Montag, 18. Oktober 2021
Investitionen ermöglichen, regionale Wertschöpfung stärken

OVE-Position zum EAG

Energiezukunft | Wolfgang Schalko | 28.05.2021 | Downloads | |  
(© Coloures-Pic/Fotolia.com, Quelle: OVE) Beim Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist das Parlament am Zug. Der OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik fordert rasche Verhandlungen und eine zeitnahe Beschlussfassung, damit die dringenden Investitionen in die Energiewende endlich umgesetzt werden können. Die Branche der Elektrotechnik und Informationstechnik kann damit einen wesentlichen Beitrag leisten, um den Wirtschaftsstandort Österreich für die Zukunft zu stärken.

Soll sich der prognostizierte Wirtschaftsaufschwung durch die Energiewende bewahrheiten, muss die regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Förderungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien können ein wichtiger Beschäftigungsmotor sein, wenn heimische Entwicklungen, Bauteile und Dienstleistungen genutzt werden. Durch die Verwendung von Billig-Komponenten aus Fernost wäre hingegen eine dramatische Reduktion der europäischen Wertschöpfung zu erwarten. Eine kluge Ausgestaltung der Förderkriterien und die Einführung des Bestbieterprinzips im öffentlichen Beschaffungswesen können diesen Effekt minimieren. Auch um die Souveränität der kritischen Infrastruktur in Österreich zu gewährleisten, ist es wichtig, Schlüsselkomponenten in Europa zu fertigen und einzusetzen.

Aktuelles Positionspapier des OVE

OVE-Präsident Kari Kapsch fordert, den Fokus beim Erneuerbaren-Ausbau auf europäische Wertschöpfung zu legen. (© Kapsch Group)

„Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist ein wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende und mit den entsprechenden Rahmenbedingungen auch eine Chance für die europäische Wertschöpfung“, so OVE-Präsident Kari Kapsch. In einem aktuellen Positionspapier hat der OVE seine Forderungen für die parlamentarischen Verhandlungen zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz formuliert. Darin geht es sowohl um die Ausgestaltung der Förderkriterien als auch um geeignete Rahmenbedingungen für die notwendige Netzinfrastruktur und die im Gesetz vorgesehenen Energiegemeinschaften. Nicht zuletzt sind für die Umsetzung der Energiewende qualifizierte Fachkräfte notwendig. Mittels Ausbildungsoffensive gilt es daher, Qualifikationen im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnik massiv zu fördern.

Die Forderungen des OVE:

  • Festlegung von Förderkriterien, die ökologische Aspekte (etwa Transportwege, Lebenszykluskosten) sowie soziale Aspekte (etwa Arbeitsbedingungen, Mindestlöhne) berücksichtigen und damit die regionale Wertschöpfung stärken.
  • Gesetzliche Verankerung eines Bestbieterprinzips bei öffentlichen Vergaben mit klar definierten Qualitätskriterien, die ebenfalls ökologische und soziale Aspekte in ihre Bewertung mit einbeziehen. So gehen Nachhaltigkeitskriterien Hand in Hand mit regionaler Wertschöpfung und dem damit verbundenen volkswirtschaftlichen Effekt.
  • Klar definierte technische, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen für Energiegemeinschaften, um sie sicher in das Gesamtsystem integrieren zu können.
  • Gezielte Förderung für die Entwicklung innovativer Technologien und deren Umsetzung im Markt (z.B. Wasserstoff, Digitalisierung der Netze, DC-Technologien).
  • Forcierter Ausbau einer intelligenten Netzinfrastruktur durch den Einsatz innovativer Technologien, entsprechende Rahmenbedingungen und kürzere Genehmigungsverfahren.
  • Qualifizierungsoffensive Elektrotechnik: Eine stärkere Technik-Fokussierung im österreichischen Bildungssystem als Basis für eine klimaneutrale Zukunft, vom Ausbau der MINT-Fächer in den Schulen bis hin zu Lehrberufen, Studienangeboten und Weiterbildungsoffensiven im beruflichen Umfeld.

Das komplette Positionspapier finden Sie beigefügt als PDF zum Download.

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Positionspapier des OVE zum EAG
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