Sonntag, 19. Januar 2020
Nur effizienteres Protokoll

FMK will 5G-Sorgen zerstreuen

Telekom | Dominik Schebach | 14.01.2020 | Bilder | | 1  
Prof. Dr. Alexander Lerchl, Biologe an der Jacobs Universität Bremen, und FMK-GF Margit Kropik bei der 5G-Pressekonferenz. Prof. Dr. Alexander Lerchl, Biologe an der Jacobs Universität Bremen, und FMK-GF Margit Kropik bei der 5G-Pressekonferenz. (© Schebach) 5G weckt bei vielen Menschen Ängste. Diese Ängste mit umfassenden Hintergrundinformationen zum neuen Übertragungsprotokoll zu zerstreuen, dazu hat heute das FMK eigens eine Pressekonferenz gegeben. Anlass dazu waren die teilweise falschen Berichte zu „5G-Technik“ sowie „5G und Gesundheit“. Bei ebenfalls anwesenden Vertretern diverser Anti-5G-Initiativen stießen diese Ausführungen allerdings auf taube Ohren.

5G ist – im eigentlichen Sinn – keine neue Technologie, sondern nur ein neues Übertragungsprotokoll, das höhere Kapazitäten und geringere Latenzzeiten erlaubt“, erklärte dazu FMK-GF Margit Kropik und versuchte gleich die Angst vor einem neuen Mastenwald zu zerstreuen. „Dass wegen 5G tausende neue Standorte notwendig werden, ist ein Unsinn. Der derzeitige Bestand an Sendestandorten reicht für 5G bei den derzeitigen Frequenzen weitgehend aus und muss nur punktuell ergänzt werden.“

Ergänzungsstandorte an Hotspots gebe es bereits heute in Form von Small Cells für UMTS oder LTE. Diese verfügen über eine Sendeleistung vergleichbar einem WLAN und dienen zur Versorgung von einzelner Straßen oder Einkaufszentren. Der in diesem Zusammenhang von Anti 5G-Aktivisten genannten Frequenzbereich von 26GHz werde derzeit für Richtfunkverbindungen genutzt und steht für Mobilfunk noch gar nicht zur Verfügung.

Im Zusammenhang mit dem derzeitigen Ausbau der 5G-Netze verwies Kropik zudem auf die umfassenden Informationen der Gemeinden im Rahmen der Gemeindebundvereinbarung über das FMK. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden zeitnah und umfassend über die Bauvorhaben der Netzbetreiber informiert werden. Auch werden hier – über das Baurecht hinaus – den Gemeinden alle technischen Daten, individuelle Datenblätter und Immissionsberechnungen zur Verfügung gestellt.

Das von besorgten Bürgern immer wieder gebrachte Argument, dass mit 5G die Strahlenbelastung steige, weist Kropik zurück: „Natürlich gibt es mit 5G eine Steigerung der Immissionen. Aber das betrifft die dritte Kommastelle hinter der Null, wenn es um die österreichischen Grenzwerte geht.“ Konkret wird der derzeit zulässige Grenzwert in Österreich zu 0,9% ausgenutzt. Mit 5G steige dieser Wert auf 1,3%.

„Panikmache“

Als Panikmache bezeichnet deswegen auch Prof. Dr. Alexander Lerchl, Biologe an der Jacobs Universität Bremen, die Diskussion um mögliche Gesundheitsfolgen durch 5G: „Ich forsche seit 30 Jahren zu einer möglichen Gesundheitsbelastung durch Mobilfunk. Die derzeitigen Mobilfunk-Grenzwerten liegen bei einem Fünfzigstel der biologischen Wirkschwelle von Elektromagnetischen Feldern durch thermische Belastung, und darum geht es bei Mobilfunk. In dem Zusammenhang ist es interessant, dass die schwachen Sender des Mobilfunks so eine große Besorgnis verursachen, die viel stärker strahlenden Rundfunksender für TV und Radio aber keine Bedenken hervorrufen.“

Bei der Pressekonferenz anwesende Mobilfunk-Kritiker warfen dagegen eine mögliche krebserzeugende Wirkung von 5G auf, indem – nach deren Darstellung – die betreffenden elektromagnetischen Felder direkt die DNA verändern. Dagegen führte Lerchl den sogenannten „Photoelektrischen Effekt“ an, warum Funkfelder nicht krebserregend sein können. Denn diese seien um den Faktor 500.000 zu schwach, um Moleküle zu ionisieren. Das wäre allerdings notwendig, um die DNA direkt zu schädigen.

„Allein aus physikalischen Gründen“, so Lerchl,  „ist es völlig unmöglich, dass elektromagnetische Felder des Mobilfunks ionisierende Wirkungen haben können. Die Auslösung von Krankheiten durch solche Felder und durch ionisierende Effekte, z.B. durch Beschädigungen der Erbsubstanz DNA, ist biophysikalisch ausgeschlossen. Weder aus tierexperimentellen Studien noch aus klinischen Studien ergeben sich Hinweise für erhöhte Krankheitsraten, erhöhte Tumorraten oder höhere Sterblichkeit durch die Exposition zu elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks. Es besteht also aus wissenschaftlicher Sicht derzeit kein Grund zur Besorgnis!“

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Trotz intensiverer Mobilfunknutzung (grüne Kurve) ist die Anzahl der Gehirntumor-Neuerkrankungen (blau) in Österrreich nicht gestiegen. (Quelle: Statistik Austria).
Trotz intensiverer Mobilfunknutzung (grüne Kurve) ist die Anzahl der Gehirntumor-Neuerkrankungen (blau) in Österrreich nicht gestiegen. (Quelle: Statistik Austria). (© FMK)

Kommentare (1)

  1. Bei den Argumenten der Mobilfunkbetreiber fehlt noch der Schlußsatz: Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute. So enden doch fast alle Märchen. Oder?

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