Freitag, 13. Dezember 2019
Was sagen Handel und Konsumenten zum Black Friday?

Kmentas Black Friday-Studie: Die Ergebnisse

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 12.11.2019 | | 1  
Der Countdown läuft. „Preisaktivist“ Roman Kmenta befragte Konsumenten und Händler in Österreich und Deutschland zu ihren Erwartungen den Black Friday betreffend. (Bild: Screenshot blackfridaysale.at) Der Countdown läuft. „Preisaktivist“ Roman Kmenta befragte Konsumenten und Händler in Österreich und Deutschland zu ihren Erwartungen den Black Friday betreffend. (Bild: Screenshot blackfridaysale.at) Wie E&W berichtetet, führte „Preisexperte“ und Initiator des „Walk for Value“ Roman Kmenta in Österreich und Deutschland eine Umfrage zum „Black Friday“ durch. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Aufgrund des Jahr für Jahr stark zunehmenden „Black Friday Trends“, der bei Handel und Konsumenten immer größere Bedeutung erlangt, wurde 2019 vom Preisaktivisten Roman Kmenta eine Studie zum Thema „Black Friday“ in Deutschland und Österreich unter 674 Befragten durchgeführt (elektro.at berichtete) – 70% davon waren Konsumenten, 30% Einzelhändler. Die Ergebnisse zeigen unter anderem:

  1. 60% aller Händler wäre es lieber, wenn es den Black Friday nicht gäbe. Selbst unter den Händlern, die am Black Friday mitmachen, sagen 44%, dass es ihnen lieber wäre, wenn es diesen Verkaufstag nicht gäbe.
  2. Black Friday wird vor allem von den unter 30-jährigen Konsumenten genutzt.
  3. 94% der Konsumenten glauben, dass andere sehr beeinflussbar durch Preisaktionen sind, aber nur 58% denken das auch von sich selbst.
  4. 43% der Händler sehen negative Auswirkungen des Black Friday auf den Gewinn.

Interessant ist auch: Das Black Friday Geschäft findet zum Großteil online statt. So planen 42% der Befragten ausschließlich im Internet zu kaufen. 29% haben vor online und stationär zu shoppen und 8% wollen nur im stationären Handel einkaufen anlässlich des Black Friday.

Auf die Frage, ob man glaubt, dass Angebote oder stark reduzierte Preise, wie Sie unter anderem zu Black Friday üblich sind, dem Handel generell eher nutzen oder eher schaden, meinen 45% der Konsumenten, dass diese Rabatte dem Handel nutzen. Interessant ist, dass auch 30% der befragten Händler überzeugt sind, dass diese Aktionen dem Handel nutzen. 48% der befragten Händler sind überzeugt, dass es dem Handel schadet.

32% der Händler erwarten sich durch den Black Friday mehr Umsatz. 28% erwarten eine höhere Kundenfrequenz und 25% den Gewinn von Neukunden. Immerhin 12% erwarten sich sogar einen höheren Gewinn durch den Black Friday.

Roman Kmenta stellte auch die Frage: „Würden Sie bzw. Ihr Unternehmen auch dann reduzierte Preise zu Black Friday anbieten, wenn die meisten anderen Einzelhändler dies nicht tun würden?“ Darauf sagten 47% der befragten Händler „ja“ und 29% „nein“.

Auswirkung auf X-Mas

42% der von Kmenta Befragten sind der Meinung, dass der Umsatz zu Weihnachten aufgrund des Black Fridays sinkt. 30% sind überzeugt, dass der Umsatz im Weihnachtsgeschäft vom Black Friday gar nicht betroffen ist. 16% glauben, dass der Umsatz im Weihnachtsgeschäft durch den Black Friday steigt.

Roman Kmenta teilte die Teilnehmer an seiner Studie in drei Gruppen ein: Black Friday Enthusiasten, Black Friday Skeptiker und Black Friday Verweigerer. Die gr

Bei den Studienteilnehmern von Roman Kmenta liegt der Bekanntheitsgrad des Begriffs „Black Friday“ bei nahezu 100%. (Bild: Roman Kmenta)

ößte Gruppe machten interessanterweise die Verweigerer mit 47% aus. 17% sind Skeptiker und „nur“ 36% zählen zu den Enthusiasten. 

Bekanntheitsgrad bei nahezu 100%

Die Google Trend Analyse zeigt: Der Black Friday wird Jahr für Jahr zum immer stärker werdenden Trend. Und auch bei den Studienteilnehmern von Roman Kmenta liegt der Bekanntheitsgrad des Begriffs „Black Friday“ bei nahezu 100%. „Obwohl die vollen Geschäfte und Kassen der Händler und die glücklichen Gesichter der Konsumenten, wenn sie zu Black Friday ein Schnäppchen erlegt haben, auf den ersten Blick ein positives Bild zeichnen, ist ein kritischer Blick unter die Oberfläche durchaus Besorgnis erregend“, sagt Kmenta.

„Der Handel hat durch den Black Friday und ähnliche Ausverkaufstage mit immer stärker werdendem Preisdruck und schrumpfenden Margen und Gewinnen zu kämpfen. Die Konsumenten werden letztlich die Rechnung für die Billigpreise in Form von schlechterer Qualität und reduziertem Service zahlen müssen. Der Konsum, der durch aggressive Preisaktionen angekurbelt wird (so denken 94% der Befragten) verstärkt natürlich den Trend zur Wegwerfgesellschaft und wirft Probleme in Punkto Nachhaltigkeit und Umweltbelastung auf“, so Roman Kmenta und: „Ich bin überhaupt nicht dagegen Geld auszugeben und sich schöne und nützliche Dinge zu leisten, nur wäre es für die Wirtschaft und die Konsumenten mittelfristig sehr viel sinnvoller vielleicht weniger zu kaufen, aber dafür zu besserer Qualität zu greifen, die dann auch mehr kosten darf.“

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