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Samstag, 15. Juni 2024
Coronavirus leistet Vorschub

Preissprung in der Unterhaltungselektronik?

Multimedia | Wolfgang Schalko | 12.03.2020 | |  Wissen
(© gfu) Mit weitreichenden Folgen rechnen Experten für die globale Displayproduktion, mit Einbrüchen von bis zu 20% allein im Februar. Denn Wuhan ist nicht nur das Zentrum der Corona-Epedemie, sondern auch der chinesischen Panelfertigung. Andere Regionen sind aber ebenfalls massiv betroffen.

So musste Auftragsfertiger Foxconn seine Werke in Shenzhen und Zhengzhou auf Anordnung der Behörden vorübergehend schließen, weiters wurden eine Fabrik von Samsung für Mobildisplays im südkoreanischen Gumi sowie eine ebenso dort ansässige Produktionsstätte von LG für Smartphone-Displays vorübergehend lahm gelegt.

Beim deutschen Branchenverband und IFA-Veranstalter gfu rechnet man damit, dass es in der Unterhaltungselektronik zu Engpässen und Preissteigerungen kommen könnte. Die verlängerten Werksferien und Produktionsausfälle in China aufgrund des Coronavirus würden sich natürlich entsprechend auf die Lieferketten auswirken, erklärte gfu-Aufsichtsrats-Chef Hans-Joachim Kamp, weshalb einzelne Bauteile schon jetzt nur noch eingeschränkt verfügbar seien. Dass die Auswirkungen in unseren Breiten noch nicht spürbar seien, hänge mit dem etwa fünf Wochen dauernden Schiffstransport von Produkten wie TV-Geräten zusammen. Deshalb seien momentan noch Geräte unterwegs, die bereits vor Beginn der Epidemie versendet worden seien. Je nach Produktkategorie würden sich die Auswirkungen aber früher oder später bei den Konsumenten bemerkbar machen. Positiver Aspekt dabei: Händler könnten in Zukunft mögliche Engpässe für Preiserhöhungen nutzen und Unterhaltungselektronik teurer verkaufen. Eine seriöse Umsatzprognose für das heurige UE-Geschäft bezeichnete Kamp als „schwierig, denn die vom Coronavirus verursachten Effekte sind nicht genau vorhersehbar.” Man könne jedoch von einer aufgestauten Nachfrage ausgehen, die sich später entladen werde: „Wir haben einen Markt, der von hohen Ersatzkäufen geprägt ist. Das heißt, wenn das Coronavirus irgendwann überstanden ist, dann werden diese Ersatzkäufe getätigt.“

Bei Samsung hält man jedenfalls fest, dass es derzeit „keine Engpässe” gebe. Allerdings könnte der Ausfall einer Sparte wie Samsung Semiconductor, wo die Koreaner globaler Key-Player sind, sehr schnell zu gravierenden Auswirkungen auf dem Weltmarkt führen.

Auch bei LG erwartet CE-Director Andreas Kuzmits in den nächsten Monaten keine Engpässe, da sich die Hauptproduktionsstätten für TV in Südkorea befinden und die Weißware für den hiesigen Markt in Polen assembliert wird. „Man darf die Situation nicht unterschätzen, aber auch nicht überbewerten. Wir hoffen, dass bald alles wieder zur Normalität zurückkehrt”, so Kuzmits.

Für Georg Kink, Vertriebsleiter CE Österreich bei Panasonic, ist die Situation aufgrund des vagen Informationsstandes nur sehr schwer einzuschätzen: „Derzeit gibt es noch keine Einschränkungen oder Ausfälle, aber unsere Fabriken befürchten Engpässe, die sie jedoch selbst noch nicht konkretisieren können. Meine Sorge ist, dass da noch etwas auf uns zukommt, daher kann ich dem Handel nur empfehlen, etwas großzügiger bei der Planung vorzugehen und etwas mehr zu bestellen.”

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