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Montag, 27. Mai 2024
Leserbrief

Spielauer: Corona-Maßnahmen sind eine Katastrophe für die KMU

Die Branche | Dominik Schebach | 23.11.2020 | | 2  
Dasseinige Konzerne im Lebensmittelahndel weiter ihr Non-Food-Sortiment verkaufen wollen, während der kleine Elektrofachhandel hier schließen muss, lässt den Wiener Händler Franz Spielauer an der Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen zweifeln. Dasseinige Konzerne im Lebensmittelahndel weiter ihr Non-Food-Sortiment verkaufen wollen, während der kleine Elektrofachhandel hier schließen muss, lässt den Wiener Händler Franz Spielauer an der Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen zweifeln. Dieser Tage hat uns ein Leserbrief von Franz Spielauer erreicht. Der Wiener Händler aus dem 3. Bezirk fürchtet um seine Kunden. Denn vor allem für die Älteren unter ihnen ist Spielauer der Elektro-Greissler und erste Anlaufstelle bei allen Dingen und Notfällen rund um Elektronik. Er sieht daher in den Corona-Massnahmen eine ungerechte Benachteiligung der kleinen Händler, welche auf Kosten ihrer Kunden geht.

Lesen Sie hier seinen Brief an Politiker und Medien, mit dem er auf die für KMU unhaltbare unhaltbare Situation aufmerksam machen will.

Guten Tag

Ich betreibe seit vielen Jahren im 3. Bezirk ein Fachgeschäft für Elektro-, Radio-, Telekom- und Haushaltsgeräte, führe das dazu nötige Zubehör, und führe auch den Service für diese Produkte (selbst oder mit Subunternehmen) durch.

Meine Kunden, die meisten 60+ nennen mich liebevoll den Elektro-Greissler, ich bin selbst bereits 70+.

Jetzt zu meiner Frage, auch zu meiner Anklage einer großen Ungerechtigkeit, Unangemessenheit und Schädlichkeit  dieser Maßnahmen für uns KMU-betriebe.

Ich verkaufe und serviciere viele Dinge des täglichen Bedarfes,

  • zb Staubsaugerbeutel (ca 100 verschiedene)
  • Batterien, viele spezielle, auch für Sicherheits- und Gesundheitsprodukte, viele kunden lassen sich auch die batterien von mir tauschen.
  • Glühlampen, auch viele Speziallampen wie Halogen, LED, etc.
  • Betreuung,  Reparaturen von Schnurlos und Senioren-Mobil- und Fixtelefonen, Akkuwechsel, Voucher-verkauf und Eingabe der Daten
  • Service oder/und Verkauf von IR-Fernbedienungen, nötig für TV,
  • Service oder Neuverkauf von Radiogeräten und TV, simpliTV-Boxen, Verträge mit simlpiTV, Magenta Telekom, Dinge des tägl. persönlichen Bedarfs!
  • Verkauf/Service von Körperpflege-Produkten und -Ersatzteilen, wie zb Elektrozahnbürsten, elktron. Fieberthermometer, Blutdruckmesser.
  • Verkauf von Kaffee-Bohnen, -Kapseln von mehreren Anbietern
  • Verkauf von Kochplatten (Notfall – wenn Gasgerät defekt
  • Verkauf von Heizgeräten (Notfall – wenn Heizung defekt)

das könnte ich noch lange  fortsetzen……..

und ich möchte das nicht nur weiterhin tun, damit ich meine Rechnungen und Spesen in der Zukunft bezahlen kann, sondern auch, weil ich in meinem Grätzel eine Anlaufstelle für ältere Menschen beim Umgang mit der Technik bin.

Und jetzt dürfen alle meine unmittelbaren Nachbarbetriebe (dm,bipa, billa hofer,spar…) viele dieser dinge, mit sehr eingeschränktem Angebot und OHNE SERVICE ebenso weiter im lokal Verkaufen und ich als ganz kleiner Händler ohne einem Milliardenkonzern im Hintergrund darf das nicht mehr und bleibe auf meiner meist schon bezahlten Ware sitzen!
Denn das Abholen bestellter Ware, auch vor dem Geschäft, wurde uns ebenso untersagt.

Die versprochenen Vergütungen für verlorenen Umsatz, unbekannter Abschlagsfaktor, unbekanntes Datum der Überweisung, ist da nur ein Beruhigungszuckerl der meist recht unfähigen, unwissenden, an uns kleinen uninteressierten Entscheidungsträger der Politik.

Es wird mir deshalb unmöglich sein, alle Massnahmen adäquat umzusetzen, will ich nicht meine kunden verlieren: Mein einziger Rettungsanker scheint mir nach Studium aller dieser etwas verwirrenden und widersprüchlichen, aber immer für uns existenzbedrohenden Massnahmen der Passus „Service Annahme – und Ausfolgung ist auch im Geschäft möglich“ zu sein.

Ich hoffe, sie setzen sich auch für uns viele kleine Mitglieder ein, denn wir sind noch viele, aber wir werden immer weniger! Aber damit wird die Lebensqualität vieler älterer Menschen in Wien sicher nicht besser.

Was da in der Wirtschaft und im sozialen Leben eben wieder geschieht, ist eine Katastrophe – aber das steht auf einem anderen Blatt.

mit freundlichen Grüßen

Franz Spielauer

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