Freitag, 18. Juni 2021
Gemeinsamer Brief von GPA-Vorsitzender Teiber und Handelsobmann Trefelik

Striktes Nein der Sozialpartner zu Eintrittstests im stationären Handel

Hintergrund | Dominik Schebach | 12.04.2021 | |  
Der Handel und seine Mitarbeiter leisten bereits einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Eine weitere Belastung durch Verpflichtung zu Eintrittstests sei nicht mehr tragbar, schreiben Spartenobmann Rainer Trefelik und GPA-Vorsitzende Barabra Teiber in einem offenen Brief. Der Handel und seine Mitarbeiter leisten bereits einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Eine weitere Belastung durch Verpflichtung zu Eintrittstests sei nicht mehr tragbar, schreiben Spartenobmann Rainer Trefelik und GPA-Vorsitzende Barabra Teiber in einem offenen Brief. (© Schebach) Mit einem gemeinsamen offenen Brief haben heute GPA-Vorsitzende Barbara Teiber und Bundesspartenobmann Rainer Trefelik nochmals ihre ablehnende Haltung zu Eintrittstests im stationären Handel Kund getan. Unternehmer und Beschäftigte im Handel leisten bereits ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Eine weitere Belastung sei nicht mehr tragbar, schreiben Teiber und Trefelik in ihrem gemeinsam offenen Brief.

Im Gesundheitsministerium werden derzeit wieder Pläne zur Einführung von Eintrittstests gewälzt. Dh, Konsumenten müssten auch beim Eintritt in Geschäfte einen negativen Corona-Test vorweisen. Ausgenommen davon sollen offenbar nur die Geschäfte sein, die der Deckung der Grundbedürfnisse dienen – also all jene, die auch während der Lockdowns öffnen durften. Das ruft in seltener Einigkeit sowohl die GPA als auch die Bundessparte Handel auf den Plan.

„Sowohl die Unternehmen als auch die Beschäftigten im Handel haben bisher alle gesetzten Maßnahmen mitgetragen und unterstützt, um ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. Das Tragen von FFP2-Masken sowie die Erweiterung der 10 m²- auf 20 m² pro Kunde waren die Verschärfungen der jüngsten Vergangenheit. Diese stellen jetzt schon große Herausforderungen und eine zusätzliche Belastung in der Praxis dar. Jedoch konnte schon dadurch ein hohes Maß an Sicherheit in Bezug auf die Infektionsgefahr erreicht werden“, so Teiber und Trefelik.

Ihrer Ansicht nach ist das Ansinnen des Gesundheitsministeriums für den Handel und seine Angestellte undurchführbar. So stellen die Eintrittstests im Handel eine weitere Hürde für Konsumenten dar, welche Impulskäufe verhindert und zahlreiche Arbeitsplätze gefährde, und treibe Kunden verstärkt zu Online-Käufen. Außerdem würde mit dieser Regelung das Problem der Sortimentsabgrenzung weiter verschärft, denn im Lebensmittel- und Drogeriehandel könnten weiterhin Sortimente ohne Eintrittstest erworben werden.

Abgesehen von diesen grundsätzlichen Fragen, sei auch die praktische Durchführung zu hinterfragen: So sei z.B. nicht klar, welche Tests anerkannt werden, wer für die Kosten des Kontrolle aufkomme, und welche Konsequenzen es für Handel wie Endkunden bei einem Verstoß gegen die Testpflicht gebe. Und natürlich ist es eine Frage des Personals, wie Trefelik und Teiber in ihrem Schreiben darlegen: „Welches Personal soll die Kontrollen vornehmen? Die MitarbeiterInnen im Verkauf sind für Personenkontrollen weder geeignet noch ausgebildet und lehnen dies daher auch ab.“

Einige KonsumentInnen wehren sich bereits jetzt, Maßnahmen einzuhalten, geben die Sozialpartner zu bedenken. Die MitarbeiterInnen im Verkauf werden immer öfter mit aggressivem Kundenverhalten konfrontiert, wie Teiber und Trefelik berichten. Es sei daher davon auszugehen, dass es zu einer Vervielfachung dieser Probleme kommen wird, insbesondere dann, wenn KundInnen mangels mitgeführten negativem Testergebnisses zurückgewiesen werden müssen. „Den MitarbeiterInnen im Handel ist dies nicht zumutbar!“, betonen die Sozialpartner.

Teiber und Trefelik appellieren deswegen an Gesundheitsminister: „Anstatt an einem völlig unpraktikablen Vorschlag festzuhalten und diesen gegen den Willen aller Betroffenen – UnternehmerInnen, ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen und Sozialpartner – durchzusetzen, ersuchen wir Sie, im Dialog mit uns nach umsetzbaren Maßnahmen zu suchen. Gerne stellen wir unsere Expertise zur Verfügung.“

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