Freitag, 21. Februar 2020
Direkthandel mit Ökostrom für die Veränderung des Energiesystems

Projekt OurPower belegt ersten Platz bei Magenta TUN

Telekom Hintergrund | Dominik Schebach | 23.01.2020 | |  
Die Preisträger des Magenta TUN-Fonds für das Jahr 2019 – die Vertreter von OurPower, Semina, Josefbus und Next Generation of Changemaker zusammen mit Magenta CEO Andreas Bierwirth und Jury-Vorsitzenden Franz Fischler. Die Preisträger des Magenta TUN-Fonds für das Jahr 2019 – die Vertreter von OurPower, Semina, Josefbus und Next Generation of Changemaker zusammen mit Magenta CEO Andreas Bierwirth und Jury-Vorsitzenden Franz Fischler. (© Magenta Telekom) Seit acht Jahren fördert der Magenta TUN-Fonds mit seinen Ausschreibungen nachhaltige Innovationen. Den ersten Platz für 2019 geht an das Projekt „OurPower“, eine Online- und Community-Plattform, die den Direkthandel mit Ökostrom zwischen Erzeugern und Nutzern ermöglicht. Die Projekte Josefbus, Next Generation of Changemaker und Semina teilen sich den zweiten Platz.

Der Magenta TUN-Fonds vergibt jährlich 50.000 Euro und ist damit einer der bedeutendsten Nachhaltigkeitspreise Österreichs. Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 22. Jänner, im T-Center in Wien statt. „Nachhaltigkeit hat viele Aspekte. Der wichtigste für Magenta Telekom ist es, Produkte von dauerhaftem Wert und Nutzen für Österreich herzustellen. Mit unserem Kabel- und Mobilfunknetz sind wir Rückgrat der digitalen Infrastruktur des Landes, die uns im privaten Leben sowie beruflich verbindet. Unsere Netze sind somit die Basis für Technologien und Digitalisierungslösungen, die viele neue Chancen zu einem nachhaltigen Lebensstil und auch Antworten auf das Klimaproblem bieten können. Der Magenta TUN-Fonds ist deshalb ein wesentlicher Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir wollen Impulse geben, damit Digitalisierung einen Beitrag zur Lösung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen leistet“, begründete Andreas Bierwirth, CEO Magenta Telekom und TUN-Jurymitglied, das Engagement für den Magenta TUN-Fonds.

Hauptpreis

Der Hauptpreis von 20.000 Euro geht an das Projekt OurPower. Die OurPower.coop errichtet und betreibt einen Online-Marktplatz für Ökostrom. Zum ersten Mal können mithilfe der Online-Plattform Stromerzeuger ihren selbst erzeugten Ökostrom direkt an Nachbarn und Freunde verkaufen bzw. können Bürger und Betriebe ihre Energie direkt von privaten Erzeugern kaufen. So ermöglicht die Plattform privaten Erzeugern, überschüssige Energie nachhaltig an andere Nutzer zu bringen, und bietet alle dafür notwendigen energiewirtschaftliche und zahlungstechnische Dienste. Dadurch wird lokaler, privater Direkthandel mit Ökostrom aus Solarenergie, Wasser- und Windkraft oder Biogasanlagen möglich.

Für die TUN-Jury war in diesem Zusammenhang entscheidend, dass OurPower damit neuartige Impulse für eine nachhaltige Veränderung des österreichischen Strommarkt setzt. Hintergrund der Plattform sind die durch die EU-Richtlinie gerade neu geschaffenen Bürgerenergiegemeinschaften. Als Europäische Genossenschaft SCE ist OurPower auch selbst eine solche Bürgerenergiegemeinschaft, sieht sich als Treiber dieser neuen Marktstruktur und verantwortet auch Community-Building für Stromverkäufer.

3 x 10.000 Euro

Mit jeweils 10.000 Euro werden die Projekte Josefbus der Caritas, Next Generation Of Changemaker und Semina werden vom Magenta TUN-Fonds mit jeweils 10.000 Euro gefördert. So betreibt der Josefbus, ein Projekt der Caritas, seit 2019 einerseits eine digitale WebApp als auch ein Team von mehr als 10 freiwilligen Helfern, die reparieren, austauschen oder Möbel zusammenbauen, wo Menschen das Geld oder die Kraft dafür fehlt. Die digitale Plattform bringt Helfende und Hilfesuchende durch Online-Matchmaking zusammen. Das Projekt punktet durch das Potenzial, sozialen Impact sowohl für die freiwilligen Helfenden als auch für die Hilfesuchenden zu kreieren.

Next Generation of Changemaker ist ein Kartenspiel für Jugendliche, das Digitales und Gedrucktes verbindet. Entwickelt wurde es für den Einsatz im schulischen Unterricht, bei Jugendorganisationen und Seminaren von der Entrepreneurship Stiftung Berlin, dem CreativGym und KPH Wien/Krems. Jugendliche können so spielerisch ein nachhaltiges Geschäftsmodell für eine eigene Idee entwickeln und zum aktiven, nachhaltigen Handeln motiviert werden. Ziel ist auch eine positive Einstellung, in Herausforderungen eine Zukunft voller Chancen und Möglichkeiten zu sehen.

Das Projekt Semina thematisiert ein Problem in vielen Regionen und Städten weltweit. Mit Hilfe eines Holzsparofens wird die häusliche Luftverschmutzung und die Abholzung in Subsahara-Ländern reduziert. Der Brennstoffverbrauch wird um 60% reduziert und der Abholzung mit Biokohle-Briketts aus landwirtschaftlichen Abfällen entgegengewirkt. Da die Produktion der Holzöfen in mobilen Werkstätten erfolgt, werden zusätzlich lokale Einkommensmöglichkeiten geschaffen. Neben der lokalen Produktion ermöglicht das entwickelte „CarbonCoin“ Finanzierungsmodell, dass selbst Menschen in absoluter Armut, sich zukünftig effiziente Öfen leisten können. 2018 hat das Projekt den Jury-Award des Social Impact Awards gewonnen.

 

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