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Montag, 15. April 2024
Preise sinken wieder

E-Control: Strom- und Gaspreise haben den Höhepunkt erreicht

Energiezukunft | Julia Jamy | 14.04.2023 | |  
Die beiden Vorstände der E-Control Wolfgang Urbantschtitsch (links) und Alfons Haber (rechts) geben für den kommenden Winter eine weitgehende Entwarnung. Bei den Preisen für Strom und Gas sei Anfang des Jahres der Höhepunkt erreicht worden. Die beiden Vorstände der E-Control Wolfgang Urbantschtitsch (links) und Alfons Haber (rechts) geben für den kommenden Winter eine weitgehende Entwarnung. Bei den Preisen für Strom und Gas sei Anfang des Jahres der Höhepunkt erreicht worden. Die E-Control gibt Entwarnung und sieht den Höhepunkt bei den Strom- und Gaspreisen für Endkunden überschritten. "Wir gehen davon aus, dass hier noch viele weitere Unternehmen ihre Preise nach unten anpassen werden", so Wolfgang Urbantschitsch, E-Control-Vorstand.

Seit Herbst 2022 haben sich laut E-Control sowohl Strom- als auch Gaspreise an den Großhandelsmärkten langsam, aber kontinuierlich nach unten bewegt. Dies hänge einerseits mit den europäisch implementierten Maßnahmen (etwa zur Speicherbefüllung und Gasquellendiversifizierung) zusammen, aber auch mit einem relativ milden Winter und einer gedämpften weltwirtschaftlichen Entwicklung.

Die etwas ruhigeren Großhandelsmärkte zeigen jedoch einen differenzierten Ausblick auf die Preise. Der Gaspreis für zukünftige Lieferungen zeigt noch bis Ende 2024 ein Niveau von 50-60 €/MWh. Danach sollten u.a. zusätzliche Flüssiggasprojekte weltweit zu einem höheren Angebot und damit weiter sinkenden Preisen führen. Strom für den Winter 2023/24 kostet am Großhandel derzeit zwischen 140 und 180 €/MWh mit leicht sinkender Tendenz in den folgenden Jahren. Um auch langfristig ein niedrigeres Preisniveau zu bekommen, wird das Erreichen der Erneuerbaren-Ausbau-Ziele ein zentrales Element sein.

Da Energieunternehmen ihre Mengen üblicherweise ein bis zwei Jahre im Voraus einkaufen, kommt die Preisreduktion auf den Großhandelsmärkten nun langsam bei den Endkunden an. Während es im Jänner 2023 somit noch zu Preiserhöhungen für Haushalte kam, haben inzwischen einige größere Unternehmen für das 2. Quartal erwartungsgemäß angekündigt, die Preise nicht mehr weiter zu erhöhen oder sogar wieder leicht zu senken. „Wir gehen davon aus, dass hier noch viele weitere Unternehmen ihre Preise nach unten anpassen werden“, betont Urbantschitsch.

Energie ist wertvoll

Das Bewusstsein, mit Strom und Gas sorgsam umzugehen, sei im vergangenen Jahr noch einmal deutlich angestiegen: „Dass auch einfache Einsparungen Sinn machen, zeigt sich nicht zuletzt in der Strom- und Gasverbrauchsentwicklung. Sowohl der Strom- als auch der Gasverbrauch sind im Jahr 2022 insgesamt zurück gegangen. Und das, obwohl in den ersten Monaten sogar noch mehr Strom verbraucht wurde. Die Reduktion kam also im zweiten Halbjahr zustande, vor allem im Oktober. Bei Gas wurde ab Beginn der Heizsaison deutlich weniger verbraucht“, so Alfons Haber, Vorstand der E-Control. In Summe lag der Enverbrauch bei Strom im Jahr 2022 bei 64 TWh, was in Summe ein Minus von 2,8 Prozent bedeutet. Bei Gas lag der Endverbrauch bei 86,4 TWh, 2021 waren es rund 96,3 TWh und selbst im Corona-Krisenjahr 2020 waren es 90,6 TWh.

2023 bleibt herausfordernd

Das Jahr 2022 hat die E-Control vor große Herausforderungen gestellt. „Doch auch im Jahr 2023 warten zahlreiche wichtige Aufgaben. Das Vertrauen der Konsumenten in den Markt wieder zu festigen, ist dabei ein wichtiges Thema, Rahmenbedingungen für den Ausbau der Netze zu schaffen ebenso. Bei den Photovoltaikanlagen war im vergangenen Jahr ein regelrechter Boom zu erkennen, was sich 2023 fortsetzen wird. Ein für die E-Control neues Aufgabengebiet soll zudem durch das neue Energieeffizienzgesetz kommen. Laut ersten Gesetzesentwürfen soll die Regulierungsbehörde künftig Monitoringstelle für Energieeffizienz werden. „, so Haber abschließend.

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