Samstag, 21. Mai 2022
Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise

Die vergessene Generation?

Hintergrund | Julia Jamy | 23.01.2022 | Bilder | |  
Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sind enorm.Jene, die schon in Berufen sind, mussten ihren Arbeitsalltag teilweise völlig umstellen. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sind enorm.Jene, die schon in Berufen sind, mussten ihren Arbeitsalltag teilweise völlig umstellen. (© Schebach) Die Corona-Pandemie geht an keinem spurlos vorbei. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden wie sonst kaum jemand in der Krise. Es ist also höchste Zeit, dass sie gehört werden.

Seit mittlerweile fast zwei Jahren schlagen wir uns mit Corona herum und eine Gruppe, die in dieser ganzen Zeit noch immer vernachlässigt wird, sind die Kinder und Jugendlichen. Während die Generationen zuvor sich noch frei entfalten konnten beim Fußball oder Tanzen, müssen Jugendliche heute Abstand halten und daheimbleiben. Und das in einer Phase, in der sie sich doch eigentlich von daheim abnabeln und entwickeln müssen. Aber was macht diese einschneidende Erfahrung mit den Kindern und Jugendlichen? Und wie wirkt sie sich auf ihre Zukunft aus?

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sind enorm: Monatelang konnten sie nicht zur Schule, an die Universität oder in den Kindergarten. Jene, die schon in Berufen sind, mussten ihren Arbeitsalltag teilweise völlig umstellen. Dass die psychische Gesundheit darunter gelitten hat, belegen mittlerweile zahlreiche Studien, wie z.B. von der Donau-Universität Krems und Med-Uni Wien, die für Aufsehen sorgte. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren gab an, unter einer depressiven Symptomatik zu leiden, die Hälfte unter Ängsten, ein Viertel unter Schlafstörung. 16 Prozent sprachen von suizidalen Gedanken.

Auch bei den Lehrlingen ging die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. Wie eine weitere Studie der Donau-Universität Krems und der MedUni Wien zeigte, litt rund die Hälfte der Auszubildenden in Österreich während der Coronapandemie unter psychischen Erkrankungen. Von den befragten Lehrlingen wiesen 48,3 Prozent Symptome von Depressionen auf, 50,6 Prozent von Essstörungen, 35,4 Prozent von Angstzuständen und 27 Prozent von Schlafstörungen.

Diese Zahlen sind sehr besorgniserregend und umso wichtiger finde ich es, dass wir den jungen Menschen wieder mehr zuhören. Die Ängste und Sorgen von Kindern und Jugendlichen müssen endlich ernst genommen werden. Sie brauchen ein Gegenüber, das sie ernst nimmt und ihnen auf Augenhöhe begegnet. Jemanden, der zuhört und Verständnis zeigt. Denn die Coronajugend ist keinesfalls eine verlorene, dafür aber leider oftmals eine vergessene Generation.

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Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sind enorm.Jene, die schon in Berufen sind, mussten ihren Arbeitsalltag teilweise völlig umstellen.
Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sind enorm.Jene, die schon in Berufen sind, mussten ihren Arbeitsalltag teilweise völlig umstellen. (© Schebach)
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