Sonntag, 17. November 2019
Editor's ChoiceFür 2,1 Milliarden US-Dollar

Google schluckt Fitbit

Multimedia |Wolfgang Schalko | 05.11.2019 | |  
Vor allem Smartwatch-Marktführer Apple könnte aus der Übernahme von Fitbit durch Google ernsthafte Konkurrenz erwachsen. Vor allem Smartwatch-Marktführer Apple könnte aus der Übernahme von Fitbit durch Google ernsthafte Konkurrenz erwachsen. (© Fitbit) Wearable-Vorreiter Fitbit hatte zuletzt mit Um- und Absatzproblemen zu kämpfen. Nun schlägt Google-Mutter Alphabet zu und übernimmt den Hersteller für rund 2,1 Mrd Dollar.

Bis dato hat sich Google bei Wearables und Smartwatches auf die Bereitstellung von Software beschränkt – das speziell für tragbare Geräte entwickelte Wear OS (früher Android Wear) kommt etwa beim Uhrenhersteller Fossil zum Einsatz, dessen Smartwatch-Sparte sich Google zuletzt für 40 Mio Dollar einverleibt hatte.

Durch den aktuellen Kauf könnte Google nun auch mit Hardware-seitig aktiv werden: Die Übernahme von Fitbit erlaube es Google, eigene Wearables zu produzieren, erklärte Rick Osterloh, Senior Vice President Devices & Services bei Alphabet, der Fitbit als „wahren Pionier“ auf dem Gebiet der Wearables bezeichnete und die Produkte, Erfahrungen und aufgebaute Nutzer-Community in höchsten Tönen lobte. „Indem wir eng mit dem Fitbit-Expertenteam kooperieren und die beste künstliche Intelligenz, Software und Hardware zusammenbringen, können wir Innovationen bei Wearables vorantreiben“, so Osterloh weiter, der auch festhielt: „Wir glauben, dass Technologie am besten ist, wenn sie in den Hintergrund tritt und im Alltag hilft, wann immer du sie brauchst.“

Etwaige Sicherheitsbedenken versuchte man seitens Google ebenfalls schon im Vorfeld auszuräumen: „Wir werden niemals persönliche Informationen an irgendwen verkaufen. Fitbit Gesundheits- und Wellnessdaten werden nicht für Google-Werbung genutzt. Und wir werden Fitbitnutzern ermöglichen, ihre Daten einzusehen, mitzunehmen oder zu löschen“, betonte Osterloh.

Ins Straucheln geraten

Hatte sich Fitbit am Markt für Fitness-Tracker noch als Branchenprimus behaupten können, wurde die Lage mit dem Aufkommen der Smartwatches – und der damit verbundenen Konkurrenz von Apple in oberen Segment sowie der chinesischen Hersteller im Einstiegsbereich – zusehends schwieriger. Im zweiten Quartal verbuchte Fitbit bei Umsätzen von rund 314 Mio US-Dollar einen Verlust von knapp 36 Mio Dollar. Die Umsatzerwartung für 2019 musste Fitbit nach unten korrigieren.

Die Übernahme von Fitbit soll – vorbehaltlich der Zustimmung der Fitbit-Aktionäre sowie der Marktwächter – im Jahr 2020 vollzogen werden.

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