Montag, 13. Juli 2020
Brief an die Kollegen und Mitstreiter

Bundesinnungsmeister Andreas Wirth macht den Elektrotechnikern Mut

Photovoltaik E-Technik | Wolfgang Schalko | 04.05.2020 | |  
Aus Sicht von Bundesinnungsmeister Andreas Wirth ist es essenziell, dass von der Politik zügig klare Signale ausgesendet und wirtschaftliche Impulse gesetzt werden. Aus Sicht von Bundesinnungsmeister Andreas Wirth ist es essenziell, dass von der Politik zügig klare Signale ausgesendet und wirtschaftliche Impulse gesetzt werden. (© WKÖ) „Ihr und Eure Mitarbeiter haben in den letzten Wochen Enormes geleistet und auch viel aushalten müssen”, so Bundesinnungsmeister Andreas Wirth In seinen jüngsten Schreiben an die Berufsgruppe. Die Hilfspakete würden – wenn auch verzögert – greifen und viele Notfallmaßnahmen konnten umgesetzt werden. Und obwohl der Wirtschaftsmotor wieder anlaufe, „darf nicht vergessen werden, dass auch für unsere Branche(n) noch durchaus schwere Zeiten ins Haus stehen” – weshalb man zur konjunkturellen Belebung Impulse für den Photovoltaik-Bereich fordert.

„Ja, der Rettungsfallschirm steht noch, ja, die Kurzarbeit läuft noch und auch was Stundungen betrifft hat das Rettungspaket funktioniert. Wir dürfen uns aber gerade jetzt nicht im Schatten dieser Rettungsinstrumente verstecken, sondern müssen rasch wieder starten und versuchen auf unseren eigenen unternehmerischen Beinen zu stehen”, betont der Bundesinnungsmeister. Und weiter: „Sie alle, wir alle haben in den letzten Tagen und Wochen zahlreiche Situationen erleben müssen, die viele von uns – auch seelisch – an die Grenzen der Belastbarkeit geführt haben. Am Ende des Tages hat in weiten Zügen tatsächlich der Hausverstand gesiegt, wenn auch nicht überall. Unser aller wichtigstes Ziel, weiter arbeiten zu dürfen, wurde jedenfalls erreicht und unter Einhaltung der aktuellen Regeln kann sich das Rad unserer Wirtschaft weiterdrehen. Daher meine Bitte an alle: Macht wieder auf, startet weiter durch, denn die Hilfen der Regierung werden nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen und gestundete Forderungen müssen schlussendlich auch irgendwann bedient werden. Die Auszahlungen zur Kurzarbeit werden leider noch dauern, die doppelten Löhne stehen ins Haus – daher gilt es, überall dort wo es geht, rasch wieder aktiv zu werden. Um aktiv werden zu können, laufen aktuell intensive Verhandlungen mit der Politik, um Investitionen zu ermöglichen. Diese Krise kann auch Anlass sein, verstärkt auf erneuerbare Energieformen wie Photovoltaik zu setzen – auch gewerblich und diese Investitionen zu fördern bzw. als ersten Anreiz gar von der Steuer zu befreien. Wir alle arbeiten lieber, als auf Almosen angewiesen zu sein. Daher unser Vorstoß, den ich in den nächsten Tagen an allen zuständigen Stellen deponieren werde.”

Positionspapier und Handlungsvorschläge „Photovoltaik-Covid 19“

Wie Andreas Wirth seitens der Elektrotechniker festhält, gehe es um 13.000 Mitglieder sowie 3.800 Arbeitgeberbetriebe aus dem Segment der KMU – mit 45.000 Mitarbeitern und fast 5.000 Lehrlingen. Daher plädiert man für eine rasche Umsetzung von wirksamen Fördermaßnahmen für Investitionen in die Errichtung von privaten und gewerblichen Photovoltaikanlagen. Denn eine weitere Verzögerung der Fördermaßnahmen (Anm.: gemeint ist insbesondere die Invest-Förderung des Klimafonds für PV-Kleinanlagen) würde die Auftragsvergabe und Realisierung bei vielen Projekten um ein ganzes Kalenderjahr verschieben, daher ist es dringend notwendig Mittel aus dem Klima – und Energiefonds jetzt fei zu machen. Neben den kurzfristigen wirtschaftlichen Impulsen, die massive regionalwirtschaftliche Effekte mit sich bringen, kann zudem weiter am Umbau der österreichischen Energieversorgung gearbeitet werden und so auch langfristig großer gemeinwirtschaftlicher Nutzen gestiftet werden. Deshalb regt die Bundesinnung auch an, die Leistungsschwelle auf 10kWp zu fixieren und ins Auge zu fassen, gewerbliche PV-Projekte ebenfalls zu unterstützen.

Zudem sei bei den Gemeinden – als wesentliche Schnittstelle und regionale Wirtschaftsmotoren – in den letzten Tagen und Wochen eine starke „Einbremsung“ bei Investitionen in PV und Modernisierungen feststellbar. Deshalb fordert die Standesvertretung eine rasche Weichenstellung, um Mittel für geplanten Investitionen frei zu machen und damit Handwerk und Gewerbe deutlich zu unterstützen.

Würden die Fördermittel zügig frei gegeben werden, sei auch davon auszugehen, dass zahlreiche private Auftraggeber in den nächsten Wochen PV-Anlagen beauftragen – sehr viele private Auftraggeber seien kurz vor einer Beauftragung, wollen allerdings nicht auf die „erwarteten“ Förderungen verzichten. Daher sei in einem bestimmten Maße Eile geboten, da das Zeitfenster für die Errichtung von PV-Anlagen auf Hausdächern etc. auf die wärmeren Monate limitiert ist.

Die geforderten Schritte und Anregungen der Bundesinnung im Überblick:

  • Erhöhung der förderbaren Leistung von privaten PV-Anlagen auf 10kWp
  • Freimachen der „budgetierten“ Fördermittel im Mai, um Beauftragungen zu stimulieren
  • Breite Infokampagne zu KLIEN-Förderungen und über den gesamthaften Nutzen erneuerbarer Energieformen
  • Umsetzung und Förderung von lokalen Speicherlösungen bzw. Forschungskooperation mit führenden Anbietern
  • Steuerliche Begünstigung für PV-Anlagen auf gewerblichen Objekten bzw. Einmalzuschüsse als Investitionsanreiz
  • Staatlich unterstützte Konjunktur-Offensive auf kommunaler Ebene zur Stimulation von Investitionen in PV

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