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Samstag, 15. Juni 2024
Den Blick auf die solare Zukunft gerichtet

Das war die Fachtagung für Photovoltaik und Stromspeicherung 2023

Photovoltaik Energiezukunft | Julia Jamy | 20.11.2023 | |  Veranstaltungen, Wissen
Der Veranstaltungsraum der Seifenfabrik war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Veranstaltungsraum der Seifenfabrik war bis auf den letzten Platz besetzt. (© Paul Stender) Am 7. und 8. November 2023 fand die Österreichische Fachtagung für Photovoltaik und Stromspeicherung 2023 statt. 450 Handwerker, Planer, Hersteller und Kunden der PV- und Speicherbranche machten sich auf den Weg nach Graz, um die neusten Entwicklungen rund um die solare Energiewende kennenzulernen. Der Veranstaltungsraum der Seifenfabrik war bis auf den letzten Platz besetzt.

Die diesjährige Herbsttagung vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) und der Technologieplattform Photovoltaik Österreich (TPPV) in Graz zeigte die zukünftige Entwicklung, wie die Klimaneutralität in Österreich zu erreichen ist. So verwies Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria in seiner Eröffnungsrede darauf, dass Österreich bis 2040 eine installierte PV-Leistung braucht, die 41 Terawattstunden (TWh) Sonnenstrom erzeugt. „Wir müssen konsequent das Ziel von 2040 in den Blick nehmen und die aktuelle PV- Stromproduktion verzehnfachen“, sagte er. Paierl ist zuversichtlich, dass die Branche das hinbekommt – sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu verwies Bundesministerin Leonore Gewessler in ihrer Grußbotschaft auf die Befreiung der PV-Anlagen und Speicher von der Mehrwertsteuer, die die Regierung auf den Weg bringen wird. Zudem arbeitet die Regierung an einem Elektrizitätswirtschaftsgesetz, das dafür sorgen soll, dass das Netz digitaler und fit für die Erneuerbaren wird.

Hubert Fechner, Obmann der TPPV, warf den Blick auf die globale Entwicklung. „Wir brauchen weltweit 75000 TWh Photovoltaik. Derzeit haben wir 1 Terawatt installiert. Es ist also klar vorhersehbar, dass die Photovoltaik bald zu den größten Branchen gehören wird.“ Er betonte, dass die PV zu den wichtigsten Bausteinen der Energiewende zählt und fügte hinzu: „Doch wir brauchen auch Speicher, Netzausbau- und Stromnetzdigitalisierung sowie lokales Energiemanagement“.

Heimische Produktion ist möglich

Notwendig dafür ist aber auch eine heimische Photovoltaikindustrie. Wie deren Aufbau gelingen kann, schilderte Florian Clement vom Fraunhofer ISE in seiner Keynote. Die Chancen stehen gut und er geht davon aus, dass mindestens über die nächsten 10 Jahre hinweg die Nachfrage nach PV-Modulen jährlich um 25 % wachsen wird. Das bedeutet, dass größere Produktionskapazitäten gefragt sind, jedoch allein dadurch werden europäische Module gegen den Wettbewerb aus Fernost nicht bestehen können. Der Schlüssel liegt zusätzlich in der Innovation. Die Forschungs- und Entwicklungslandschaft ist vorhanden und sollte auch genutzt werden, betonte Clement.

Innovationsaward vorgestellt

Der Nachmittag des ersten Tages war der effizienten Flächennutzung und innovativen Photovoltaikanwendung vorbehalten. So stellte Fechner den nächsten Innovationsaward für integrierte PV vor, der auf dem kommenden PV-Kongress, am 4. April 2024, vergeben wird. Einreichfrist für Projekte ist der 10. Februar 2024. Welche Möglichkeiten die PV bietet, um Flächen gleich mehrfach zu nutzen und welche Herausforderungen es dabei gibt, zeigten die Vortragenden im Anschluss vielfach.

Der zweite Tag startete mit neuen technologischen Ansätzen zu Speichern. Natrium statt Lithium: Mit diesem Ansatz wird versucht, die Nachhaltigkeit von Speichern zu verbessern. Denn Speicher seien aus der Energiewende nicht wegzudenken – um die lokal erzeugte Energie möglichst lokal und zeitunabhängig zu nutzen und auch um den notwendigen Netzausbau zu verringern. Wie diese Herausforderung, vor allem im Niederspannungsnetz, gelöst werden, war das Thema einer Podiumsdiskussion. Zentral war die Frage, was Netzbetreiber tun können, um ihre Netze fit für die solare Energiewende zu machen. Fabian Janisch von PV Austria fordert, dass bis 20 kW eine Einspeiseleistung aus Gebäude-PV möglich sein muss – begleitet von einer Stromspeicherstrategie. Zusätzlich braucht es Informationen, wo freie Kapazitäten im Niederspannungsnetz vorhanden sind, wie es die Netzbetreiber für die Mittelspannungsebene bereits praktizieren.

Recycling, Repair & Reuse von PV und Speichern

Ein eigener Themenblock widmete sich unterschiedlichen Aspekten des Recyclings und Re-Use von PV und Stromspeichern. Neben der wirtschaftlichen Betrachtung, dem Ansatz des ganzheitlichen Recyclings und der Haltbarkeitsoptimierung, bekamen die Teilnehmer auch Einblicke aus erster Hand von einem Recyclingunternehmen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die dicht besetzte Fachausstellung mit 25 Unternehmen, in der Teilnehmer direkt mit den Fachfirmen der solaren Energiewende in Kontakt kamen. Neben Großhändlern waren hier auch Anbieter von einzelnen PV-Komponenten und Speichern sowie Energiemanagementsystemen vertreten. Zum Ausklang des ersten Veranstaltungstages lud die TPPV zum beliebten Abendempfang, bei dem sich die Teilnehmer weiter austauschen konnten.

Einen ausführlichen Nachbericht von der Fachtagung für Photovoltaik und Stromspeicherung 2023 lesen Sie in der E&W 12. 

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