Freitag, 7. Oktober 2022
Verschiebungen im Murdoch-Imperium

„Sky Europe” im Anflug: Sky übernimmt Sky und Sky

Multimedia | Wolfgang Schalko | 28.07.2014 | |  Archiv

Das vor einigen Wochen angekündigte europäische Pay-TV-Großprojekt im Medienkonzern von Rupert Murdoch beginnt Gestalt anzunehmen: Der (ebenfalls unter Mordoch-Kontrolle stehende) britische Pay-TV-Konzern BSkyB hat nun offiziell angekündigt, die Bezahlsender Sky Italia und Sky Deutschland zu übernehmen. Bisher waren Sky Deutschland und Sky Italia dem US-Medienkonzern 21st Century Fox (auch im Besitz von Murdoch) zugeordnet.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge (u.a. Handelsblatt, digitalfernsehen.de) ist der Deal bereits ausgemachte Sache. Insgesamt soll BSkyB für beide Sender rund 4,9 Milliarden Pfund (rund 6,2 Milliarden Euro) auf den Tisch legen, um so einen paneuropäischen Pay-TV-Konzern mit rund 20 Millionen Mitgliedern zu schmieden, der über mehrere Länder hinweg agieren kann. Die Transaktionen stehen derzeit noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die aufsichtsrechtlichen Behörden und die unabhängigen Aktionäre von BSkyB. Durch die Zukäufe werde BSkyB Pay-TV-Marktführer in drei der vier größten europäischen Märkte.

Sky Italia, zu 100% in der Hand der durch Medienmogul Rupert Murdoch geführten 21st Century Fox, wird demnach komplett an BSkyB übergehen. Insgesamt 2,45 Milliarden Pfund (rund 3,1 Milliarden Euro) werden die Briten dabei für die Anteile an der italienischen Schwester auf den Tisch legen, wobei etwa 2,07 Milliarden Pfund in bar gezahlt werden. Der Rest wird über ein Geschäft beglichen, indem BSkyB seine 21 Prozent Beteiligung an National Geographic Channel International an 21st Century Fox übergibt. Diese haben einen Wert von 382 Millionen Pfund (rund 483 Millionen Euro).

Hinsichtlich Sky Deutschland (an der auch die Österreich-Gesellschaft hängt) gestaltet sich die Lage etwas komplizierter, da Murdochs Unternehmen nur zu 57,4 Prozent an dem Pay-TV-Anbieter beteiligt ist. BSkyB wird für die Übernahme dieses Anteils 2,9 Milliarden Pfund (rund 3,66 Milliarden Euro) in bar an die US-Mutter überweisen. Den Minderheits-Aktionären von Sky Deutschland macht BSkyB zudem das Angebot, ihre Anteile für 6,75 Euro pro Papier an die Briten abzutreten. Mit diesem Angebot richten sich die Briten nach dem aktuellen Kurs der Sky-Aktien und bleiben der verkündeten Linie treu, den Aktionären keinen allzu beträchtlichen Aufschlag zu bieten.

Statement von Sky Deutschland

Seitens Sky Deutschland hieß es zu der geplanten Übernahme: Sky Deutschland nimmt zur Kenntnis, dass 21st Century Fox heute Morgen die Absicht bekundet hat, seine europäischen Satellitenfernseh-Beteiligungen zusammen zu führen. Im Rahmen dieser beabsichtigten Transaktion hat BSkyB mit 21st Century Fox vereinbart, dessen 57,4 % Beteiligung (nach Ausübung von Umtauschrechten) an Sky Deutschland zu erwerben und verkündet, ein freiwilliges Barübernahmeangebot für die ausstehenden 100% der Sky Deutschland Aktien zu einem Preis von €6,75 je Aktie abzugeben.

Der Vorstand und Aufsichtsrat von Sky Deutschland werden das Angebot von BSkyB prüfen und sich dabei von Finanz- und Rechtsberatern unterstützen lassen. Nach Veröffentlichung und Prüfung des öffentlichen Angebots werden Vorstand und Aufsichtsrat eine Stellungnahme nach Deutschem Recht abgeben.

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