Sonntag, 19. Januar 2020
Unternehmenskauf abgeschlossen, Anpassungen erforderlich

Varta: 220 Stellen gestrichen, hunderte neue entstehen

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 14.01.2020 | |  
Mitte letzten Jahres wurde bekannt gegeben, dass die Varta AG das Varta Consumer Batteries Geschäft „zurück“kauft. Die Übernahme ist nun abgeschlossen, wie die Varta AG informiert, und künftig werde man sich ausschließlich auf das Batteriegeschäft fokussieren, was allerdings eine Anpassung der Personalkapazitäten bei Varta Consumer in Europa erfordere. Soll heißen: 220 Vollzeit-Stellen werden gestrichen. An anderer Stelle sollen jedoch mehrere hundert neue Stellen entstehen.

Mit dem Unternehmenskauf sollten die weltweiten Varta-Markenrechte für Geräte- und Mikrobatterien sowie Energiespeichersysteme wieder unter dem Dach der Varta AG vereint werden, hieß es letzten Mai, als bekannt wurde, dass die Varta AG das Varta Consumer Batteries Geschäft von Energizer kauft. (elektro.at berichtete).

Nun informierte die Varta AG, dass die Übernahme von Varta Consumer mit 2. Jänner 2020 abgeschlossen wurde. Die abgeschlossene Akquisition von Varta Consumer stelle das Geschäftsmodell des Varta AG Konzerns auf eine noch breitere Basis und stärke den Markenauftritt aller Varta-Produkte des Konzerns, wie das Unternehmen sagt.

Rund 220 Stellen gestrichen

Es scheint alles glatt über die Bühne gegangen zu sein, einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Varta Consumer hat bisher nämlich im Appliances-Bereich (ua. Haushaltsgeräte und Tierfutter) Service-Leistungen für den vorigen Eigentümer Spectrum Brands erbracht, die nun (da man nicht mehr zu Spectrum Brands gehört) entfallen, was in der Konsequenz den Wegfall einiger Arbeitsplätze bedeutet. Die Varta AG formuliert es wie folgt: „Die Varta AG wird sich in der Zukunft weiterhin ausschließlich auf das Batteriegeschäft konzentrieren. Dadurch sowie infolge weiterer Synergieeffekte wird eine Anpassung der Personalkapazitäten um rund 220 Vollzeit-Stellen im Varta Consumer Geschäft in Europa voraussichtlich bis Ende 2020 notwendig. Dies soll sozialverträglich und in enger Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften durchgeführt werden.“

„Mehrere hundert neue Stellen entstehen“

An anderer Stelle sollen jedoch hunderte neue Stellen entstehen, wie Varta weiter ausführt: „Der Konzern profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage im Bereich der Premium Headsets, deren Markt jährlich um rund 30% wächst (elektro.at berichtete). Die Varta AG hat sich in diesem Segment einzigartige Wettbewerbsvorteile erarbeitet und wächst deutlich schneller als der Markt. Das Unternehmen weitet deshalb die Produktionskapazitäten in Deutschland massiv aus. Durch dieses starke Wachstum werden im Konzern in naher Zukunft mehrere hundert neue Stellen entstehen. Diese sollen, soweit möglich, durch Beschäftigte der Varta Consumer besetzt werden.“

Auf zwei Beinen

Die Varta AG präsentiert sich künftig wie folgt: Das Consumer-Batteriegeschäft bildet zusammen mit dem Energiespeicher-Geschäft der bisherigen Varta AG das neue Segment „Household Batteries“. Die Sparte fokussiert sich innerhalb des Konzerns auf das Konsumentengeschäft mit eigenem Vertrieb, Marketing und Produktion. Administrative Funktionen der Varta Consumer (wie beispielsweise IT, Finanzen, Einkauf oder Personal) werden in die bestehende Infrastruktur des Varta AG Konzerns integriert.
Das Microbatteries-Geschäft sowie der Bereich „Power Pack Solutions“ werden zukünftig im Segment „Microbatteries & Solutions“ zusammengefasst. Darunter fällt auch das Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien. Der Schwerpunkt von „Microbatteries & Solutions“ wird künftig im OEM-Geschäft liegen. „Durch das erwartete, starke Wachstum bei Lithium-Ionen-Batterien wird im neuen Segment ‚Microbatteries & Solutions‘ die Anzahl an Mitarbeitern deutlich erhöht werden“, betont Varta abschließend nochmal.

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