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Montag, 27. Mai 2024
Hot!Frequenzen verteilt - hohe Belastungen für die Betreiber

Multibandauktion: 2 Mrd Euro für die Republik

Telekom | Dominik Schebach | 21.10.2013 | Downloads | |  Archiv
Die Multiband-Auktion ist zu Ende. Jetzt kann der LTE-Netzausbau in den 800 MHz-Frequenzen beginnen. Die Multiband-Auktion ist zu Ende. Jetzt kann der LTE-Netzausbau in den 800 MHz-Frequenzen beginnen.

Im Endeffekt war es ein Rennen zwischen den etablierten Platzhirschen. Bei der heute, Montag, zu Ende gegangenen Multiband-Auktion ist kein neuer Mitspieler auf den Plan getreten. Die drei heimischen Netzbetreiber A1, T-Mobile und Drei zahlen für die Lizenzen insgesamt 2,014 Mrd Euro an die Republik. Das ist nicht ganz das Vierfache der ursprünglichen Summe der Mindestgebote von 526 Mio Euro. Versteigert wurden 6 Frequenzblöcke im 800-MHz-Band, 7 Frequenzblöcke im 900-MHz-Band und 15 Frequenzblöcke im 1800-MHz-Band.

Die meisten der Frequenzblöcke a 2 x 5 MHz erwarb A1. 14 Frequenzblöcke gingen an den Marktführer, der dafür 1,03 Mrd Euro auf den Tisch legt. Für 654 Mio Euro holte sich T-Mobile neun Blöcke und Drei ersteigerte fünf Pakete für 330 Mio Euro. Die drei Mobilfunkbetreiber haben das im Versteigerungsverfahren ermittelte Frequenznutzungsentgelt innerhalb von 4 Wochen nach Rechtskraft des Frequenzzuteilungsbescheides zu entrichten. Für die Regierung ist das eine willkommene Geldspritze.

Für die Netzbetreiber eine nicht unerhebliche Belastung, schließlich müssen diese Summen auch wieder verdient werden. Dementsprechend verhalten sind auch die Statements der Netzbetreiber. „Die Gebühren liegen infolge des spekulativen Auktionsdesigns an der Spitze der in der EU eingehobenen Lizenzgebühren, während die Mobilfunk-Preise in Österreich zu den niedrigsten in der EU zählen. Diese exorbitant hohen Lizenzgebühren entziehen den Netzbetreibern die dringend benötigten Mittel für den Netzausbau“, erklärte Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria, zum Abschluss der Versteigerung. „Aufgrund des sehr hohen Ertrags für den Staat sollte darum die in Aussicht gestellte staatliche Förderung des Breitband-Ausbaus für strukturschwache Regionen sehr deutlich angehoben werden.Drei CEO Jan Trionow meinte in einem Statement zum Ende der Autkion: „Die Preise der Frequenzen sind in völlig irrationale Höhen gestiegen. Für die Branche insgesamt ist dieses Auktionsergebnis ein Desaster.“ Allerdings sei Drei noch mit einem blauen Auge davongekommen. Und bei A1 spricht man von einem Wermutstropfen und will den Spektrumserwerb durch bestehende Eigenmittel sowie zusätzliches Fremdkapital finanzieren.

Effiziente Nutzung

Wesentliches Ziel der Auktion war laut RTR die Sicherstellung einer effizienten Frequenznutzung. Dies werde durch die Neuordnung und Neuverteilung der GSM-Frequenzen erreicht sowie durch die technologieneutrale Nutzung aller drei Bänder (GSM, UMTS, LTE). Ein weiteres Ziel des Vergabeverfahrens war auch, den Ausbau der mobilen Breitbandversorgung im ländlichen Raum zu forcieren. Aufgrund der günstigen Ausbreitungseigenschaften eignen sich ja die Frequenzen im 800-MHz-Bereich („Digitale Dividende“) besonders gut zur Versorgung ländlicher Regionen. Die A1 Telekom hat das von der Regulierungsbehörde dafür gewidmete Frequenzpaket erworben.

Versorgungsverpflichtung

Jeder der Frequenzzuteilungsinhaber wird verpflichtet sein, mit dem ihm in diesem Verfahren zugeteilten Frequenzspektrum bis zu einem definierten Zeitpunkt jeweils eine bestimmte Mobilfunk-Versorgung mit Breitbandinternet sicherzustellen. Für das Frequenzband 800 MHz wurde zusätzlich bereits in den Auktionsregeln eine bestimmte Anzahl von zu versorgenden Gemeinden festgelegt, um den Breitbandausbau in unterversorgten ländlichen Gebieten zu forcieren. Im Falle der Nichterfüllung von Versorgungspflichten gelten Pönaleregelungen.

Aufgrund der bestehenden befristeten Nutzungsrechte in den Frequenzbändern 900 MHz und 1800 MHz werden die Frequenzblöcke erst zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar. Die Zuteilung von Frequenzblöcken im 800-MHz-Band endet am 31.12.2029, die Zuteilung der Frequenzblöcke im 900- und 1800-MHz-Band endet mit 31.12.2034.

Die drei Mobilfunkbetreiber haben das im Versteigerungsverfahren ermittelte Frequenznutzungsentgelt innerhalb von 4 Wochen nach Rechtskraft des Frequenzzuteilungsbescheides zu entrichten. Zahlungsempfänger ist die Republik Österreich.

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