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Samstag, 15. Juni 2024
Telekom-Kommentar E&W 1-2/2023

Neues Jahr, neues Glück?

Telekom | Dominik Schebach | 05.02.2023 | Bilder | |  Meinung
Mit 2023 steht der Branche wieder ein spannendes Jahr ins Haus. Die Gründe sind allerdings unterschiedlich. Zum einen gehe ich davon aus, dass 5G dieses Jahr weiter Fahrt aufnehmen wird. Der Bandbreitenhunger der Endkunden ist nach wie vor ungestillt und 5G bietet die Möglichkeit, unmittelbar und ohne große Installation oder Verlegearbeiten, diesen Bedarf zu erfüllen.

Der entsprechende Netzausbau durch die Betreiber vorausgesetzt. Damit gibt es bei mobilem Breitband auch dieses Jahr eine gute Story zu erzählen. Bei den Smartphones bin ich schon auf den kommenden Mobile World Congress gespannt. Nach dem globalen Einbruch im vergangenen Jahr müssen die Hersteller gegensteuern. Ein Ansatz dürfte dabei die noch attraktivere Ausstattung der Geräte sein. 200 MP für die Hauptkamera wird da wohl Standard.

Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb im Festnetz-Internet weiter an Fahrt auf. Nun ist A1 mit zwei Angeboten in den Markt gegangen, von denen sich eines ausdrücklich an das Einstiegssegment richtet. Nach der Corona-Pandemie ist auch dem letzten Hausbesitzer, Bürgermeister oder Bauherren klar, dass heute ein leistungsfähiger Internet-Zugang zu einer Immobilie einfach dazugehört – und da ist Glasfaser bis in Wohnzimmer der Endkunden bzw. in die Zentrale eines Unternehmens heute der Goldstandard. Gleichzeitig gibt es hier im Europavergleich aber noch immer einen großen Aufholbedarf, wie die RTR festgestellt hat (siehe rechts). Das bedeutet, dass es für den Telekom-Fachhandel im Segment der Festnetz-Internetzugänge noch viel zu tun gibt.

Daneben sollte man im Handel die verschiedenen Problemfelder nicht übersehen. Im Hardware-Bereich schreitet die Konzentration auf wenige Anbieter immer weiter fort. Das ist einfach für die Einkäufer, bedeutet allerdings große Probleme, wenn einmal ein Anbieter Lieferprobleme haben sollte. Dass es jederzeit Lieferprobleme geben kann, das haben uns die vergangenen Jahre gezeigt. Nicht zuletzt, weil die Lieferkette bei Halbleitern weiterhin sehr verwundbar ist und die Produktion von Smartphones sich noch immer auf wenige Staaten – besonders die Volksrepublik China – konzentriert.

Ein eigenes Kapitel stellt in meinen Augen der Trend zur eSIM dar. Immer mehr Smartphones sind eSIM-fähig und damit entsteht eine neue Dynamik – nicht unbedingt zum Vorteil des Handels. Der erste Versuch von Drei mit Up3 hat bisher auf dem Markt nicht viel Spuren hinterlassen. D.h. aber nicht, dass sich die Situation nicht schlagartig ändern könnte. Aus Netzbetreibersicht kann man damit besonders internetaffine Kunden ansprechen. Die Masse der Kunden wird allerdings eher im bisherigen Modell verharren. Wenn z.B. einer der weltweit fünf größten Smartphone-Hersteller seinen Vertrieb radikal auf Internet umstellt und die Connectivity selbst einkauft, um seine Gewinnmarge vielleicht nochmals ein halbes Prozent zu heben, dann ist Feuer am Dach. Denn in diesem Fall könnte das Mobilfunk-Geschäft am Handel vorbeigehen.

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