Samstag, 7. Dezember 2019
Symposium von ORS, RTR und Austrian Road Map 2050

Welche Rolle spielt der Rundfunk im 5G-Zeitalter?

Telekom Multimedia | Wolfgang Schalko | 28.11.2019 | Bilder | |  
Bundesminister Alexander Schallenberg unterstrich, dass es bei 5G nicht zuletzt „um die technologische Souveränität unseres Kontinents” gehe. Bundesminister Alexander Schallenberg unterstrich, dass es bei 5G nicht zuletzt „um die technologische Souveränität unseres Kontinents” gehe. Diese Frage stand im Mittelpunkt beim Symposium „5G Broadcast – Die Zukunft des Rundfunks im 5G Zeitalter”, zu dem ORS und RTR kürzlich in die WKÖ geladen hatten. Vor mehr als hundert Besuchern aus Politik und Wirtschaft rollten prominente Vertreter der Rundfunk- und Mobilfunkbranche das breite Feld dieser Technologie aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Auch wenn man sichtlich um einen gemeinschaftlichen und kooperativen Zugang zum Thema bemüht war, so wurde doch deutlich, wie weit die Positionen zum Teil noch auseinanderliegen. 

Alexander Schallenberg, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien, ging in seiner Eröffnungsrede auf die gesamtgesellschaftliche Tragweite des Themas ein: „5G ist einerseits ein ziemlich technisches Thema, zugleich ist es eines von eminenter politischer Bedeutung. 5G schürt enorme Erwartungen – mit Visionen von Smart Cities, selbstfahrenden Autos, M2M-Kommunikation, Tele-Chirurgie uvm – und wird zweifellos unser aller Leben verändern. 5G birgt aber auch entsprechende Potenziale und es ist daher wesentlich, dass wir in Europa in diesem Know-how-Bereich nicht den Anschluss an die Weltspitze verlieren, die bekanntlich vornehmlich in den USA und China sitzt. Im digitalen Bereich braucht es eine Trendwende in Europa und auch ein bisschen mehr Selbstvertrauen – die digitale Transformation steht auch auf der Agenda der neuen EU-Kommission ganz oben. Es geht hier letztlich um die technologische Souveränität unseres Kontinents und da müssen alle an einem Strang ziehen. Mit 5G wird ein weltweit einheitlicher Standard eingeführt, ohne nationale Eigenheiten o.Ä. Die Geräteindustrie könnte daher Mobiltelefone kostengünstig mit entsprechenden Empfangseinheiten ausstatten und daher ist es mehr als sinnvoll, dass sich Mobilfunk- und Medienvertreter über 5G und 5G Broadcast austauschen.”

In eine ähnliche Kerbe schlug Gernot Grimm, Sektionschef im BMVIT: „Bei 5G reden wir von einem hochpolitischen Thema, das nicht nur zu Angstgefühlen führen, sondern ganz im Gegenteil zunächst als eine Chance und Herausforderung betrachtet werden sollte. Digitalisierung hat die Medienbranche erreicht und dazu geführt, dass sich nun auch dieser Bereich in einer großen Umbruchphase befindet: Derzeit streamen schon über 700 Mio Abonennten weltweit Filme und Serien, jährlich werden über 100 Mrd Dollar in neue Inhalte investiert. Mobile Endgeräte werden neben der persönlichen Kommunikation auch immer mehr für Medienkonsum genutzt, die Durchdringung mit Tablets und Smartphones ist schon universell – daher ist es nur natürlich, dass der Medienbereich hier eine weitere Verteilungsplattform sieht und auch anbieten muss. Noch sind unsere Smartphones nicht in der Lage, lineares Fernsehen und Rundfunk zu empfangen, doch 5G wird hier neue Möglichkeiten eröffnen, denen wir uns zu stellen haben. Mit 5G Broadcast wird für den Rundfunk erstmals weltweit ein allgemeiner Standard vorhanden sein, der auch großes Potenzial für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten bietet – auch als designierter Nachfolger heutiger Rundfunktechniken wie DVB-T2, Daher ein klares Ja: 5G wird den neuen Rundfunk tragen.
Neben der Technik gilt es aber auch sozioökonomische Faktoren sowie natürlich reglulatorische Rahmenbedingungen zu klären. Beim Mobilfunk ist jeder Kunde über die SIM-Karte identifizierbar, während der Rundfunk, speziell der öffentlich-rechtliche, auf einem vollkommen anonymen Empfang basiert. Für den Rundfunk werden die Frequenzen in einem sog. Beauty Contest unentgeltlich zugeteilt, aber sie sind verknüpft mit der Erfüllung gesetzlich geregelter Voraussetzungen wie Programmvielfalt, Bildungsauftrag, Reichweite,etc. Für den Mobilfunk hingegen werden die Frequenzen versteigert und der beste Bieter erhält den Zuschlag. 5G führt diese beiden Welten zusammen – das ist vielleicht der strategisch interessanteste Aspekt, worauf die regulatorischen Rahmenbedingungen aber noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Um das volle Potenzial von 5G auszuschöpfen, sind massive Investitionen in die Netze notwendig – laut Berechnungen des Breitbandbüros allein in Österreich 10-12 Mrd Euro, wobei sich die Höhe der Investitionen für 5G für die Rundfunkverbreitung derzeit noch nicht eindeutig beziffern lassen. Daher mein Fazit: Das Potenzial ist da, die Technologie ist da – und will man diesen Weg in Österreich gehen, so sollten frühestmöglich die gesetzlichen, regulatorischen, technischen und szioökonomischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Diskussion muss sich darauf konzentrieren, ob und wie viel an technischen Plattformen der Staat für die Übertragung öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie lange halten will und soll, oder ob er es dem freien Spiel der Kräfte überlassen möchte, wer den medialen Content in Zukunft überträgt.”

Eine nicht unwesentliche Rolle bei der Einführung und Etablierung des neuen technologischen Standards kommt auch der RTR zu, wie deren Geschäftsführer skizzierten. Oliver Stribl, RTR-GF Medien, erklärte: „Das Thema 5G füllt derzeit problemlos große Säle – zurecht, denn mit der Einführung von 5G auf mobilen Endgeräten bietet sich erstmals für sehr viele Sektoren die Möglichkeit, neue Produkte und Services anzubieten, Das ist auch für den Rundfunk eine außergewöhnliche Chance, denn ein weltweit einheitlicher Standard ist möglich und damit können Mobilfunkgeräte auch Rundfunkempfänger werden. Dh 5G Broadcast kann DVB-T2 als digitale Rundfunktechnik ablösen und könnte dafür sogar neue Mobilfunkfrequenzen schaffen. Ob ein Rundfunksignal für alle – mobil oder stationär – ohne 5G Mobilfunkzellen zu belasten, aber auf Basis der selben Technologie, Sinn ergeben könnte, darüber sollte man reden. So war und ist auch unser Selbstverständnis als RTR: Um den Nutzen von 5G Rundfunk für alle beurteilen zu können, braucht es Fakten und Diskussion.” Dem fügte Klaus Steinmaurer, RTR-GF Post & Telekom, hinzu: „5G und Broadcasting birgt das Thema Konvergenz ja schon in sich – daher geht die RTR das Thema 5G auch von beiden Seiten an. Konvergenz ist aus Regulierungssicht aber kein einfaches Thema, denn die Regulierung, so wie wir sie kennen, ist eine sektorspezifische. Das hat auch lange gut funktioniert, aber aufgrund der jetzigen technologischen Entwicklungen wird die Schnittmenge an gemeinsamen Kompetenzen – und Konvergenz ist eben eine Schnittmenge von Kompetenzen – um die wir uns zu kümmern haben, immer größer. Darum muss das koordiniert und abgestimmt werden. Die RTR will hier auch eine Dialogplattform für alle betroffenen Stakeholder beider Seiten sein. Der 5G Broadcast Markt ist einer, der entsteht – die konkreten, für 5G relevanten Spezifikationen kommen im Mai/Juni 2020. Man kann also schauen, wie sich der Markt dafür entwickelt, und auch wie die Geschäftsmodelle der Infrastrukturbetreiber aussehen, die ab nächstem Jahr mit 5G starten.”

Eine paneuropäische Perspektive eröffnete Antonio Arcidiacono, Director of Technology & Innovation der European Broadcasting Union (EBU), in seiner Keynote: „Die Herausforderungen bei 5G liegen darin, dass man nicht nur 100% der Bevölkerungen erreichen, sondern auch 100% der Fläche abdecken muss – ein wesentlicher Aspekt bei Anwendungen wie zB autonomes Fahren. Ein anderer Faktor sind die Kosten, denn es ist problematisch, alle Herausforderungen mit einer einzigen Technologie meistern zu wollen. Hier bietet 5G viele Möglichkeiten, verschiedene Technologien zu kombinieren, wie zB UniCast und Multicast. Wir müssen den Content kostenlos an die Bevölkerung liefern, und es geht dabei auch um Quality of Service: Wir müssen etwas liefern, das funktioniert, zB bei einem Live-Event. Broadcast ist deshalb so erfolgreich und wird es auch weiterhin sein, weil jeder zusätzliche User null Kosten verursacht. Bei Unicast steigen die Kosten linear pro User. Es geht also darum, die Technologien zu kombinieren – und on top gibt es bei 5G Broadcast die Möglichkeit, das zu orchestrieren. 5G Broadcast ist eine Multi-Layer Technologie: Man kann den High Tower High Power-Ansatz – im Bedarfsfall sogar unterstützt von SAT – zB für große Live-Events einsetzen, aber auch für Push-Services. Diese können beispielsweise für Live-Verkehrsinfos und deren Koordination verwendet werden, um Staus gezielt aufzulösen. Solche Services sind aber auch zeitversetzt möglich, zB um Messages gleichzeitig an große Menschenmengen zu übermitteln, wie am Ende eines Fußballspiels.
Entsprechende Endgeräte für den kombinierten Empfang von Uni- und Multicast fehlen noch und die aktuelle Herausforderung besteht darin, von den technischen Standards zu Endgeräten und deren Markteinführung zu kommen. Dafür wurde die 5G Media Action Group (5G-MAG) gegründet, die am 16. Oktober offiziell an den Start ging und bereits über 40 Mitglieder – darunter die Mediengruppe RTL, SWR, Swisscom, ORS, VÖP, Huawei, LG, Sennheiser und Eutelsat – zählt.”

Paneldiskussion: Zwei Welten prallen aufeinander

Auf der einen Seite „Medienmann” Gerhard Zeiler, der in seiner Karriere u.a. als Generalintendant des ORF sowie als CEO der RTL Group tätig war heute als Chief Revenue Officer von Warner Media die internationale Entwicklung von Sendern wie CNN International verantwortet. Auf der anderen Seite Marcus Grausam als Vertreter der Telekom-Branche, der seine Karriere bei A1 (damals noch mobilkom austria) im Jahr 1998 startete, mit 1. Oktober 2012 zum Technikvorstand des Netzbetreibers avancierte und mit September 2017 zunächst interimistisch, im Jahr darauf dauerhaft  die Position des CEO von A1 Österreich übernahm. Moderator Johann Puntigam stellte die Fragen, um die Standpunkte der Medien- und Mobilfunkindustrie auszuloten.

Welche Bedeutung hat 5G Broadcast für die Broadcaster?

Zeiler: „Ich glaube, der neue Rundfunkstandard ist sehr wichtig für jeden Broadcaster, egal ob er lokal oder international agiert, weil sich das Consumerverhalten in den letzten Jahren maßgeblich verändert hat und sich noch stärker verändern wird. Es gibt einen Teil, der gestreamtes Fernsehen will, v.a. bei Serien und Scripted Content, und dann gibt’s live-Content, der in erster Linie linear gesehen werden will – und wenn man diesen in Zukunft auch auf den kleinen Schirmen mobil konsumieren kann, dann ist das ein Vorteil für den Kosumenten.”

Grausam: „Wir haben in der Vergangenheit oft Dinge versucht, nur weil wir sie technisch konnten, dabei aber mitunter den Kunden aus den Augen verloren. Wenn der Demand da ist, der Kunde bereit ist, dafür etwas zu bezahlen und man ein Geschäftsmodell hat, dann kan sich diese Technologie durchsetzen. Die Frage ist, ob man einen Cost Case oder einen Revenue Case draus macht. Man sagt zB, es entlastet die Netze bei großen Live-Events – aber was ist zwischen diesen Events? Daher glaube ich, dass weniger die Kostenreduktion, sondern der Revenue-Case dahinter entscheidend ist.”

Welche Veränderungen erwarten Sie durch 5G Broadcast?

Zeiler: „Bis vor kurzem haben Medien und Telkos das alles nicht als 100-prozentig aus Sicht des Konsumenten gesehen. Aber jetzt sind die Technlogien soweit fortgeschritten, dass der Konsumenten wirklich entscheidet. Und der will sein Wunschprogramm egal um welche Zeit egal auf welchem Device ansehen. Wir erleben den Übergang von einem Broadcast- zu einem Unicast-Modell. Keines wird jedoch das andere ablösen, sondern sie werden nebeneinander bestehen – nicht nur bei Content, sondern zB auch im Bereich Werbung, etwa mit Adressable Advertising. Ressourcen zu verschwenden ist ja eines größten Probleme der Werbetreibenden – Unicast kann Daten erfassen und Angebote entsprechend abstimmen, wodurch zB das x-malige Wiederholen des gleichen Werbespots wegfallen wird. Die neue Technologie erlaubt den Werbern eine reduzierte Streuung und gibt uns Medienunternehmern die Chance, dass die Werbeindustrie in Hinkunft bereit ist auch für demografische Gruppen etwas zu bezahlen, für die sie es heute nicht ist. Dh für beide Seiten gibt es einen Fortschritt.”

Grausam: „Das sehe ich auch so. Der Trend, dass jeder schaut was, wann, wo und wie er will, ist beim Medienkonsum da und wird sich über 5G Streaming oder 5G Broadcast sicher noch verstärken. Dazu wird ein starker Personalisierungsaspekt kommen und der Medienkonsum wird deutlich interaktiver werden, zB mit VR oder AR – da stehen uns sehr spannende Zeiten bevor. Und gerade personalisierte Werbung kann durchaus ein Revenue Case sein, der auch einen gewissen Charme besitzt: Wenn ich weiß, wer hinter dem Gerät sitzt – und vielleicht noch viel mehr über die Person – kann man zielgerichtet Werbung schalten und über Werbung auch Geschichten erzählen, weil man ja weiß, ob der Zuseher gewisse Spots schon gesehen hat. Das ist zugleich eine Chance für uns in Österreich bzw in Europa, den Werbemarkt, der zunehmend zu den OTTs abwandert, wieder zurück ins Fernsehen zu holen.”

Welche technische Voraussetzungen sind notwendig, um 5G Broadcast auf Schiene zu bringen?

Grausam: „Es braucht vor allem ein flächendeckendes und hochwertig ausgebautes Netz und natürlich Endgeräte, die den Standard unterstützen. Es ist aber sehr schwierig zu sagen, wie schnell das gehen kann – wir als A1 haben jedenfalls die ersten Frequenzen ersteigert, mit dem Netzausbau in Österreich begonnen und uns zu dem Ziel im Regierungsprogramm committet, 2025 ein relativ flächendeckendes 5G Netz bereitstellen zu können. Die Durchdringung mit Endgeräten hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa deren Verfügbarkeit, von der Bereitschaft der Betreiber, sie zu stützen, und von der Bereitschaft der Kunden zu investieren.”

Als Sie zum ersten Mal von der Technologie gehört haben: Haben Sie die Einsparungspotenziale bei 5G Broadcast sofort gesehen?

Grausam: „Jeder redet da immer vom Sparen – dem möchte ich widersprechen. Mein erster Gedanke war, dass es so etwas schon gab, weil auch bei 4G war so ein Standard spezifiziert. Und es gab ja in der Vergangenheit gemeinsame Versuche der beiden Branchen –
allerdings hat DVB-H gefloppt, wobei man fairerweise dazusagen muss, dass die Endgeräte völlig ungeeignet waren. Es geht bei solchen Technologien einfach darum, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Nur weil etwas technisch möglich ist und es dafür ein Regulativ gibt, heißt das noch nicht, dass es am Ende des Tages erfolgreich ist – wenn der Kunde es nicht akzeptiert und wenn er andere Wege hat, die für ihn einfacher sind, um an die Inhalte zu kommen. Ich glaube, man wird viel ausprobieren müssen und bei 5G Broadcast wird ein Schulterschluss der Branchen notwendig sein. Ein vielleicht etwas extremes Beispiel, wie es nicht funktionieren wird: Man zwingt die Telekomanbieter, den Broadcastern einen Teil des Spektrums for free zur Verfügung zu stellen, auf dem die Fernsehsender dann die gesamte Marge mit Werbung machen – dagegen werden wir vehement vorgehen. Es braucht eine Win-Win-Situation, die man sicher finden kann, wenn man auf Augenhöhe diskutiert, und man muss eine Anwendung finden, die dem Kunden so viele Vorteile bringt, dass er sie auch nutzt.”

Zeiler: „Ich glaube an das Prinzip, dass der Kunde wirklich die freie Auswahl haben will – wo er was auf welchem Gerät sehen kann. Insofern kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich 5G Broadcast durchsetzt. Und es steht für mich außer Frage, dass die Telekom-Industrie daran partizipieren und letztlich auch einer der Gewinner sein wird.”

Gibt es für die Content-Produzenten einen bevorzugten Verbreitungsweg, wie die Kunden zu den Inhalten kommen?

Zeiler: „Es muss funktionieren. Wir investieren ja selbst auch immer weiter in unsere technischen Applikationen und natürlich müssen wir auch in jeden neuen Standard wie 5G und 5G Broadcast investieren. Wir versuchen, dass was immer wir auch ausstrahlen, auf allen technischen Standards, die angeboten werden, verfügbar ist.”

Auch aus dem Publikum tauchten einige Fragen auf, darunter die folgenden beiden:

Wie beurteilen Sie den – gerade in den Social Media gerne verkündeten – Abgesang auf das lineare Fernsehen?

Zeiler: „Ich kenne nur Zahlen aus den USA: dort läuft im Schnitt 5,5 Stunden pro Tag der Fernseher – 3-3,5 Stunden davon ist lineares TV, der Rest entfällt auf VoD und OTT. Dieses Verhältnis lineares TV – OTT wird in den nächsten fünf Jahren in Richtung 50/50 gehen. Genres wie Serien, wo man nicht alles auf einmal sehen kann und will, werden sich in Richtung OTT verlagern, alles was live ist, Nachrichten, Sport, Events, etc wird das lineare TV dominieren – zumindest in den nächsten fünf bis zehn Jahren.”

Gibt es schon Ideen der Netzbetreiber, wie sie 5G Broadcast monetarisieren wollen – gerade am Vorreitermarkt USA?

Zeiler: „Gibt es nicht. Das ist auch schlecht vergleichbar, weil in den USA die Distribution völlig anders ausgerichtet ist als hier. Aber klar ist: Die Telekom- und Medien-Industrie wächst global zusammen. Dafür gibt es zwei Modelle: Erstens den Content zu besitzen, wie etwa AT&T, das Time Warner komplett gekauft hat. Zweitens den Content über Kooperationen zu bekommen, wie zB Verizon mit Disney+. Man muss das von beiden Seiten sehen und es geht um die Kooperationen, die zwischen Telekom- und Medienindustrie im Bereich 5G überhaupt möglich sind.”

Grausam: „Dieses Zusammenwachsen kann ich nur bestätigen: Wir bieten ja seit langer Zeit eine TV-Plattform und haben einen eigenen Fernsehsender, für den wir selbst Content produzieren. Der Kunde kauft heute die Inhalte, Services oder den Content mit – Connectivity wird Commodity.”

Mehr von diesem Symposium lesen Sie in Kürze auf elektro.at sowie in der E&W-Dezemberausgabe.

Bilder
Sektionschef Gernot Grimm ortete in 5G eine Technologie, die „den neuen Rundfunk tragen wird.”
Sektionschef Gernot Grimm ortete in 5G eine Technologie, die „den neuen Rundfunk tragen wird.”
RTR-GF Oliver Stribl attestierte dem „Rundfunk eine außergewöhnliche Chance”, da mit 5G Broadcast Mobilfunkgeräte auch Rundfunkempfänger werden können – und das erstmals in einem weltweit einheitlichen Standard.
RTR-GF Oliver Stribl attestierte dem „Rundfunk eine außergewöhnliche Chance”, da mit 5G Broadcast Mobilfunkgeräte auch Rundfunkempfänger werden können – und das erstmals in einem weltweit einheitlichen Standard.
RTR-GF Klaus Steinmaurer wies darauf hin, dass „5G und Broadcasting das Thema Konvergenz schon in sich” bergen würde – genau das die bisher sektorspezifische Regulierung aber vor enorme Herausforderungen stelle.
RTR-GF Klaus Steinmaurer wies darauf hin, dass „5G und Broadcasting das Thema Konvergenz schon in sich” bergen würde – genau das die bisher sektorspezifische Regulierung aber vor enorme Herausforderungen stelle.
Antonio Arcidiacono, Director of Technology & Innovation der EBU, ging näher auf die Vorteile von 5G als Multilayer-Technologie ein.
Antonio Arcidiacono, Director of Technology & Innovation der EBU, ging näher auf die Vorteile von 5G als Multilayer-Technologie ein.
Gerhard Zeiler (li.) und Marcus Grausam (Mi.) diskutierten – moderiert von Johann Puntigam – die Auswirkungen, Chancen und Risiken der mit 5G einhergehenden Veränderungen für die Rundfunk- und Telekombranche.
Gerhard Zeiler (li.) und Marcus Grausam (Mi.) diskutierten – moderiert von Johann Puntigam – die Auswirkungen, Chancen und Risiken der mit 5G einhergehenden Veränderungen für die Rundfunk- und Telekombranche.

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