erachten.


Telefonie weiterhin stark
, Cloud kommt, Security mangelhaft

Dass die Anzahl an Web- und Videokonferenzen deutlich zugenommen hat, spiegelt sich auch im Nutzungswert von Internettelefonie und Videokonferenzen wider. Dieser ist seit Beginn der Pandemie um 250% gestiegen. Ähnlich sieht es mit der Telefonie aus: Nach dem All-Time-High im März 2020 verzeichnet Magenta trotz Zunahme der Internet-basierten Anwendung ein Drittel mehr Telefonie-Aufkommen als noch vor der Pandemie.

Leicht gestiegen ist der Einsatz von Cloud-Services. Rund die Hälfte aller Befragten gibt an, dass Cloud Services sehr wichtig für ihren täglichen Arbeitstag sind – allerdings wurden diese Anwendungen von nur 29% der Unternehmen vollständig umgesetzt. Auch hier wird deutlich, dass die Relevanz mit der Unternehmensgröße zunimmt. Zudem zeichnet sich ein großer Unterschied nach Regionen ab: Während in Wien großes Interesse an diesen Lösungen herrscht, nimmt die Relevanz in den ländlichen Regionen ab.

Daten zu schützen war bereits letztes Jahr von wesentlicher Bedeutung für Unternehmen und ist es nach wie vor. Mehr als drei Viertel der großen Unternehmen haben Maßnahmen zur Sicherheit der Daten vor Angriffen bereits vollständig umgesetzt, während es bei kleineren Unternehmen weniger als die Hälfte ist. Die Abwehr von Cyber-Angriffen und automatisierte Sicherungs-Lösungen haben den höchsten Stellenwert, gefolgt vom richtigen Umgang mit der DSGVO (jeweils für mindestens 7 von 10 Unternehmen relevant). Auch hier steigen Relevanz und Umsetzung mit zunehmender Unternehmensgröße.

Ausstattung:

Basics wie Laptop, Smartphone und zuverlässige Konnektivität werden erwartet
Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden im Home- und Mobile-Office nutzen Laptop und Smartphone, welche ihnen vom Unternehmen zur Verfügung gestellt worden sind. Ein Drittel aller befragten Unternehmen ist an einem Hardware-Managed Service interessiert, bei dem Handy und Laptop als reine Nutzungsoption zur Verfügung gestellt werden. Mit steigender Unternehmensgröße nimmt das Interesse an einem Managed-Service-Modell zu. Die wichtigsten Hardware-Komponenten für ein mögliches Sorglos-Pakets sind Laptops und Smartphones. Bei der Software stellen Office-Pakete die wichtigsten Komponenten dar, während bei der Konnektivität am häufigsten Internet (mobil als auch Festnetz) gewünscht wird.


Roaming im Sinkflug: Geschäftsreisen haben sich halbiert

Zu Beginn der Pandemie, als Geschäftsreisen untersagt waren, verzeichnete Magenta einen Rückgang von 80% bis 95% der Roaming-Minuten im Business-Kunden Segment, was auf die signifikant reduzierten Geschäftsreisen zurückzuführen war. Nach dem starken Einbruch des Roamings zu Beginn der Krise, war über das Jahr ein leichter Anstieg zu verzeichnen, doch der Trend hin zu virtuellen Meetings ist geblieben. Geschäftsreisen sind wieder erlaubt und die Roaming-Minuten im Business-Kunden Segment haben sich bei 50% des ursprünglichen Wertes eingependelt.

„Wir erkennen erstmals, welche Reisen wirklich notwendig sind und welche wir in die digitale Welt verlagern können. Hier findet bereits ein Umdenken statt, das der Umwelt sowie ortsgebundenen Fachkräften neue Dimensionen an Chancen ermöglicht“, so Maria Zesch zu den Vorteilen einer virtuellen Meetingkultur.

Ausblick
Ein Jahr nach Beginn der Pandemie sind viele Unternehmen auf eine hybride Arbeitsform umgestiegen. Dabei wird unter anderem deutlich, dass Home-Office mittlerweile auch in den etwas größeren KMUs angekommen ist, da diese im Vergleich zum Vorjahr nachhaltig an Services sowie Hardware aufgerüstet haben. Den größten Anteil an Home-Office haben aktuell zwar kleine Unternehmen, doch bei diesen besteht gleichzeitig der größte Aufholbedarf an digitalen Services. Aktuell zeichnet sich hier eine Kluft zwischen großen und kleinen Unternehmen ab. Es stellt sich die Frage, ob kleine Unternehmen nach der Pandemie die gewohnte Präsenzkultur leben werden, während große Unternehmen im „New Work“ angekommen sind. Ob das in weiterer Folge Auswirkungen auf den „War of Talents“ und auf Employer-Branding haben wird, bleibt nach Einschätzung von Magenta vorerst offen.

Allerdings wolle der Betreiber hier seine Geschäftskunden verstärkt beraten, da diese Veränderungen Investment sowie Expertise verlangen. Zesch definiert in diesem Zusammenhang drei Säulen, die neu gedacht werden müssen, um in naher Zukunft eine erfolgreiche Home-Office-Kultur umsetzen zu können. Zur ersten Säule „Menschen und Unternehmenskultur“ zählt sie neue Zusammenarbeitsmodelle, hybrides Arbeiten sowie Leadership und Empowerment. Die zweite Komponente ist „Technologie und Infrastruktur“. Sie umfasst neue spezifische Produkte wie Office@Home oder Hardware Managed Service sowie Ausbau und Investitionen in das Netz. Als letzte Säule nennt sie „Organisation und Rahmenbedingungen“, welche gesetzlichen Grundlagen, KV-Regelungen sowie Betriebsvereinbarungen und Office-Gestaltung beinhaltet. Diese drei Säulen sollten UnternehmerInnen an die Hand nehmen, um die digitale Transformation ihres Unternehmens erfolgreich umzusetzen zu können.

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