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Aufruf an die Branche: Sinnlose Abschiebung verhindern!

Hintergrund | Die Redaktion | 27.02.2013 | | 2  Archiv
"Ich verstehe nicht, warum ich keine Chance bekomme." Natalia Zambrano Jaramillo hat versucht, einen Job nach den vorgegebenen Kriterien zu finden – doch die Einkommensgrenze würde sie nur auf Werkvertragsbasis erreichen.

Ein Schicksal erschüttert das Land: Sie lebt seit elf Jahren in Österreich und hat hier zwei Studien absolviert - trotzdem muss die 29-jährige Natalia Zambrano nach Kolumbien zurück. Der Grund: Der neue Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot-Karte" hat zwar das Ziel, hoch qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten. Doch man mindestens 1.998 Euro brutto im Monat und ein fixes Angestelltenverhältnis müsste sie dafür vorweisen können. Werkvertrag oder mehrere Dienstverhältnisse sind absurderweise nicht erlaubt. E&W bezieht Stellung und hat sich den Lebenlauf zukommen lassen. Vielleicht findet sie in der Elektrobranche im wahrsten Sinne eine Heimat. Die Zeit drängt: Am 5. März muss sie das Land verlassen!

Es ist einfach ein Wahnsinn: Natalia Zambrano Jaramillo kam mit 17 Jahren nach Österreich, absolvierte zwei Studien mit Auszeichnung, Jobzusagen liegen vor – doch sie soll abgeschoben werden. Der Grund, eine bürokratische Haarspalterei. Auch nach 11 Jahren gilt Natalia Zambrano Jaramillo noch immer als Migrantin. Um hier bleiben zu können, braucht sie eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Studienabsolventen. Und um diese zu erhalten, muss sie ein fixes Angestelltenverhältnis mit einem Einkommen von mindestens 1.998 Euro brutto im Monat nachweisen. Für eine Absolventin der Geistes- und Sozialwissenschaften ist dieses Einstiegsgehalt in der derzeitigen Wirtschaftslage jedoch eher  unrealistisch.

Dabei hat die junge Frau Zeit ihres Studiums gearbeitet: als Sales Assistent, als Assistentin der Leitung, als Projektmitarbeiterin und hielt auch Gastvorträge auf der verschiedenen Hochschulen. Sie spricht perfekt Spanisch, nach 11 Jahren in Österreich ausgezeichnetes Deutsch, verhandlungssicheres Englisch und hat Grundkenntnisse in Französisch und Portugiesich

Deshalb startet E&W in der Branche den Aufruf: Falls Sie eine Mitarbeiterin brauchen, die wirklich dankbar für einen Job ist, dann melden Sie sich bitte! Kostenlose Berichterstattung in der E&W natürlich inklusive!

Was Sie ansonsten tun können ist, Druck auf die Verantworlichen auszuüben. U.a. könnte man den Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz in einem Brief, über seine Facebook-Seite, etc. zur Überarbeitung der äußerst strengen und offensichtlich fehlerhaften Regelung auffordern.

„Ich will Österreich etwas zurückgeben“, so Zambrano. Schließlich hätte das Land ihr auch das Studium finanziert. In Kolumbien müsste nach 11 Jahren bei Null anfangen.

Den Lebenslauf von Mag. Natalia Zambrano Jaramillo bekommen Sie bei E&W oder bei office@sosmitmensch.at

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Kommentare (2)

  1. Respekt

    Die Überschrift „Respekt“ von Herrn Höller paßt genau!
    Schön, dass auch mal menschliche Züge in unserer hart umkämpften Branche erkennbar sind!
    Es wäre wirklich toll, diesen Wahnsinn verhindern zu können!

  2. Respekt!

    Schön dass man sich beim E&W auch für wichtige Dinge abseits unserer Branche interessiert. Ein großes Lob an die Redaktion!

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