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Montag, 27. Mai 2024
Prognose gibt Anlass zu Optimismus

OeNB: Konsum stützt Erholung im Jahr 2024

Hintergrund | Dominik Schebach | 19.12.2023 | |  
Die Oesterreichische Nationalbank geht für 2024 von einer leichten Erholung und einem kleinen BIP-Wachstum von +0,6% aus. Die Oesterreichische Nationalbank geht für 2024 von einer leichten Erholung und einem kleinen BIP-Wachstum von +0,6% aus. (© OeNB) Derzeit ist die Stimmung bei vielen Betrieben schlecht – zu Recht. Denn die österreichische Wirtschaft befindet sich seit der zweiten Jahreshälfte 2022 in einer Rezession. Wie allerdings aus der heute veröffentlichten Prognose der Oesterreichischen Nationalbank hervorgeht, gibt es zumindest einen Anlass für Optimismus. Während die Wirtschaft dieses Jahr um 0,7% schrumpft, rechnen die Währungshüter für das kommende Jahr mit einem leichten Wachstum von +0,6% - getrieben durch einen verstärkten Konsum.

Bedingt durch das Auslaufen der Aufholeffekte nach dem Ende der COVID-19-Pandemie sowie die gestiegenen Energiepreise in Folge des Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich die wirtschaftliche Entwicklung 2022 ins Negative gedreht. Dazu kamen der starke inländische Preisauftrieb und das schwache internationale Umfeld. Dies äußert sich u.a. in einem Rückgang der privaten Konsumausgaben aufgrund der inflationsbedingten Einkommensverluste. Gleichzeitig wurden die Investitionen durch die gestiegenen Finanzierungskosten, hohe Energiepreise und negative Geschäftserwartungen gedämpft bzw. verschoben. Das zeigt sich vor allem bei den Wohnbauinvestitionen, die am stärksten eingebrochen sind. Diese Mischung bestimmt auch noch das Q4/23, weswegen die OeNB für das Gesamtjahr für das Gesamtjahr von einem Rückgang des realen BIP von -0,7% ausgeht.

Jetzt zeigen laut der heutigen Aussendung der OeNB die wirtschaftlichen Vorläuferindikatoren allerdings eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau an. Für das Jahr 2024 erwartet die Nationalbank deswegen ein moderates BIP-Wachstum von 0,6%, das in erster Linie von einer stärkeren Konsumnachfrage getragen wird. Diese wird von kräftigen Realeinkommenszuwächsen infolge der verzögerten Inflationsabgeltung bei Löhnen und Pensionen sowie von der sinkenden Inflation begünstigt. Für die Jahr 2025 und 2026 wird ein BIP-Wachstum von 1,7% bzw. 1,3% prognostiziert. Dazu tragen neben dem Konsum auch die Investitionen und eine stärkere Exportdynamik bei. Das wird sich allerdings nicht sofort bei Arbeitslosenzahlen niederschlagen. Denn infolge der Rezession verschlechtert sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote laut AMS steigt von 6,3% im Jahr 2022 auf 6,8% im Jahr 2024.

Inflation bleibt hoch

Für die Endkonsumenten verspricht vor allem die Entwicklung der Inflation eine Entlastung. So erwartet die OeNB für das Gesamtjahr 2023 noch eine HPVI-Inflation (Harmonisierte Verbraucher Preis Index) von 7,7%. Diese nach wie vor hohe Inflation sei auf die verzögerte Weitergabe von sinkenden Energiepreisen sowie die starke Teuerung bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln zurückzuführen. Für die Jahre 2024 bis 2026 wird in erster Linie aufgrund des wegfallenden Preisdrucks von Energie mit einem Rückgang der Inflation auf 4,0%, 3,0% und 2,5% gerechnet. Damit liegt die Inflationsrate in Österreich nach Einschätzung der OeNB für den gesamten Prognosezeitraum jedoch über dem Euroraum-Durchschnitt.

Die Prognose ist zudem hinsichtlich der Wachstumsaussichten mit einigen Risiken behaftet, worauf auch die Wirtschaftswissenschafter der OeNB hinweisen. Dazu zählen eine weitere Ausweitung des Nahostkonflikts sowie ein stärkerer Verlust von Exportmarktanteilen aufgrund der Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Die Risiken für die Inflationsprognose werden dagegen als ausgeglichen eingeschätzt.

Die Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich ist auf der Website der OeNB unter https://bit.ly/3Yau0Mf verfügbar.

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