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Montag, 15. April 2024
Reparaturbonus 2.0

Alles auf Anfang?

Hintergrund | Julia Jamy | 24.09.2023 | Bilder | | 4  Meinung
(© Pixabay) Morgen, 25. September, kann der Reparaturbonus wieder beantragt werden. Nachdem mögliche Betrugsfälle bekannt geworden waren, setzte das Klimaministerium den Reparaturbonus Anfang Juli aus. Kommt der Elektrofachhandel neuerlich zum Handkuss?

Der Reparaturbonus ist zurück und soll alten Elektrogeräten wieder eine zweite Chance geben. Nach der Häufung von Betrugsfällen hat die Aktion im Sommer pausiert. Unternehmen sollen gefälschte Rechnungen für Leistungen eingereicht und damit mehr Geld aus dem Fördertopf kassiert haben, als ihnen zugestanden wäre. Die Kriminalpolizei und die Europäische Staatsanwaltschaft ermitteln gegen rund 70 Betriebe. Am Montag startet nun die Neuauflage der Förderaktion.

Für den neuen Reparaturbonus wurde das Sicherheitsnetz für die Abwicklung verschärft. Künftig wird die Förderung direkt an die Kunden ausbezahlt. Diese nehmen den Bon wie bisher zum Betrieb mit, müssen die Reparatur künftig aber vorfinanzieren. Der Betrieb muss dann den Bonus bei der Kommunalkredit einreichen. Somit kommt der Elektrohandel einmal mehr zum Handkuss. Denn der stationäre Handel ist ohnehin schon mit einer enormen Bürokratie konfrontiert. Anstatt die Händler noch mehr zu belasten,  müsste es meiner Meinung nach mehr Aufklärungskampagnen geben, um die Menschen aufzuklären und ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen.

Grundsätzlich ist der Reparaturbonus ja eine feine Sache: Reparieren statt wegwerfen. Wir werden noch immer oft dazu verleitet, uns neue Geräte zu kaufen, obwohl das zuvor benutzte Gerät noch einwandfrei funktioniert, oder auch kaputte Geräte einfach auszutauschen, anstatt diese zu reparieren. Bis zur Pause im Sommer wurden 673.061 Reparaturbons mit einer Fördersumme von insgesamt 69,7 Millionen Euro eingereicht. Ob die Neuregelung die Nachfrage nach dem Bonus senken wird, bleibt abzuwarten. Statt 3.500 nehmen am Montag nur noch 2.000 Unternehmen am Reparaturbonus teil. Damit künftig vielleicht wieder mehr Betriebe an der Aktion teilnehmen, sollten wir sie nicht mit noch mehr Bürokratie zusätzlich belasten…

Bilder
(© Pixabay)
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Kommentare (4)

  1. Eigentlich sollte man den Staat verklagen – Totale Wettbewerbsverzerrung – der Handel kämpft eh schon und dann diese „Tolle Förderaktion“. Jetzt wird wieder alles aus dem Keller ausgegraben und zum reparieren gebracht…

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  2. Gibt es auch irgend welche Infos über, was kostet diese Aktion in Wirklichkeit mit allen Nebenkosten und was hat das in der Praxis bzw. der Umwelt gebracht?
    Wie wird kontrolliert ob das Gerät wirklich repariert wurde oder nur auf dem Papier und nicht ein Neues um diesen Betrag günstiger gekauft?

  3. Gedankenspiel zur freien Verwendung:
    Gegen rund 70 Betriebe wird ermittelt. OK.

    1500 Betriebe bieten den „Reparaturbonus Neu“ nicht mehr an, wegen der vielen Bürokratie, laut Autorin des oa Artikels.
    Dabei fällt diese ja gerade weg, vom Dienstleister auf den Kunden, der sich wie überall sonst auch selbst um eine Förderung kümmern muss/soll (siehe PV) .

    Sind das wirklich 1500 qualifizierte Partner die auf einmal nichts mehr von Nachhaltigkeit und Elektro Schrott Vermeidung halten?

    Oder ist das wieder mal typisch, dass sobald das schnelle Geld und/oder einfache Tricks nicht mehr funktionieren sich über 1/3 als schwarze Schafe erweisen?!

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