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Sonntag, 19. Mai 2024
Kommentar: Das Ende einer Ära

Wie Kaffee ohne Koffein?

Hausgeräte | Stefanie Bruckbauer | 09.04.2023 | | 2  Menschen
„Mr. De’Longhi“ Michael Frank ist seit 1. April in Pension. Das Ruder übernommen hat die Geschäftsführerin von De’Longhi Deutschland. Das lässt bei einigen die Alarmglocken schrillen, denn: Einige Konzerne haben es vorgemacht und dem österreichischen Standort die Eigenständigkeit durch diesen Schritt geraubt. Doch wird es bei De’Longhi auch so laufen? Ich glaube nicht.

Er ist einer der Guten, ein Mann, der zu seinem Wort steht, ein Manager der alten Schule! Handschlagqualität und Niveau verlassen die Bühne. Eine Legende verlässt das Gelände. Er gehörte zum positiven Anlagevermögen der Branche …“ An den vielen Kommentaren und Likes auf elektro.at kann man sehen, wie angesehen „Mr. De’Longhi“ Michael Frank ist, wie viele ihn, sein Lebenswerk und seinen Stil schätzen und achten. Es gibt nicht mehr viele Menschen wie Frank in unserer Branche. Ich meine die Manager der alten Schule. Manager, die jahrzehntelang für eine Marke, ein Unternehmen gearbeitet und beides mit viel Fleiß, persönlichem Einsatz und Gefühl groß gemacht haben. Man kann sie an einer, maximal zwei Händen abzählen. Nach und nach werden sie in den wohlverdienten Ruhestand wechseln und ihr „Werk“ der nachkommenden Generation übergeben. Michael Frank übergibt an die deutsche Geschäftsführerin Susanne Harring.

„Deutschland!“: Bei manchen lässt das die Alarmglocken schrillen. Sie befürchten, dass der österreichische Standort seine Eigenständigkeit verliert und prophezeien den „Verfall“ dessen, was Michi Frank aufgebaut hat. Und tatsächlich gibt es Konzerne (mir fällt spontan auch gleich mindestens einer ein), die der österreichischen Niederlassung in so einer Situation sofort jegliche Eigenständig- und somit Wertigkeit entziehen würden, die den österreichischen Markt zum 17. deutschen Bundesland degradieren würden – ohne eigenes Personal, ohne Ansprechpartner, ja nicht einmal eine eigene Hotline mit österreichischer Vorwahl würde bleiben, sondern nur die Erinnerung, vom einstigen Erfolg in der Alpenrepublik, die zusehends verblasst. Und selbst wenn in der deutschen Zentrale jemand abgestellt würde, um „den österreichischen Markt“ im Blick zu behalten, dann wäre das wahrscheinlich ein Millenial, der null Ahnung hat von Österreich, der Branche und all ihren Besonderheiten, ein Kindi, das seine Expertise ausschließlich von der Uni und aus dem Internet hat, und ernsthaft daran glaubt, dass man Vertrieb und Verkauf auch zu 100 % aus dem Homeoffice erledigen kann.

Für De’Longhi sehe ich persönlich aber eine andere Zukunft. Mit Susanne Harring öffnet sich für De’Longhi Österreich nun eine Türe in ein spannendes, aufregendes, größeres Morgen. Was die sympathische Hamburgerin im Interview (in der in Kürze erscheinenden E&W April-Ausgabe) erzählt, lässt mich daran glauben. Ich finde ihre Ansätze gut; ihre Vorstellung einer bunten, diversen Unternehmenskultur, ihre Art von Unternehmens- bzw. Team-Führung und ihr Verständnis für Vertrieb. Ich wünsche dem Team von De’Longhi Österreich wirklich, dass alles, was Susanne Harring vor hat und verspricht, auch genau so passiert. Und ich wünsche Michael Frank, dass sein „Lebenswerk“, sein „Baby“, das er in den vergangenen Jahrzehnten groß gemacht und mit 1. April in die Hände dieser Frau gelegt hat, dank ihrer guten Ideen und Ansätze weiter wächst und gedeiht.

Einer der eingangs erwähnten Leser meint: „De’Longhi ohne Frank ist wie Kaffee ohne Koffein.“ Ich finde den Vergleich cool, aber viel zu hart. Koffeinfreier Kaffee ist halt anders, kann heutzutage aber auch sehr gut sein (nicht wie das Seicherl-Gschloder von früher). Ähnlich wie kalter Kaffee. Den ließen wir früher auch stehen (mit Ausnahme der Omas, die in tranken, in der Hoffnung schön zu bleiben) und heute ist kalter Kaffee ein It-Getränk. Wie auch immer – eines ist gewiss: De’Longhi ohne Frank wird anders sein, aber es kann gut werden, und in diesem Sinne verbleibe ich mit den Worten eines anderen Lesers: Michael Frank – Du wirst uns fehlen, super Typ!

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