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Freitag, 19. April 2024
Internetkompetenz gegen das Verschwinden der Öffentlichkeit

future.talk 2012 der Telekom Austria Group

Hintergrund | Die Redaktion | 10.10.2012 | Bilder | |  Archiv
Hannes Ametsreiter und die Speaker des Abends bei der Diskussion über „ME MYSELF AND I. How does the Internet shape our thinking?” Hannes Ametsreiter und die Speaker des Abends bei der Diskussion über „ME MYSELF AND I. How does the Internet shape our thinking?”

Jared Cohen, Director von Google Ideas, Eli Pariser, Autor des Bestsellers "The Filter Bubble", der Philosoph Slavoj Zizek und Hannes Ametsreiter, CEO der Telekom Austria Group, setzten sich gestern beim future.talk 2012 mit der Frage auseinander, welchen Einfluss das Internet auf unser Denken hat. Mehr als 500 Gäste waren in die Stallburg der Wiener Hofreitschule gekommen. Die  Botschaft des Abends: Das Netz ändert unser Verhältnis zur Welt. Damit müssen wir bewusst umgehen lernen.

ME, MYSELF AND I: Die neuen Identitäten des Menschen

In seinem Eröffnungsstatement wies Jared Cohen darauf hin, dass es
mittlerweile deutlich mehr digitale Identitäten als Menschen gibt.
Internet-User registrieren sich auf unterschiedlichen Plattformen und
legen damit auch den Grundstein für ein weiteres Ich oder auch
mehrere Identitäten. Daher sei es die wichtigste Aufgabe, die
Internetkompetenz zu fördern. Eltern müssten mit ihren Kindern
darüber sprechen, noch bevor sie mit ihnen über Safer Sex reden.
Medienkompetenz ist auch für Hannes Ametsreiter der Schlüssel für den Umgang mit diesen Phänomenen.

Deswegen setzt die Telekom Austriaroup genau hier an, etwa mit der Bildungs-Initiative „A1 Internet für Alle“. Der Philosoph Slavoj Zizek beschrieb das Internet beim gestrigen future.talk 2012 sehr drastisch als das meist zensurierte Medium. Die Algorithmen von Google, Facebook und Co. lösen dabei die klassischen Medien als Gatekeeper über die Vielzahl an Informationen zunehmend ab. Dabei wird es immer schwieriger, zu erkennen, welche Dinge uns vorenthalten werden oder wie es Zizek formulierte, „zu wissen, was wir nicht wissen“. Außerdem vertrat Zizek die Meinung, dass Menschen in ihren digitalen Handlungen eher das ausleben, was sie sind, da hier Schranken und Konventionen wegfallen, die beim Zusammenleben in der realen Welt gelten. Die digitale Sphäre fördere so die narzisstischen Neigungen der Menschen. Das mache sich mehr und
mehr auch in der realen Welt bemerkbar. Er sprach in diesem
Zusammenhang von einem Verschwinden der Öffentlichkeit.

Forderung nach mehr Transparenz

Die Rolle des Internets für einen besseren Zugang zu Informationen
und für die Teilnahme an der globalen Wissensgesellschaft ist
unbestritten. Grundsätzlich bekommen Menschen und Konsumenten mehr Wahlfreiheit. Für Hannes Ametsreiter ist das ein hoher Wert, der geschützt und gestärkt werden muss. Eli Pariser betonte, welche Verantwortung die großen Anbieter wie Facebook, Google, Amazon und Co. dabei haben. Sie müssen transparent machen, nach welchen Kriterien sie Informationen vorfiltern. Zizek stellte nicht in Abrede, dass es Gatekeeper braucht, aber es sollten „gute“ Gatekeeper sein. Mündige Konsumenten sowie gesellschaftliche und politische Institutionen müssen das immer wieder auf’s Neue einfordern und die Öffentlichkeit dafür schaffen bzw. diese dafür sensibilisieren.

Hochrangige Gäste, angeregte Diskussionen

Neben prominenten Besuchern aus den Ländern, in denen die Telekom
Austria Group aktiv ist, beteiligten sich auch zahlreiche
österreichische Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an den Diskussionen über die Bedeutung des Internets für das Individuum und für die Gesellschaft. Unter ihnen waren: Bundesminister Rudolf Hundstorfer und ÖIAG-Chef Rudolf Kemler. Österreichs Wirtschaft war unter andern vertreten durch IBM Österreich Generaldiektorin Tatjana Oppitz, Kapsch Vorstand Kari Kapsch, Hofer Generaldirektor Günther Helm, Ja!Natürlich Geschäftsführerin Martina Hörmer, A. T. Kearney Geschäftsführer Robert Kremlicka, bauMax Vorstand Werner
Neuwirth-Riedl, Fairtrade Geschäftsführer Hartwig Kirner, Porsche
Manager Hans-Peter Schützinger und Helmut Eggert sowie Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule Elisabeth Gürtler.
Auch namhafte Persönlichkeiten aus der Medienszene besuchten den future.talk 2012: Medienmanager Rudi Klausnitzer, Werber Mariusz Demner, SevenOne Media Geschäftsführer Markus Breitenecker, CEO der Mediengruppe Österreich Oliver Voigt und Der Standard Herausgeber Oscar Bronner. Weitere prominente Gesichter in der Hofreitschule waren Meinungsforscherin Sophie Karmasin und Beach-Volleyball-Spieler Nik Berger.

Bilder
future.talk 2012 in der Stallburg der Spanischen Hofreitschule
future.talk 2012 in der Stallburg der Spanischen Hofreitschule
Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Generaldirektor Telekom Austria Group und A1 Hannes Ametsreiter, Kapsch Vorstand Kari Kapsch und ÖIAG-Chef Rudolf Kemler am future.talk 2012 (v.l.)
Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Generaldirektor Telekom Austria Group und A1 Hannes Ametsreiter, Kapsch Vorstand Kari Kapsch und ÖIAG-Chef Rudolf Kemler am future.talk 2012 (v.l.)
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