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Sonntag, 19. Mai 2024
Telekom-Kommentar E&W 4/2024

Aufforderung für den Fachhandel

Telekom | Dominik Schebach | 14.04.2024 | Bilder | | 1  Meinung
Wie andere Verträge haben auch Mobilfunkverträge Wertsicherungsklauseln – und natürlich spürt man die Indexanpassung in Jahren mit hoher Preissteigerung besonders stark. Deswegen ist es auch verständlich, dass Kunden hier ihre Verträge entsprechend optimieren. Das alles steht außer Streit. Aber warum die AK hier alljährlich meint, dass sie hier noch zusätzlich den MVNOs eine Steilvorlage liefern muss, ist verwunderlich.

Schließlich schickt die Kammer die Endkunden explizit nicht zum Fachhändler ihres Vertrauens, sondern verweist ausdrücklich auf Preisvergleichsplattformen, auf dass sie sich dort ihren Tarif optimieren. Mit der Folge, dass viele Kunden am Handel vorbeigeleitet werden. Meint man seitens der AK, dass die österreichischen Netzbetreiber zu viel für die Bereitstellung von Kommunikationsdienstleitungen verlangen? Oder traut man dem Handel nicht zu, den Kunden gut zu beraten, damit er für seine Bedürfnisse bezüglich Mobilkommunikation und Internetzugang das optimale Angebot – vielleicht sogar ein Kombi-Angebot –findet? Auf eine entsprechende Anfrage habe ich bisher keine Antwort von der AK erhalten.

Prinzipiell ist der Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern in Österreich sehr intensiv: Das gilt sowohl für den Bereich der Infrastruktur als auch beim Preis. Deswegen können sich die Österreicher auch im internationalen Vergleich sehr guter Netze erfreuen, wie die regelmäßigen Netztests diverser Mobilfunk-Magazine zeigen. Dass der Ausbau, Unterhalt und Betrieb dieser Netze einiges kostet, ist ebenfalls verständlich. Nicht umsonst investieren die Netzbetreiber jedes Jahr viele Millionen Euro in ihre Infrastruktur – und jetzt mit dem Roll-out der 5G-Technologie sogar noch mehr. Gleichzeitig sorgt der Wettbewerb für attraktive Preise in Österreich – zudem ist der Preis besonders bei der Datenübertragung in den vergangenen Jahren massiv gesunken.

Dass die Österreicher derweil mündige Kunden sind, welche auch ihren Betreiber wechseln, geht auch aus dem jüngsten RTR Telekom Monitor hervor. Der im März veröffentlichte Report wertet Daten bis zum 1. Oktober 2023 aus und weist für das Q3 des Vorjahres 113.731 Rufnummern-Portierungen aus. Das sind 27 % mehr als im Jahr davor. Gleichzeitig ist es auch zu einer Verschiebung der Marktanteile zu den beiden kleineren Netzbetreibern HoT (+0,5 %) und Spusu (+0,2%) gekommen. Diese beiden MVNOs sind derzeit Nummer vier und fünf auf dem österreichischen Markt und haben zusammen rund 15 % Marktanteil. Für die Branche ist das insofern problematisch, weil diese Kunden so schnell nicht wieder am Fachhandels-POS auftauchen werden. So gesehen sind die Wortmeldungen der AK noch unverständlicher – schließlich arbeiten viele Mitglieder der Arbeiterkammer im Handel.

Wie immer man nun zu den Aktivitäten der Arbeiterkammer steht, man kann diese Aussendungen zur Indexanpassung auch als Ansporn für den Fachhandel sehen, seine Services und vor allem auch seinen Wert für den Kunden noch stärker herauszustreichen. Denn in Österreich wird gutes Service leider viel zu oft als selbstverständlich hingenommen.

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Kommentare (1)

  1. Mündige Kunden oder „Geiz ist Geil“ ???

    Seit 2022 : Wenn Sie Ihre Rufnummer zu HoT mitnehmen und ein Tarifpaket Ihrer Wahl aktivieren, erhalten Sie einen 10 Euro HOFER Gutschein per E-Mail – das HoT was!

    Dazu kommt noch ein weiterer „Punkt“ warum die Zahl der Portierungen ansteigt :
    Bis zur Einführung der ZR-DB (Q4-2021) wurden zum Großteil nur Portierungen mit gleichzeitigem Netzbetreiberwechsel als Portierung berücksichtigt. Ab Einführung der Zentralen Rufnummern-Datenbank wird auch jede Portierung ohne Netzbetreiberwechsel berücksichtigt.“
    mfg

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