Besuchen Sie uns auf LinkedIn
Sonntag, 19. Mai 2024
2.800 Fälle seit Anfang Juli

Betrügerische Anrufe mit gestohlenen Telefonnummern nehmen massiv zu

Telekom | Dominik Schebach | 21.08.2023 | |  
Ein neuer Trend bei betrügerischen Anrufen ruft die RTR auf den Plan: Call-ID-Spoofing. Dabei wird dem Opfer eine falsche Rufnummer zu dem eingehenden Gespräch oder SMS angezeigt. Seit Anfang Juli sind bei der RTR mehr 2.800 Beschwerden dazu eingegangen – die Dunkelziffer dürfte allerdings viel höher liegen.

Eine Telefonnummer zu manipulieren, sodass bei Anrufen eine falsche Nummer oder bei SMS eine falsche Absenderkennung („Call-ID-Spoofing“) angezeigt wird, ist technisch relativ leicht möglich. Daher können Betrüger mit den Telefonnummern von unbeteiligten und ahnungslosen österreichischen Telefonkunden andere belästigen – und das wird zunehmend zum Problem. „Rund die Hälfte aller im Zeitraum von 1. Juli bis 15. August bei der Meldestelle für Rufnummernmissbrauch eingebrachten Beschwerden entfallen auf die Kategorie ‚Missbrauch der eigenen Telefonnummer‘“, informiert RTR-GF Klaus M. Steinmaurer. „Aus zumeist im Ausland befindlichen Call-Centern werden tausende Anrufe mit dem Ziel getätigt, dass überhaupt abgehoben wird. Mit der Verwendung von üblichen, vertrauenswürdigen Mobil- oder Festnetznummern verbessern die Täter ihre Chancen. In Folge kann dann das ganze Betrugsspektrum – vom Herauslocken persönlicher Daten bis hin zu finanziellem Betrug – zur Anwendung kommen.“

Persönlich kann man weder im Vorfeld noch Betrugsfall Schutzvorkehrungen gegen die missbräuchliche Verwendung der eigenen Telefonnummer treffen. Vom Missbrauch der eigenen Rufnummer erfährt man zumeist erst dann, wenn man selbst von den Belästigten aufgefordert wird, die Anrufe abzustellen. Ärgerlich wird es, wenn die eigene Rufnummer in die Warnlisten der Spamdetektoren landet, sodass die eigenen Anrufe blockiert werden.

Kein gezieltes Vorgehen

Welche Telefonnummern im Betrugsfall verwendet werden, unterliegt allerdings dem Zufall, da die am Display aufscheinenden Rufnummern automatisch generiert und verfälscht werden. Betrüger wollen damit schlicht ihre eigene Identität verschleiern. Finanzieller Schaden entsteht bei Call-ID-Spoofing für diejenigen, deren Telefonnummer verwendet worden ist, nicht unmittelbar. Die Verwendung der eigenen Telefonnummer für Betrug kann aber persönlich unangenehm werden, beispielsweise dann, wenn man sich – völlig schuldlos – für nicht getätigte Anruf bei Dritten rechtfertigen muss. Werden Telefonnummern von Unternehmen missbraucht, kann das negative Reputationsfolgen und somit nachteilige Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb nach sich ziehen.

„Das beste Mittel gegen Rufnummernmissbrauch ist, bei zweifelhaften Anrufen skeptisch zu bleiben und gegebenenfalls die Polizei zu alarmieren“, rät Steinmaurer und stellt abschließend in Aussicht: „Die RTR überlegt aktuell, wie im Rahmen ihrer Verordnungskompetenzen ergänzend Regelungen getroffen werden können, die zumindest teilweise Abhilfe für österreichische Konsumenten und Unternehmern schaffen.“

Missbrauch melden

Rufnummern und Absenderkennungen von SMS, die missbräuchlich verwendet werden, können unter rufnummernmissbrauch.at bekannt gegeben werden. Damit kann zumindest die RTR betrügerische Aktivitäten, die gehäuft auftreten, rasch erkennen und die Bevölkerung informieren.

Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden