Samstag, 30. Mai 2020
+1,6% und Coronaprämie

Elektro- und Elektronikindustrie schließt KV-Verhandlungen ab

Die Branche | Wolfgang Schalko | 20.05.2020 | | 3  
Die Verhandlungspartner haben sich auf ein Plus von 1,6% bei IST- und KV-Löhnen und –Gehältern sowie eine einmalige Coronaprämie von mindestens 150 Euro geeinigt. Die Verhandlungspartner haben sich auf ein Plus von 1,6% bei IST- und KV-Löhnen und –Gehältern sowie eine einmalige Coronaprämie von mindestens 150 Euro geeinigt. Die Kollektivvertragspartner der Elektro- und Elektronikindustrie haben sich gestern in der dritten Verhandlungsrunde auf einen KV-Abschluss geeinigt: Die IST-Löhne und -Gehälter werden rückwirkend mit 1.5.2020 um 1,6 Prozent erhöht, die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter steigen ebenfalls um 1,6 Prozent. Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter eine einmalige steuerfreie Coronaprämie von mindestens 150 Euro.

„Wir befinden uns aktuell in einer sehr schwierigen Situation, denn die zukünftige wirtschaftliche Lage ist nach wie vor absolut nicht vorhersehbar. Es geht jetzt darum, gemeinsam Verantwortung für unsere Unternehmen, die Beschäftigten und ihre Familien zu übernehmen. Daher soll den Mitarbeitern der Elektro- und Elektronikindustrie jedenfalls die Inflationsrate von 1,6 Prozent abgegolten werden“, so Wolfgang Hesoun, Präsident des FEEI. „Zusätzlich soll ihre Leistung mit einer steuerfreien Coronaprämie in der Höhe von mindestens 150 Euro anerkannt werden“, so Hesoun weiter. Die Kollektivvertragspartner empfehlen Unternehmen, soweit wirtschaftlich vertretbar, diese Prämie auf bis zu 400 Euro zu erhöhen.

Mit diesem Abschluss zeigt die Arbeitgeberseite ihre Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten und die Gewerkschaft zeigt Verantwortungsbewusstsein im Sinne der aktuellen Situation. „Uns ist heute ein maßvoller Abschluss gelungen, jetzt geht es darum zusammenzuhalten und die Wirtschaft wieder anzukurbeln“, so die Verhandlungspartner abschließend.

Kommentare (3)

  1. Das alte Leid der Branche zeigt dieses simple Argument alles im Reflex auf tiefe EK Preise zu reduzieren. So hat man vielleicht noch vor 50 Jahren erfolgreich „verhandelt“. Industrie quetschen wo es geht und dann Jammern, dass man keine weiteren Zuwendungen in Form von Boni, oder Stützungen erhält und rundum gekürzt wird. Wer sich nur über den Preis definiert hat ein strukturelles Problem. Wird man als Industrie aber wohl berücksichtigen müssen und geforderte Preisreduktion entsprechend woanders ausgleichen. Sofern es im Land überhaupt noch eine eigene Industrie in der Elektrobranche gibt, denn die meisten sind u.a. genau aus diesen Gründen hier in Österreich nur mehr mit einer Generalvertretung oder einem sehr kleinen Office präsent. Da das Geld für Preisreduktion in Zeiten von Covid erst recht nicht vorhanden ist, wird jegliche erzielte Reduktion natürlich woanders reingeholt werden. Glauben Sie wirklich, dass die Industrie dem KV mit Freude zugestimmt hat? Und letztlich sollte sich der Handel primär darum kümmern, dass Kunden in die Geschäfte kommen. Möchte er da Unterstützung von der Industrie in Form von Werbung udgl. sollte man vielleicht absatteln und aufeinander zugehen, statt solche Forderungen zu erheben.

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  2. Also offensichtlich geht es der Industrie zu gut, wenn deren Interessenvertreter ganz lässig mit Löhnerhöhungen und Prämien herumschmeißen. Wird man wohl berücksichtigen müssen, wenn’s um EK-Preiseverhandlungen geht 🙂

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