Freitag, 5. Juni 2020
Corona-Krise als Kickstarter für die Digitalisierung

Blick in die Zukunft

Dominik Schebach | 05.04.2020 | Bilder | |  

Dominik Schebach
Auf Facebook macht derzeit ein Meme mit bitterem Beigeschmack die Runde: Wer hat am meisten zur Digitalisierung des Unternehmens beigetragen, der CEO, der CIO oder COVID-19? Bei vielen Unternehmen ist es leider Antwort 3. Offensichtlich hat es eine Ausnahmesituation gebraucht, welche halb Österreich ins Home Office geschickt hat, um die konsequente Digitalisierung von Österreichs Wirtschaft bis hinunter in die kleinsten KMUs auf die Agenda zu setzen. Zum Erstaunen vieler funktioniert es.

Ich will hier allerdings keine Lobeshymne auf das Home Office singen, sondern unseren Blick in die Zukunft richten. Denn in gewisser Weise hat uns das Virus die Augen geöffnet. Gewohnheiten wie zB das Ideal der physischen Präsenz vor Ort werden hinterfragt. Wie oft in der Woche muss der österreichsiche Durchschnittspendler mit Bürojob wirklich 30 Minuten in die nächste größere Stadt fahren, sich vielleicht noch 30 Minuten durch den Frühverkehr stauen, um dann einen 8-Stunden-Job zu absolvieren? Wie oft im Monat muss eine Managerin wirklich für einen Tag nach Frankfurt, Paris, London fliegen, um an einem mäßig wichtigen Meeting teilzunehmen? Oder anders gefragt: Wie oft im Jahr kommt es vor, dass man schon allein wegen der Witterung gleich einmal eine Stunde auf die Fahrzeit draufschlägt? Dass sich viele dieser Jobs, Routine-Meetings oder Schulungen aus der Ferne erledigen lassen – billiger, effizienter und schneller als mit physischer Anwesenheit vor Ort –hat man schon gewusst. Das Experiment scheiterte bisher am Beharrungsvermögen einiger, die sich nicht auf die neue Technologie einlassen wollten. Deren Argumente werden gerade atomisiert.

Ich hoffe sehr, dass man nach dem Ende der Krise nicht einfach in den alten Trott zurückfällt, sondern die Erfahrungen analysiert und dann die Lehren daraus zieht. Meine Vision ist, dass unter dem Eindruck der Krise Österreich in Zukunft weniger in Autobahnen, dafür aber mehr in resiliente Dateninfrastruktur investieren wird. Es stimmt schon, eine Autobahn lässt sich fotogener eröffnen. Es schaut halt gut aus, wenn man vor einer mächtigen Brücke ein rotes Band durchschneidet. Aber wie mir ein guter Freund erklärte, die perfekt ins Bild gesetzte Eröffnungszeremonie einer Glasfaserstrecke bringen wir auch noch hin. Nur das mit den Scheren in der Nähe der Glasfaserleitungen sollten wir nochmals besprechen. Ist aber einmal die leistungsfähige Mobilfunk- oder Glasfaserinfrastruktur errichtet, dann kann der Paradigmenwechsel gelingen.

Und genau das ist der Punkt, an dem der Telekom-FH ins Spiel kommt. Denn jetzt lernen unzählige Österreicher die Stärken und Schwächen ihrer Home Office-Lösungen kennen – und ich hoffe, dass sie dies zum Anstoß nehmen, um zu investieren: in leistungsfähigere Datenverbindungen, Sicherheitslösungen, bis hin zu Cloudanwendungen. Für diese Produkte brauchen die Endkunden einen verlässlichen Partner, und die Telekom-Branche beweist sich gerade in dieser Rolle. Zum Schluss noch eine Erkenntnis, die ich aus den Gesprächen mit vielen Händlern mitgenommen habe. Mag sein, dass einige Menschen den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben, aber der Großteil der Händler berichtet mir vom positiven Feedback seitens der Endkunden. Dem möchte ich mich anschließen: Danke, Sie machen dort draußen einen sehr guten Job.

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