Mittwoch, 4. August 2021
Editor's ChoiceHartes Urteil in der Aufarbeitung der McWorld-Pleite

Ex-Apple-Händler zu sieben Jahren Haft verurteilt

Die Branche | Dominik Schebach | 23.06.2021 | | 27  
Das gerichtliche Nachspiel der McWorld-Pleite ist gestern mit einer Verurteilung der vier Angeklagten zu Ende gegangen. Das gerichtliche Nachspiel der McWorld-Pleite ist gestern mit einer Verurteilung der vier Angeklagten zu Ende gegangen. (© Dominik Schebach) 2014 ist McWorld in Konkurs gegangen. Die rechtlichen Folgen wurden in einem monatelangen Verfahren vor dem Welser Landesgericht aufgearbeitet. Nun ist ein Urteil da: Ein ehemaliger Apple-Händler aus Wels wurde gestern von einem Richtersenat unter der Leitung von Richter Mag. Christian Ureutz zu sieben Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es war eine der größeren Pleiten in der Branche. Nach der gescheiterten Fusion von McWorld mit der viel größeren Kette McShark musste 2014 die Welser McWorld Konkurs anmelden: Den Passiva von 11,8 Mio Euro standen damals Aktiva von 726.000 Euro gegenüber. Deswegen musste sich der prominente Geschäftsmann aus Wels nun wegen betrügerischer Krida, schweren Betrug und Falschaussage vor Gericht verantworten. Mit ihm angeklagt waren seine Exfrau sowie ein früherer Vertrauter, der auch als Geschäftsführer in mehreren Gesellschaften des Hauptangeklagten tätig war.

Im Verfahren stellte der Welser den Konkurs der beiden Handelsketten mit mehr als 300 Mitarbeitern und einem österreichweiten Filialnetz als eine Folge widriger Umstände nach der Fusion dar. Nachdem Apple ein Jahr lang keine Innovationen auf den Markt gebracht hätte, sei der Umsatz eingebrochen und damit die Handelsketten in den Konkurs geschlittert, argumentierte der Welser Ex-Unternehmer vor Gericht. Die Insolvenz riss danach die weiteren Unternehmen des heute 50Jährigen mit. Dieser meldete in Folge auch Privatkonkurs an. Im Endeffekt schenkte der vorsitzende Richter Mag. Christian Ureutz dem vom Gericht bestellten Sachverständigen Dr. Matthias Kopetzky mehr Glauben. Laut Kopetzky sei McWorld schon viel früher konkursreif gewesen. Die Vorwürfe bestritt der Angeklagte allerdings bis zuletzt. Auch verneinte er, Privatkreditverträge fingiert und Privatentnahmen getätigt zu haben.

Die vier Richter verurteilten den Hauptbeschuldigten schlussendlich im Sinne der Anklage zu sieben Jahren unbedingter Haft wegen schweren Betrugs, betrügerischer Krida sowie falscher Beweisaussagen. In seiner mündlich verkündeten Urteilsbegründung sah Ureutz die Anzahl der Verbrechen, die Dauer sowie die Verleitung anderer zu Straftaten als erschwerende Umstände an. So bezeichnete der Richter den Erstangeklagten, als Mastermind, der – gleichgültig gegenüber dem Vermögen anderer – im Hintergrund die Fäden gezogen hätte.

Der zweite Angeklagte wurde wegen der Beteiligung am schweren Betrug sowie der betrügerischen Krida zu einer kombinierten Geld- und Freiheitsstrafe von 16.000 Euro sowie einer bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monate auf drei Jahre Bewährung verurteilt. Die dritte Angeklagte erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten, auf ein Jahr Probezeit. Die vierte Angeklagte wurde wegen der falschen Beweisaussage zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt – davon 1500 Euro unbedingt. Sowohl der Hauptangeklagte als auch die WKStA haben gegen das Urteil Rechtsmittel angemeldet. Die WKStA fordert eine höhere Strafe. Der Welser hat gegen dagegen gegen das Urteil berufen und Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt.

Kommentare (27)

  1. Eingefahren ist er, der Herr von und zu, ein paar Leichen hat er hinterlassen, da kann er jetzt darüber im „Schmalz“ nachdenken.
    Eingefahren, wie gesagt ….

    1
  2. Im Gegensatz zu anderen Bereichen (Politik?) wird da wenigstens ein klares Urteil gesprochen, welches andere nicht mehr so leicht au die Idee kommen lässt „Macheloikes“ zu machen.

    BRAVO JUSTIZ!

    2
  3. Die Gegenüberstellung der Aktiva zur Passiva finde ich sensationell…. wer schaut da solange zu… ( Banken, Lieferanten ) ?

    Bei jedem bemühten Händler, egal ob on- offline, Telekom , Braun- Weißware,… wird bei Geldgebern und Industrie gemauert was geht. Businesspläne, Sicherheiten bis zum abwinken würden verlangt werden.

    Die Industrie betoniert den Handel mit Verträgen zu.. gleichzeitig bietet die Industrie ( zur Zeit sehr in Mode ) ihre Produkte gleich selber in ihren Webshops an… sogar mit Rabatten, dass die Ohren schlackern… der Influencer oder der Lebensmitteldiscounter macht ja die Beratung..

    … und trotzdem gibt es sowas wie in dem Bericht immer wieder… Schade..

    3
    1. Nein, Influencer und Lebensmittel Discounter speilwn nicht wirklich eine Rolle.
      Das die Hersteller mehr und mehr direkt gehen hat sich der Handel zu großen Teilen selbst zuzuschreiben.
      Wenn der Hersteller merkt dass der Verkauf eh nur über den Preis geht und nicht über die Beratung (hinaufberaten, verkaufen!!) Dann braucht man keinen Händler mehr. Das kann jeder Hersteller selber genau so gut machen.
      Auch wenn’s viele nicht hören wollen, aber es sind nicht immer die Andren schuld. Man darf auch mal vor seiner eigenen Türe kehren.

      4
      1. Wenn der Hersteller aber selbst nicht einmal Support für eine kleine Anzahl von Händlern bietet/bieten kann, wie will dieser dann auf einmal die Masse an Endkunden bedienen ?
        So ganz erschließt sich mir die Logik nicht.

        1
        1. Weil er sich die komplette Vertriebsspanne spart. Damit lässt sich, wenn man will, schon gut was aufziehen im Direktvertrieb. ob´s der Hersteller selber dann macht und schafft oder nicht steht auf einem anderen Blatt.

          1. Das ist nicht so, Herr bla wie sie das darstellen.
            Influencer spielen sehr wohl eine ( sehr ) große Rolle.

            Geht recht schön.. den Influencer auf youtube machen lassen und den link zum Hersteller – Webshop drunter setzen.. dort gleich Rabatte im zweistelligen Bereich für die Erstbestellung anbieten… Umtauschen/ zurückschicken Wochenlang sowieso.. ( der Händler kann des Glumpad bei nicht Zufriedenheit des Kunden dem Hersteller NICHT zurückschicken ).

            Gleichzeitig mit dem Zeigefinger auf den Handel zeigen, dass sie sich zu wenig bemühen.. zu wenig Umsatz machen… und nicht hinaufberaten…. nicht mehr wichtig sind.

            Der Fachhandel vor Ort rennt und bemüht sich was das Zeug hält… wenn aber die Hersteller auf ihren Webshops hochwertige Produkte regelrecht verschleudern… warum soll man sich das hinaufberaten antun… da soll sich der Hersteller doch gleich selbst um Konsumenten Fragen, Ersatzteile , Reparaturen kümmern..

            Da ist noch was… Hört der Fachmann vor Ort auf eine bestimmtes Produkt zu loben… geht es ganz schnell bergab mit dem Ruhm und dem Erfolg.

            1
          2. Mr. Nobody,

            mir fehlt leider der Antwort-Button unter ihrem Post, darum schreibe ich dies hier.

            Das retoursenden bei „nicht Zufriedenheit“ betrifft allerdings auch nur das Fernabsatzgesetz wenn Online gekauft wird. Der Händler „vor Ort“ braucht das auch nicht machen, außer er hat einen Online-Shop oder ist entsprechend kulant.
            Falls dem so ist, müssen dem Händler die Voraussetzungen, Risiken und Konsequenzen bekannt sein, falls jemand ein „Glumpad“ zurück schickt. Damit MUSS der Händler, wie auch der Hersteller selber wenn er es online verkauft, rechnen und kalkulieren.
            Das dies bei vielen Händlern nicht der Fall ist, sieht man ja sehr gut an der Preisgestaltung der diversen Händler. Eine Retoure und die Marge der ganzen Lieferung ist im Eimer. Und das, sowie Retouren, sollen dann das Problem des Herstellers sein? Lachhaft.
            Das ein Hersteller da natürlich am längeren Ast sitzt und mehr Spielraum hat wenn er direkt geht liegt auf der Hand, das es einige auch machen ist natürlich bedauerlich, aber hat seinen Ursprung schon im Handel zu suchen.

            Dem Influencer ist das alles komplett egal, der bekommt halt ein paar Cent oder Euro pro Klick am Affiliate-Link. Im Endeffekt ist das nur der Werbeträger und Marketingmaßname des Herstellers um mit der Zeit zu gehen. Wirklich fruchtbar ist das auch nicht immer, auch wenn viele das immer Glauben. In vielen Produktgruppen funktioniert das nahezu überhaupt nicht.

            Und was hindert den Händler dies nicht auch zu machen?
            Genau das Gleiche wie die Händler, mit wenigen Ausnahmen wie den Kooperationen (und auch hier nur die Zentralen) bzw Großflächen sonst auch.
            Einfallsreichtum und Wollen. Werbung passiert ja auch nicht mehr wirklich. Wenn dann muss auch der Hersteller dafür die Hauptarbeit machen. Der einzelne Händler macht exakt nichts (Ausnahmen bestätigen die Regel).
            Den niedrigsten preis zu haben fällt nicht mehr unter Werbung, schon gar nicht in Zeiten wo eh kaum etwas vernünftig lieferbar ist .

            Das alles gehört zu den Bemühungen die der Handel anstellen sollte. Der will aber auch nur Vorverkaufte Ware weiterreichen, am besten aus dem Lager vom Hersteller/Lieferanten. Von verkaufen und beraten oder neue Marken einführen ist bei vielen leider nichts mehr zu sehen.
            Lagerhaltung? Ach wofür, nimmt nur Platz weg und 2 Tage später hat man das Teil eh, muss der Kunde halt 3 Tage warten anstelle 24 Std, was der Kunde eigentlich erwartet wenn man Händler für eine Marke ist. Ja ich weiß dass man nicht immer alles auf Lager halten kann, aber es scheitert ja schon am Grundsortiment (!)
            Im Gegenteil, es wird sich beschwert dass nix läuft und man wälzt dann noch einen Großteil auf den Hersteller ab um sich nachher zu wundern warum dieser das gleich selber macht.

            Es haben schon einige Hersteller vor gemacht und es werden noch viel mehr folgen wenn der Handel nicht radikal umdenken anfängt und sich wieder auf das besinnt was ihn eigentlich „groß“ gemacht hat.

            Man sieht das ja im Bericht zu Hisense nebenan.

            Zitat
            „poch, poch, jetzt müssen nur die Verbraucher das Klopfen hören und kaufen.“
            „im Moment von einem A-Brand zu sprechen sehe ich verfrüht“

            Ja natürlich muss der Hersteller gute Produkte liefern wenn er in ein Segment will, aber diese Meldungen zeigen ja das viele Händler nicht begreifen, dass sie entscheidend dazu beitragen eine Marke groß zu machen.
            Warten dass der Kunde anklopft und danach fragt, diese Zeiten sind schon lange vorbei. Es wird zeit aktiv zu werden und sich zu bewegen. Sonst wird man bewegt. Und zwar weg von der Bildfläche.

            Ja ich zeige mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Fachhandel da dieser die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt hat. Und die, die das haben lachen sich ins Fäustchen.

            Und das ist schade und traurig, sehr traurig sogar und sollte geändert werden.

            4
      2. Kann nur zustimmen. Viele Händler sind in ihren Strukturen derart festgefahren, dass man sich andere Hersteller/Lieferanten nicht einmal ansehen möchte. Wer sich Neuerungen und Optionen immer wieder verschließt, wird selber bald schließen müssen. Es gibt genügend Hersteller die Händler gerne beliefern und betreuen möchten, aber man hängt ja lieber an selbsternannten A-Marken und jenen Herstellern die man immer schon gekauft hat, selbst wenn diese dem Markt AT nur mehr untergeordnetes Interesse widmen. Durchschnittlichen Konsumenten sind A-Marken egal, der kann damit nichts anfangen. Und klarerweise bietet sich dann ein direkter Verkauf an. Selbst die sogenannten A-Marken liebäugeln mit eigenen Shops oder betreiben diese bereits. Letztlich ist es dem Endkonsumenten immer weniger wichtig wo er sein Produkt bekommt, durch das Internet werden die Kunden immer mündiger, wissen um bla bla und kaufen wo das eigentliche Wunschgerät gefunden wird.. Der Handel muss dem durch Innovationen, Service und dem Mut zu Veränderungen begegnen und vor allem Neuerungen gegenüber offen sein, ob die von neuen Herstellern oder den Kunden kommen ist da nicht so wichtig. Als Beispiel für statisches Handeln kann man die brav zu jeder EM oder WM erscheinenden Flugblätter mit seitenweise TV Geräten und den enthaltenen Werbeaussagen der Hersteller nehmen. Diese 8-Zeiler findet jeder Konsument im Internet, wo ist da der Kaufanreiz, ausgenommen vielleicht der Preis? Bei der Angabe des Stromverbrauchs ist im Flugblatt schon Ebbe.
        Ein Flugblatt mit komprimierten Werbeaussagen von Herstellern ist wohl eher kein massiver Kaufanreiz. Erklärungen für Konsumenten was welche Abkürzungen und Technologien bedeuten würde da schon einen Mehrwert bieten. Das ist Service und zeigt Orientierung am Kunden. Man darf bezweifeln, ob sich jemals etwas ändern wird. Aber Schuld sind eben nicht immer die anderen und schon gar nicht die böse Industrie, man kann schon selber viel verbessern und sich interessant als Partner der Industrie machen. Denn ansonsten macht diese das Geschäft eben direkt mit den Konsumenten und zwar in Form von Shops und online.

        4
        1. Genau mit dieser Einstellung geht’s den Bach runter … auch mit der Industrie.

          … Fehlen die Experten „VOR ORT“ die ein Produkt loben… kann die Industrie machen was sie will mit ihren Webshops … am Ende bleibt ihnen nur der Black Friday und co… Hinaufverkaufen ist da Fehlanzeige.

          Da heißt es immer.. ihr müsst was tun.. passt euch der Zeit anpassen..

          Der, der es tut… sich der Zeit anpasst.. neue Wege geht, bekommt so gut wie keine Unterstützung seitens der Industrie… belächelt werden sie … als Spinner ausgelacht..

          Da sind Reisende unterwegs bei der Industrie, die „Social Media – Präsenz“ kategorisch ablehnen… gleichzeitig kennt man es ihnen direkt an, dass sie den Fachhandel als „Old School“ titulieren…

          …erst wenn der Umsatz in die Höhe schnellt, wird Interesse am wie und warum gezeigt… heißt aber nicht das Unterstützt wird… es geht nur um die Strategie die abgegriffen werden will.

          Als Beispiel: Eine „A“ Marke bietet zu Feiertagen, Black Friday und Co. ihr Zubehör 20% günstiger in ihrem Webshop an… befeuert die Aktionen zusätzlich in ihren Social Media Kanälen.
          Der Händler, egal ob er neue Wege geht oder nicht erfährt nichts davon… sein EK bleibt der Selbe…

          Das machen mittlerweile fast alle, erwarten vom Handel aber Veränderungen… wie soll das gehen.. gerne machen er das… die Industrie muss aber das Geld verdienen zulassen..

          3
          1. Hier wird sich über zeitweise Angebote und Promotions beschwert und dass der Handle da keine Unterstützung von der Industrie bekommt. Ist doch Blödsinn.

            „die Industrie muss aber das Geld verdienen zulassen..“ — Mit Verlaub, die Industrie lässt das Geldverdienen zu. Wenn der Handel so doof ist und jeder immer einen Euro billiger sein muss als der Andere, bleibt halt irgendwann nichts mehr übrig zum Geld verdienen. Da darf aber dann keiner beleidigt auf die Industrie sein wenn die mal Aktionen macht, die sicher auch der Händler nützen kann wenn er will. Nur auf die Anderen zu zeigen ist hier zu simpel.

            Eine Aktion ist nichts böses und wird den Händler nicht umbringen nur weil er mal ein Kabel oder was auch immer weniger verkauft, aber dauernd immer billiger als der andre zu sein, dass tut dem Handel und Händler weh. Da sind die aber in der Regel selber schuld und dafür verantwortlich.

            1
          2. Lieber Herr bla.
            Niemand hat von Preisvergleichsplattformen gesprochen, auf die sie anspielen.

            Es geht um „NEUE WEGE gehen, INOVATIV SEIN… das ist NICHT auf Preisvergleichsplattformen um einen Euro billiger sein. ..

            Bei „Neuen Wegen“ ist man auf Preisvergleichsplattformen gar nicht präsent….

            Es geht auch nicht !NUR“ um Kabel und Zubehör…. auch die erwachsenen Sachen werden auf den Webshops der Industrie verschenkt…. Wenn diese Preisbemühungen gleichzeitig auch an den Handel weiter gegeben würden… O.K. aber so,,,

            2
    2. @nobody: ja, da muss man sich ein wenig mit dem Thema Insolvenz auseinandersetzen und verstehen was Passiva und Aktiva bedeuten, bzw. wie sie sich zusammensetzen. Das wird jedoch im Allgemeinen in der Presse nicht dargestellt. Ich schicke Voraus, ich kenne den Herrn nicht, auch nicht seinen Namen. Daher liegt es mir fern ihn in Schutz zu nehmen. Aber ein wenig kaufm. 1 x 1 möchte ich stellvertretend für alle Insolvenzen aufzeigen. Wenn Sie mehrere Filialen betreiben, meist an teuren Standorten und langfristige Mietverträge abschließen, dann sind 11 Mio schnell beieinander. Monatlich 10.000,- (nur z.B.) macht 120 Tsd/p.a. Wenn Sie nun 5 oder 10 Jahre vereinbaren, dann sind das bis zu 1,2 Mio Gläubigerforderung multipliziert mit der Anzahl der Geschäfte ein Vielfaches. Es ist also stark anzunehmen, dass die eff. Forderungen ohne Vermieter deutlich geringer sein werden. Ich schätze viell. das doppelte der Aktiva. Gerne können Sie Unterlagen von bereits abgewickelten Konkursen einsehen und im Detail die Gläubigerliste. Die Lieferanten und das Personal machen in der Regel nur einen kleinen Anteil aus.

      1. @Frischling.
        Ja.. genau… das 1 x 1 aufzeigen…
        Wenn einer und seine Geldgeber einen Businessplan durchwinken , bei dem das ganze Konstrukt sofort den Bach runter geht, nur weil der Hersteller lt. dem Pleitier zu wenig innovative Produkte auf den Markt …… wer hat dann das 1 x 1 nicht verstanden ?

        Jemand, der sich mit dem Thema Insolvenzen auseinandersetzt, unterschreibt unter diesen Voraussetzungen gar keine Mietverträge in den besten und teuersten Lagen mit Laufzeiten von 5 bis 10 Jahren…

        Aber sie haben recht… Die Geldgeber und Lieferanten hätten sich in diesem Fall mit dem kaufm. 1 x 1 auseinandersetzen sollen. ..

        1. @nobody: grundsätzlich wäre das Wünschenswert. Aber die Umsatz-Gier der Lieferanten macht blind. Es war ja auch nicht als Kritik gemeint. Jedoch sind die Vermieter in der Regel (und zwar völlig zu Unrecht) die größten Gläubiger. Meines Erachtens bedarf es hier einer Gesetzesänderung. Denn im Gegensatz zu allen anderen Gläubigern verliert ein Vermieter am wenigsten. Er hat die Immobilie, er kann sofort weiter vermieten. Das würde die Quote der „echten“ Gläubiger deutlich verbessern,. Ev. wären es dann 50% oder mehr in einigen Fällen. Ich wollte bloß die unverhältnismäßige Darstellung zw. Aktiva und Passiva relativieren. That‘s it!

          1. Wo war da die Risikoanalyse ? Wo das kaufm. 1 x 1 der Gläubiger ? Mit einer Gesetzesänderung zu Ungunsten der Vermieter würde nur der Spielerinstinkt mach Zwielichtiger Gestalten gestärkt.

            Echte Kaufmänner hätten keinen Euro Cent freigegeben für das Entstehen dieser Firma…. da braucht man keine Gesetzesänderung…

  4. Und es geht schon wieder weiter.
    Die 8. Firma wurde gegründet und mit massiver Urheberrechtsverletzung wurde gestartet. Der GF der Firma musste bezahlen und Unterlassungserklärungen unterschreiben.

    2
      1. Ja sicher.
        Mein Eindruck:
        Wieder agiert ein Strohmann und der Hauptangeklagte werkt im Hintergrund.
        Laut Aussage vor Gericht ist er bei der Firma geringfügig beschäftigt und verdient ca. € 470,- im Monat. Sein privates Konkursverfahren (€ 10 Mio. laut KSV) läuft seit 2014.
        Geld ist aber anscheinend noch genügend vorhanden. Er leistet sich für die Berufung eine der größten österr. Anwaltskanzleien mit einem sehr teuren Anwalt. Der kostet ca. € 600,-. Nein, nicht pro Monat, sondern pro Stunde.
        Wie geht denn das?
        Noch eine nette Geschichte aus einem der öffentlichen Verhandlungstage bei der ich auch anwesend war.
        Vorwurf durch Richter Mag. Ureutz:
        Der Hauptangeklagte fiel durch einen mutmaßlichen Diebstahl auf und wurde diesbezüglich befragt. Er soll einen 100 Euro Schein entwendet haben, den ein Welser Migrant an einem Bankomaten vergaß. Als dieser seinen Irrtum bemerkte und kurz darauf zurückkehrte, war das Geld weg. Ausgeforscht werden konnte der Ex-Unternehmer anhand einer eingebauten Videokamera. Die Staatsanwaltschaft stellte daher einen Strafantrag beim Bezirksgericht Wels.
        Nachzulesen auch in den OÖN.
        Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
        Mein Erlebnis zu dieser unglaublichen Geschichte:
        Ich habe vor ca. 3 Wochen in der Welser Innenstadt diesen Migranten, Herrn U.Y. getroffen. Herr Y. ist Ägypter, lebt seit über 20 Jahren in Österreich und verdient seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer.
        Ich habe ihn auf einen Kaffee eingeladen und er hat mir seine Geschichte zu dem Ereignis erzählt.
        Am 29. Juli 2020 war er mit seiner Frau in der Stadt und sie mussten zum Magistrat. Für diverse Formalitäten hat er dringend € 100,- benötigt und ist daher schnell zum Volksbank Bankomaten am Stadtplatz 8 gegangen. Bedingt durch ein Telefonat und etwas Stress war er leider für ein paar Sekunden abgelenkt. In diesem kurzen Moment hat ihm jemand hinter seinem Rücken die € 100,- einfach aus dem Ausgabeschlitz vom Bankomaten weggenommen.
        Seit fast einem Jahr hat er weder Informationen, sein Geld oder zumindest eine Entschuldigung bekommen. € 100,- sind aber für ihn und seine Familie sehr, sehr viel Geld.
        Er hätte sich nie gedacht, dass ihm einmal € 100,- von einem Welser Unternehmer weggenommen werden könnten. Man denke sich die Geschichte nur mal umgekehrt.
        Er tat mir wirklich leid, habe ihm daher von mir privat € 100,- geschenkt und ihm versichert, dass bei uns in Österreich alles lange dauert aber am Ende alles rechtens wird.
        Jetzt ist die Welt für ihn wieder halbwegs in Ordnung.

        2
  5. Gezählten 133 Gläubigern bot der Welser Kaufmann bei 11,8 Millionen Euro Schulden eine Mindestquote von 20 Prozent. Die Schieflage seiner Betriebe beunruhigt aber nicht nur die Kreditgeber: „Ich wünsche ihm, dass er die Quote erfüllt, damit der Betrieb weitergeht“, sagt Wirtschaftsreferent Peter Lehner (ÖVP). Ein Leerstand von weiteren fünf bis sechs Geschäften in den besten Welser Handelslagen mache kein schönes Bild: „Dieses Problem stellt sich aber nur kurzfristig. Gerade die Textilgeschäfte sind schnell wieder vermietet.“

    1
  6. Naja der hat bei Veranstalungen wo er Eingeladen wurde mit der schwarzen Amex die Pupen tanzen lassen.. ..

    Ich finde das Toll 😉 Endlich erwischt es einen Mal, es gibt ja einige die jetzt noch auf große Hose machen und nichts dahinder ist ….

    Insinder am Rande, der besagte Herr ist ja schon mal im Gefängnis gewessen mit KFZ Betrug….

    Sonnige grüße aus dem Süden

    4
    1. Das wusste ich nicht. Gibt es dazu genauere Infos? Wäre sehr dankbar dafür.
      Ich weiß nur, dass er 2005 Handys bei seinem Arbeitgeber gestohlen hat und sie in seinem eigenen Handyshop am Stadtplatz verkauft hat. Er wurde verhaftet, mit Handschellen abgeführt und zu 15 Monaten verurteilt. Der entsprechende Strafregisterauszug liegt mir vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.