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Freitag, 19. April 2024
Der Riese legt den Gürtel an

Metro revidiert Gewinnziele

Hintergrund | Die Redaktion | 08.10.2012 | |  Archiv
"In vielen Ländern haben sich in den vergangenen Wochen die Bedingungen für unsere Kunden und damit auch für unser Geschäft deutlich verschlechtert", so Konzernchef Olaf Koch.

Metro, der größte Handelskonzern Deutschland, muss seine Ziele für das laufende Jahr revidieren und löste dabe einen Schock auf der Börse aus. Statt des bisher angepeilten Gewinns vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderposten auf der Vorjahreshöhe von 2,372 Milliarden Euro stellten die Düsseldorfer lediglich ein Ebit von rund 2 Milliarden Euro in Aussicht. Analysten sehen als eines der Hauptprobleme Konzerntochter Media-Saturn.

Dies ist nach Dezember 2011 bereits die zweite Gewinnwarnung von Metro binnen eines Jahres. Analysten zeigen sich verwundert, warum das Management diese nicht bereits bei der Zahlenvorlage zum zweiten Quartal reduziert habe.

Vor allem in Südeuropa und Teilen Osteuropas bleiben angesichts der Rekordarbeitslosigkeit und der drastischen Sparbemühungen der öffentlichen Hand die Kunden weg. 

„In vielen Ländern haben sich in den vergangenen Wochen die Bedingungen für unsere Kunden und damit auch für unser Geschäft deutlich verschlechtert“, sagte Koch.

Besonders betroffen von der Konsumzurückhaltung sei die Unterhaltungselektronik. Dies trifft die Metro, die mit ihren Töchtern Media Markt und Saturn in dieser Sparte Marktführer in Europa ist, hart. Konzernchef Olaf Koch senkte deshalb am Freitag die Ergebnisprognose des Handelsriesen für 2012 um rund 15 Prozent. Die Metro-Aktie verlor daraufhin zeitweise neun Prozent an Wert.

Als einen weiteren Grund, neben dem Konjunkturumfeld, geben Analysten die Größe der Filialen und damit entstehenden Fixkosten an. Zudem werde bei Media-Saturn offenbar weiter in die Preise investiert. Gleichzeitig scheinen die Investitionen für das kommenden Jahr reduziert zu werden, was sich negativ auf das mittelfristige Wachstum auswirken könnte. Die Ebit-Erwartungen des Marktes dürfte nun für 2012 und 2013 um gut zehn Prozent sinken.

Das Unternehmen will Ende Oktober Zahlen für das dritte Quartal 2012 vorlegen. Im zweiten Quartal hatte Metro durch Sondereffekte in dreistelliger Millionenhöhe einen Verlust von 28 Millionen Euro geschrieben. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro zu.

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