Dienstag, 18. Juni 2019
„Studie zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit im österreichischen Einzelhandel“

Handelsverband + Otago: „Digital Visibility Report 2019“

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 22.05.2019 | |  
Heute präsentierte der Handelsverband gemeinsam mit Onlinemarketing-Spezialisten Otago den „Digital Visibility Report 2019“ – die „größte Studie zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit im österreichischen Einzelhandel“, wie die beiden Institutionen beschreiben. Dafür wurden 40.000 Keywords anhand von rund 2 Millionen Datensätzen analysiert. Die Ergebnisse sind teils überraschend und sehr aufschlussreich.

Der Handelsverband präsentierte heute in Zusammenarbeit mit Otago die „größte Studie zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit im österreichischen Einzelhandel“, in der es darum geht aufzuzeigen, wie sichtbar die österreichischen Handelsunternehmen in der Suchmaschine Google sind.

Die Situation präsentiert sich wie folgt: Die A-Lage in der digitalen Welt ist die erste Ergebnisseite bei Google. Wer es dorthin nicht schafft, wird vom Konsumenten nicht gesehen. Der „Digital Visibility Report 2019“ zeigt nun auf, wie es um die „digitale Lage“ des österreichischen Einzelhandels steht und welche Händler sich die besten Google-Positionen gesichert haben. Er zeigt, ob die größten Einzelhändler auch die sichtbarsten sind, und wer am besten in welcher Warengruppe rankt.

Rainer Will, Handelsverband GF, dazu: „Lage, Lage, Lage – das Credo bei der Immobilien-Standortwahl gilt auch in der digitalen Welt, denn 75% der Konsumenten suchen Informationen zu Einzelhandelswaren im Internet, wo das Credo allerdings lautet: Content, Content, Content. Eine gute Lage im Ranking der größten Suchmaschinen bringt Kunden-Traffic und damit Conversion, also Kaufabschlüsse. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Österreichs große Händler in der Regel gut aufgestellt sind, aber auch Spezialisten decken ihre Segmente verblüffend gut ab. Daher dient diese Studie auch als Rüstzeug für KMU, denn die umsatzstärksten sind nicht automatisch auch immer die sichtbarsten. Amazon zB. ist nicht in allen Warengruppen die Nr.1.“

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Top-Positionen bei Google zu besetzen, wie Markus Inzinger, geschäftsführender Gesellschafter von Otago Online Consulting erläutert: „Zum einen mittels Google Ads: Ganz grob kostet jeder Klick je nach Keyword und Mitbewerb zwischen 20 Cent und 2 Euro, unabhängig davon, ob der Konsument letztendlich etwas kauft oder nicht. Das kann schnell ins Geld gehen. Die andere Möglichkeit: Eine Top-Platzierung durch konsequente Optimierung des eigenen Online-Angebots im Hinblick auf die Suchmaschinen-Auffindbarkeit, die sogenannte Suchmaschinenoptimierung oder englisch Search Engine Optimization, kurz SEO. Suchmaschinen bieten für Unternehmen die Chance, genau in dem Moment sichtbar zu sein, in dem ihre Kunden einen Bedarf haben. Wer Bedarf hat, sucht auch. Heute kann das Ziel aber nicht mehr nur sein, in der Suchmaschine auf Seite eins zu erscheinen – nur wer wirklich ganz oben ist, wird geklickt. Sichert man sich diesen Klick nicht, gibt man den Kunden an die Konkurrenz ab.“

Der Report zur „digitalen Lage“ des österreichischen Einzelhandels

Aber wie steht es nun um die „digitale Lage“ des österreichischen Einzelhandels? Welche Retailer haben sich die besten Positionen auf google.at gesichert? Sind die größten Einzelhändler auch die sichtbarsten? Welche Nischen-Player haben die Nase vorn? Diese Fragen beantwortet der brandneue „Digital Visibility Report“. Dafür wurden acht branchenspezifische Keyword-Sets erstellt. Aus den Suchergebnissen jedes einzelnen dieser insgesamt über 40.000 Keywords wurde anhand rund 2 Mio. Datensätzen ein Index für die Sichtbarkeit in google.at errechnet.

Österreichs größter Elektronikhändler Media Markt hat sich auch digital die Top-Platzierung in der Branche Computer & Elektronik gesichert und erreicht den größten Sichtbarkeitsindex. Ebenso XXXLutz und Intersport als größte Möbel- bzw. Sporthändler Österreichs – sie haben bei Suchen in Google.at in ihrer jeweiligen Branche die Nase vorne.

„Aber nicht immer sind die größten auch die digital sichtbarsten“, sagen die Studienautoren. Am Händler Douglas, umsatzmäßig der Fünftplatzierte in seiner Branche, zum Beispiel kommt kein Konsument vorbei, wenn er Drogerie- und Parfümerie-Waren in Google.at sucht. Ähnlich verhält es sich im Segment „Heimwerken & Garten“: Die meisten Marktanteile in Österreich hält Obi, die meiste Visibility jedoch mit Abstand Hornbach.

Natürlich haben sich auch die bekannten Online Pureplayer ihren Platz auf dem Sichtbarkeitstreppchen gesichert: amazon.de in der Warengruppe Bücher & Papierbedarf, zalando.at im Bereich „Fashion & Accessoires“. „Aber eben auch nur in diesen“, sagen Handelsverband und Otago. „Amazon ist nicht in allen Warengruppen der sichtbarste Händler. Was jedoch auch daran liegt, dass Amazon selbst längst als Suchmaschine genutzt wird: 53% informieren sich generell zuerst bei Amazon informieren, wenn sie Produkte kaufen wollen.“

Im Bereich „Computer und Elektronik“ kommen auf den Plätzen hinter MediaMarkt übrigens cyberport.at und conrad.at.

Handelsfremder Mitbewerb

In manchen Warengruppen ringen die Einzelhändler übrigens mit eher ungewöhnlichen Mitbewerbern um die Sichtbarkeit in der Suchmaschine, so etwa im Bereich Lebensmittel. Hier haben Rezeptplattformen wie gutekueche.at oder ichkoche.at eine hohe Sichtbarkeit, sie belegen im Branchenranking die vier ersten Plätze. „Obwohl diese Plattformen keinerlei Lebensmittel verkaufen, haben sie relevanten Content aufgebaut“, sagt Inzinger. In der Warengruppe „Bücher & Papierbedarf“ gehen sogar mehr als die Hälfte der Top-20-Plätze an handelsfremde Domains. In die Top 3 schaffen es die Printanbieter flyeralarm.com, overnightprints.at und vistaprint.at. Diese ranken zwar nur in der Subkategorie „Papierwaren“ sehr hoch, werden aber auch durch keinen anderen, in mehr als einer Subkategorie gut sichtbaren Mitbewerber konkurrenziert.

Mehr Informationen und Detailergebnisse aus dem „Digital Visibility Report 2019“ (vor allem aus der Elektrobranche) erfahren Sie in einer der nächsten Ausgaben der E&W.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.