Samstag, 30. Mai 2020
Editor's ChoiceHot![UPDATE] Statements der Kooperations-Chefs

Elektrofachhandelstage 2020 abgesagt

Die Branche | Wolfgang Schalko | 30.04.2020 | | 14  
COVID-19: Die Elektrofachhandelstage finden heuer nicht statt. COVID-19: Die Elektrofachhandelstage finden heuer nicht statt. (© Reed Exhibitions/Andreas Kolarik) Das Coronavirus hat direkte Auswirkungen auf die heimische Elektrobranche. Nach Rücksprache mit Ausstellern und Branchenverbänden hat sich Reed Exhibitions Österreich entschlossen, die „Elektrofachhandelstage“ in diesem Jahr abzusagen.

Nach Gesprächen mit wichtigen Stakeholdern hat sich Veranstalter Reed Exhibitions Österreich dazu entschlossen die „Elektrofachhandelstage“, die von 25. bis 26. September 2020 im Design Center Linz am Plan standen, nicht durchzuführen.

Unsicherheit zu groß

Derzeit erzeugt die Situation rund um das Coronavirus bei vielen Ausstellern große Unsicherheiten, davon betroffen sind auch die notwendigen Vorbereitungen und Planungen des Messeauftritts. Von einer Messeteilnahme sehen deswegen in diesem Jahr viele ab. Für den Chief Operations Officer (COO) bei Reed, Barbara Leithner, wäre damit eine Durchführung der „Elektrofachhandelstage“ nicht sinnvoll. „Für uns hat die Unterstützung unserer Partner und Kunden oberste Priorität“, sagt Leithner. Statt der Messe will Reed digitale Alternativen prüfen und diese neuen Präsentationsformen den Ausstellern wie auch Besuchern als Überbrückung bis zur Messeausgabe 2021 anbieten. Dass die Branche grundsätzlich voll hinter dem Format der „Elektrofachhandelstage steht, freut Leithner sehr.

Immerhin sind die „Elektrofachhandelstage“ der Branchentreffpunkt des österreichischen Elektrofachhandels, bei dem das Design Center für zwei Tage zur Fachplattform für Industrie, Handel und Einkaufskooperationen wie die von ElectronicPartner Austria, Expert Österreich und Red Zac Austria wird..

Die heurige Absage sei zwar bedauerlich, aber die einzig richtige Entscheidung. „Ich bin mir sicher, wir werden im nächsten Jahr wieder erfolgreiche ‚Elektrofachhandelstage‘ in Linz haben“, ist Leithner überzeugt. Der Termin für die „Elektrofachhandelstage“ 2021 steht bereits fest. Dieser ist am 24. und 25. September 2021 im Design Center Linz.

[UPDATE] Reaktionen der Koop-Chefs

ElectronicPartner-GF Michael Hofer sagt: „Die Absage der Elektrofachhandelstage 2020 ist für mich in der aktuellen Situation absolut verständlich und nachvollziehbar, denn Gesundheit geht ganz klar vor. Ich bin und bleibe großer Verfechter von Messen, und gerade deshalb will ich weder eine Veranstaltung mit schlechtem Gefühl abhalten noch ein halbherziges Event durchführen. Denn ich glaube, unter den gegebenen Umständen hätte die Messe heuer gar kein Erfolg werden können. Somit ist die Absage für heuer sinnvoll, die jedoch nur als ein Aussetzen aufgrund besonderer Umstände zu werten ist und keineswegs das Format an sich in Frage stellt – ganz im Gegenteil: Wir freuen uns schon darauf, die Elektrofachhandelstage 2021 mit Leidenschaft und Enthusiasmus zu bespielen.”

„Traurig“ so Peter Osels erste Reaktion auf die Nachricht, dass die EFHT 2020 abgesagt wurden. Als zweite Reaktion überlegte der Red Zac Vorstand laut, dass man als Kooperation ja eine eigene Veranstaltung für die Mitglieder, wie schon im Jahr 2017, auf die Beine stellen könnte. Zur Erinnerung: Red Zac lebt den Grundsatz, dass den eigenen Mitgliedern zwei Mal im Jahr die Möglichkeit geboten werden „muss“, sich über Industrieneuheiten informieren zu können. Und wenn die Branche kein gemeinsames Event veranstaltet, dann macht es Red Zac eben alleine. „Wir werden sehen“, so Osel. „Noch ist es viel zu früh irgendetwas zu entscheiden. Wir müssen erst die Lage sondieren.“ Grundsätzlich ist Osel der Meinung: „Wenn es keine gemeinsame Messe gibt und die Hersteller stattdessen zB Roadshows veranstalten, dann gehen die Händler bestenfalls zu ihren Hauptlieferanten, aber sicher nicht zu Unternehmen, die sie noch nicht kennen. Somit verlieren die Händler die Marktübersicht. Sie wissen in der Folge weniger als ihre Kunden und wenn das passiert, dann begibt sich der Fachhandel auf Großflächen-Niveau. Das sollte aber nicht sein!“

Expert-Chef Alfred Kapfer hält fest: „Die Situation ist derzeit einfach zu unsicher. Deswegen war es jetzt sicher die beste Entscheidung, für heuer auf die Elektrofachhandelstage zu verzichten. Das ist in unserem Sinne. Angesichts der Krise ist es auch besser, wenn die Industrie ihre Marketingbudgets in den Hinausverkauf investiert, als in eine Veranstaltung, die vielleicht wegen der Pandemie dann doch abgesagt werden muss. Außerdem bringt es nichts, diese Jahr eine Veranstaltung durchzupeitschen, zu der vielleicht aus Angst vor Corona erst recht niemand kommt. Das würde die Elektrofachhandelstage bestimmt umbringen. Da hat es mehr Sinn, wir lassen 2020 aus und machen nächstes Jahr wieder eine richtige Messe.”

Kommentare (14)

  1. Selbstverständlich wurde die Messe auch aus Unsicherheit aufgrund der gesundheitlichen Bedenken abgesagt. Aber man muss schon auch dazu sagen, dass der Industrie zu einem Großteil durch die Konzernzentralen riesige Marketingbudgets gekürzt wurden und so eine Messe schlichtweg auch nicht leistbar gewesen wäre. Hoffen wir auf 2021 und dass vor allem alle gesund und mit möglichst gleichbleibenden Mitarbeiterstand rüberkommen.

  2. Selbstverständlich wurde die Messe auch aus Unsicherheit aufgrund der gesundheitlichen Bedenken abgesagt. Aber man muss schon auch dazu sagen, dass der Industrie zu einem Großteil durch die Konzernzentralen riesige Marketingbudgets gekürzt wurden und so eine Messe schlichtweg auch nicht leistbar gewesen wäre. Hoffen wir auf 2021 und dass vor allem alle gesund und mit möglichst gleichbleibenden Mitarbeiterstand rüberkommen.

    1. @Anonym: Was erachten Sie so falsch daran bzw. was lässt Sie den Kopf schütteln? Die Sache mit der eigenen Messe für die Mitglieder? Oder der Punkt mit dem Großflächenniveau? Ich finde er hat mit beidem irgendwie recht

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  3. Ich finde es auch schade, dass die Elektrofachhandelstage abgesagt wurden. Als natürlich nicht vollwertige Alternative zumindestens was den technischen Part angeht könnte man ja in E&W die technischen Highlights besonders hervorheben, noch mehr aufpeppen. Die interessierten Fachhändler hätten dann einen Überblick.
    Mit Neuheiten-Links auf die Industrieseiten hätte man dann noch mehr Infos.
    Auch die Herausgabe einer eigenen Neuheitenbroschüre wäre sehr informativ. Leider ersetzen diese Aktivitäten in keinster Weise den persönlichen Kontakt mit den Industrievertretern.

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  4. @Cassandra: „nachheulen“ wäre jetzt das falsche wording, aber einen gewissen Denkanstoß wollte ich damit schon geben, denn weder die Futura/AELVIS noch die Fachhandelstage waren endkundenorientierte Messen.
    Man sehe sich die Messe Tulln mit Ihren Veranstaltungen an wie z.B. Campa/Boot/Garten etc. an, die gehen mit guten Beispiel voran. Welchse Format würdest du vorschlagen, Cassandra ?

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    1. Welches Format ich mir für die Branche wünsche? Auf jeden Fall einmal IRGENDEIN Format – weil ganz ohne, geht meiner Meinung nach gar nicht.
      Fix hätte ich gern drei Tage für die Fachhändler. Wenn alle aus der Industrie als Aussteller mitmachen, geht sich das mit der Zeit glaub ich genau aus und die Kooperationen, von denen alle drei mitmachen sollten, können parallel ihre Veranstaltungen machen. Toll wären auch Vorträge von wirklich guten Speakern, die auf einer – gut im Messegeschehen integrierten (und nicht irgendwo im Keller versteckten) – Bühne abseits der Produktneuheiten wertvolle Dinge vermitteln.
      Zu den Endkunden: Ich hätte nichts dagegen hinten zwei Endkundentage dranzuhängen, weil Sie haben schon recht: gekauft wird schlussendlich vom Kunden! Und man könnte, wenn Endkunden vor Ort sind, glaub ich auch ganz gut beobachten, wo ihr Interesse hinfällt und was später gut verkauft werden könnte.
      Aber: Gerade bei den großen Hausgeräten ist es doch so, dass die Händler Geräte vorgestellt bekommen, die der Endkunde noch nicht sehen sollte. Erst wenn die Händler (vorwiegend Küche- und Möbel) damit bestückt sind, bekommt der Kunde die Neuheiten zu sehen. Sicher könnte man die Ausstellung auf der Messe „umbauen“ bevor die „Endkunden-Tage“ beginnen, aber wer baut seinen Messestand während einer Messe um?
      Dann ist da noch eine Sache: Die Händler werden auf den Messen von (teils Hauben-) Köchen verköstigt. Wenn sie ihr Business mit der Industrie machen gibt es dabei Lungenbraten und Saibling. Sollen die Konsumenten, die daneben mit billigen Pommes Frittes abgespeist werden, dabei zuschauen? Klar könnte man jetzt sagen: Dann macht doch Fachhändlerbereiche, wie auf der IFA. Klar, könnte man das, aber dann nimmt die Messe wieder Dimensionen an, die sich keiner leisten kann und will … es sind so viele kleine Punkte, die eine Händler-in-Kombi-mit-Konsumenten-Messe erschweren …. so viele kleine Punkte, die diskutiert werden müssten und genau das war doch das Problem nach der letzten Futura! Man konnte keinen Konsens finden, der alle Bereiche in unserer Branche zufriedengestellt hätte. Die Vorstellungen von Unterhaltungselektronik, kleinen und großen Hausgeräten und Telekom liegen teils so weit auseinander. Zum Beispiel beim Punkt „Endkonsumenten ja oder nein“ … und somit schließt sich der Kreis 😉

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  5. Jetzt schreit man nach der Futura und „den alten Wurzeln“? Ich glaubs nicht!
    Es hat einen Grund, dass beide Formate nicht mehr existieren, weil das Interesse nämlich nicht mehr vorhanden war. Wären die Leute zur Hit und/ oder zur Futura gegangen (Industrie, also Aussteller, Handel und Konsument nämlich) gäbe es eine der beiden Messen noch, dem war/ ist aber nicht so.
    Zuerst sukzessive umbringen und dann nachheulen ….

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  6. @Anonymous: da gebe ich Ihnen vollkommen recht- lasst uns doch wieder zu den „alten Wurzeln“ zurückkehren, wie damals bei der HIT.
    – Do & Fr. für Händler und Sa & So für Endkunden
    Man sollte sich endlich, sowohl als Hersteller als auch Händler die Frage stellen: WER kauft unsere Produkte ?
    Die Antwort nehme ich schon mal vorne weg: –> der ENDKUNDE !!!!!

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  7. Naja, in dieser Form braucht eh niemand diese Veranstaltung. Wenn es wieder eine Messe, wie einst „die Futura“ war gäbe, dann wäre das ein Ansatz für 2021.

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    1. Dieser Meinung bin ich nicht! Die Branche braucht eine Messe. Und ja, die Futura war toll, ist aber Vergangenheit, und die Elektrotage sind gar nicht so schlecht! Klein aber fein! Schade dass sie für heuer abgesagt sind

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