Freitag, 18. Oktober 2019
Bundesweite Handelsstudie #RethinkRetail

Österreicher bei Online-Handel im Zwiespalt

Hintergrund |Dominik Schebach | 13.03.2019 | |  

Geht es nach der jüngsten bundesweiten Handelsstudie #RethinkRetail des Handelsverbandes, so sind die Österreicher online-Technisch im Zwiespalt. Zwar empfinden 9 von 10 der Befragten die geringe Besteuerung von Internet-Großkonzernen wie Amazon und Alibaba als unfair, und 85% der Konsumenten wollen regionale Produkte im Handel sowie Nahversorgung, jedoch ist fast jeder zweite Befragte Mitglied bei Amazon Prime.

Für die jüngste Studie des Handelsverbandes wurden mehr als 1.000 Konsumenten von Mindtake Research befragt. Dabei zeigte sich, dass die Österreicher sowohl on- als auch offline kaufen. Der stationäre Handel wird dabei als wichtiger Jobmotor und Nahversorger wahrgenommen. Dennoch geht eine knappe Mehrheit von 54% davon aus, dass der stationäre Handel in den nächsten 10 Jahren stagnieren oder schrumpfen wird. Immerhin 39% rechnen mit einem leichten Wachstum.

„Fast neun von zehn Österreicher sind der Ansicht, der heimische Handel sorgt für regionale Arbeitsplätze. Regionale Produkte in den Verkaufsregalen sowie eine funktionierende Nahversorgung sind für je 85% wichtig. Das Ergebnis zeigt ganz deutlich: Die Verbraucher sehen den heimischen Handel als unverzichtbaren Jobmotor und Nahversorger“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Dementsprechend bewerten rund drei Viertel der Befragten internationale E-Commerce-Unternehmen wie Amazon, die hierzulande kaum Steuern zahlen, als Gefahr für den heimischen Handel. „87 Prozent der heimischen Konsumenten empfinden die aktuelle Besteuerung digitaler Großkonzerne wie Amazon und Alibaba in Österreich als unfair. Sieben von zehn ÖsterreicherInnen befürchten überdies eine zunehmende Dominanz globaler Plattformen und langfristig die Herausbildung eines Monopols“, ergänzt Rainer Will.

Ebenso wird die Monopolstellung großer internationaler Online-Plattformen kritisiert. Positiv bewertet werden im E-Commerce dagegen die große Auswahl und Produktvielfalt (59%) sowie die günstigen Preise (58%). Und hier zeigt sich auch der Widerspruch im Verhalten der österreichischen Konsumenten, denn die Bedenken bezüglich Monopolstellung oder Steuergerechtigkeit schlagen sich nicht im Einkaufverhalten nieder: 79% der Konsumenten kaufen bei Amazon ein. Auf den Plätzen folgen ex aequo Zalando und eBay (je 11%) sowie willhaben.at (10%) und der Billa Webshop (5%). Bereits 44 Prozent der Befragten haben ein Amazon Prime-Abo, weitere 6 Prozent planen noch heuer eine solche Mitgliedschaft abzuschließen. Ebenfalls 6 Prozent haben schon über den Voice Commerce Lautsprecher Amazon Echo (Alexa) eingekauft, 3 Prozent lassen sich zumindest vor dem Kauf gerne von Alexa beraten.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.