Freitag, 24. September 2021
Gegenschlag

„Die BWB ist schuld“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 13.11.2013 | |  
Spar-Chef Gerhard Drexel beschuldigt die Bundeswettbewerbsbehörde, „den heimischen Wirtschaftsstandort und die Konsumenten zu schädigen“. (Foto: Spar) Spar-Chef Gerhard Drexel beschuldigt die Bundeswettbewerbsbehörde, „den heimischen Wirtschaftsstandort und die Konsumenten zu schädigen“. (Foto: Spar)

Spar-Chef Gerhard Drexel haut ob des Vorgehens der BWB in den letzten Monaten auf den Tisch. „Die BWB schadet mit der Gängelung der Wirtschaft den Konsumenten und den österreichischen Klein- und Mittelbetrieben." Es sei in der Branche üblich, dass Händler und Lieferanten nicht nur über Einstands-, sondern auch über Verkaufspreise sprechen, so Drexel am Dienstag gegenüber Medien.

Streitpunkt ist ja, inwieweit Handel und Industrie über Preise verhandeln dürfen und wann verbotene Absprachen beginnen. Drexel ist der Überzeugung, dass man sich neben den Einstandspreisen auch über Verkaufspreise und Aktionen austauschen müsse. Ohne die könnten Kostensenkungen nicht weitergegeben werden. Und: Vor allem für kleine Lieferanten sei dies notwendig. Aus Sicht der BWB ist das aber gesetzlich unzulässig.

Weiterer Vorwurf Drexels. Gegen die „wahren Preistreiber“ – internationale Konzerne mit enormen Gewinnspannen – würde nicht vorgegangen werden. Dabei stellten die „eine derartige Marktmacht dar, dass sie die Preise dem Handel einfach aufoktroyieren können“.

„Die Angst geht um“

Drexel meint, die Behörde stelle Lieferanten und Handelsunternehmen ja sofort unter Kartellverdacht, wenn über Verkaufspreise gesprochen wird. Die Angst, etwas falsch zu machen, gehe mittlerweile in der Branche um. So könne man, laut Drexel, nicht mehr vernünftig wirtschaften. „Natürlich spricht man nicht nur über Einstands-, sondern auch über Verkaufspreise, das ist ein unverzichtbares Instrument der Preispolitik“, so der Spar-Chef. Durch den Generalverdacht entziehe die Behörde dem Handel jedoch diese Möglichkeit. „Bei der Planung von Aktionen ist eine gemeinsame Abstimmung unverzichtbar. Das betrifft Aktionspreis und Aktionsperiode.“ Die Behörde erlaube jedoch keine derartigen Absprachen – das „führt ja ins Chaos“, so Drexel.

Forderung

Drexel appelliert nun an die Sozialpartner, gemeinsam Verhaltensregeln für Handel und Lieferanten zu erarbeiten, sodass mehr Klarheit über die Rechtslage herrscht.

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