Montag, 28. November 2022
Kommentar Hausgeräte E&W 10 - 22

1 schlechte und 3 gute Nachrichten

Hausgeräte | Stefanie Bruckbauer | 09.10.2022 | Bilder | | 1  Meinung
Die Leute können derzeit anhand des Stromzählers dabei zusehen, wie sich ihr Erspartes in Energie umwandelt und beginnen auf einmal nachzudenken. (Bild: Pixabay.com) Die Leute können derzeit anhand des Stromzählers dabei zusehen, wie sich ihr Erspartes in Energie umwandelt und beginnen auf einmal nachzudenken. (Bild: Pixabay.com) Die GfK-Zahlen zeigen es deutlich und auch auf den EFHT hat es ein Großteil der vor allem Klein-, aber auch Großgerätehersteller bestätigt: Der Preiseinstieg und auch der mittlere Preisbereich brechen derzeit weg. Doch was bedeutet das für den FH?

Wie viele Klein-, aber auch einige Großgeräte-Hersteller in den Gesprächen auf den EFHT berichteten, brechen der Preiseinstieg und auch der mittlere Preisbereich am Hausgerätemarkt derzeit weg. Aufgrund der massiven Teuerung greifen immer mehr Österreicher zu den Eigenmarken der großen Handelsketten, die preislich meist unter dem Einstiegsbereich der bekannten, namhaften Marken liegen. Viele Kunden wollen aktuell ein Produkt, das funktioniert, aber nicht zu viel kostet. Es muss kein Wasserkocher um 100 Euro sein, der alle Stückerln spielt. Es reicht auch ein Modell um 25 Euro, das einfach nur Wasser erhitzt. Das ist natürlich ein Problem für den Fachhandel. Dazu kommt, dass jene Gerätekategorien, die sich aktuell in allen Preislagen verkaufen würden, schon seit Wochen vergriffen sind. Versuchen Sie mal irgendwo ein Heizgerät aufzutreiben! Die Läger der Hersteller sind leer! Aber was tun? Mehr denn je auf Beratung setzen bzw. seine Beratungskompetenz als Fachhändler ausspielen, lautet die Antwort der Hersteller.

Die erste gute Nachricht ist: Trotz des Wachstums und der Marktverschiebung hin zu den Handelsmarken gibt es noch genügend Leute, die Geld haben. Leute, die nicht darauf schauen müssen, wie viel sie ausgeben, und diese Leute kaufen aktuell eher qualitativ hochwertig – sofern sie darin einen Mehrwert sehen. Und diesen Mehrwert kann ihnen der Fachhandel erklären. Die zweite gute Nachricht ist: Es gibt aktuell zwei Themen, die sich aufgrund ihrer Komplexität und Dringlichkeit geradezu anbieten, um sich als Fachhändler mit seiner Beratungskompetenz „draufzusetzen“. Es handelt sich um Nachhaltigkeit und Vernetzung – zwei Themen, die mittlerweile tief ineinandergreifen. So kann man beispielsweise mit intelligenter Vernetzung viele Geräte zuhause effizient einsetzen bzw. arbeiten lassen.

Vor allem die Nachhaltigkeit ist kein neues Thema. Schon vor Jahren war es total angesagt, sein Tun als „nachhaltig“ zu bezeichnen. Der Krieg und der Klimasupergau haben nun aber aus dem einstigen Trend eine dringliche Notwendigkeit gemacht. Die Leute können anhand des Stromzählers dabei zusehen, wie sich ihr Erspartes in Energie umwandelt und beginnen auf einmal nachzudenken. Sie interessieren sich plötzlich wirklich dafür, wie effizient ein Gerät ist und wie man damit Energie sparen kann. Sie wollen wissen, wann der optimale Zeitpunkt ist, auf ein neues Gerät umzusteigen und das alte, das noch funktioniert, auszutauschen. Fragen Sie mal einen Angestellten bei Interspar oder den Studenten an der Hotline eines großen Onliners, an welchem Punkt es besser wäre aus Nachhaltigkeitsgründen umzusteigen, obwohl der Umstieg eigentlich gar nicht nachhaltig ist. Die Antwort fällt wahrscheinlich ähnlich wenig zufriedenstellend aus, als würden Sie nach einer Erklärung für Einsteins 1. Postulat für die spezielle Relativitätstheorie fragen … Für den Fachhandel ist das die Chance.

Die dritte und letzte gute Nachricht lautet (zumindest aus Sicht eines Verkäufers): Eben erwähnte Themen werden uns noch länger begleiten. Wir stehen gerade erst am Anfang dessen, was Nachhaltigkeit und Vernetzung angeht. Es zahlt sich für Fachhändler meiner Meinung nach also durchaus aus, sich eingehend damit auseinanderzusetzen – vor allem weil es auch um ihre Zukunft geht.

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Die Leute können derzeit anhand des Stromzählers dabei zusehen, wie sich ihr Erspartes in Energie umwandelt und beginnen auf einmal nachzudenken. (Bild: Pixabay.com)
Die Leute können derzeit anhand des Stromzählers dabei zusehen, wie sich ihr Erspartes in Energie umwandelt und beginnen auf einmal nachzudenken. (Bild: Pixabay.com)
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Kommentare (1)

  1. Interesse im Fachhandel betreffend sinnvoller Vernetzung ist leider wirklich ausbaufähig. Oftmals wird KNX angeboten, unverschämt teurer, teilweise kompliziert für den Kunden in der Wartung und für viele Häuslbauer einfach nicht leistbar. Manchmal ist weniger eben mehr. Unbestritten ist, dass sich Kunden für ein System interessieren wenn man klar die Möglichkeiten der Ersparnis aufzeigt. An Alternativen Systemen besteht leider wenig bis gar kein Interesse im FH. Dabei winkt meist bessere Kundenbindung und Möglichkeiten genau so einem zufriedenen Kunden dann mehr zu verkaufen, wenn man ein passendes System anbietet. Natürlich ist so ein vernetztes System nicht für jeden sinnvoll, es aber gar nicht anbieten zu können/wollen ist die schlechteste aller Optionen. Da ist noch viel Potential nach oben und vor allem ein Beseitigen der verkrusteten Denke erforderlich. Manchmal hat man den Eindruck einige Branchen stemmen sich besonders lange gegen neue Möglichkeiten.

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