Freitag, 5. Juni 2020
Editor's ChoiceEinigung zu den Mischbetrieben

Lebensmittelketten beschränken sich freiwillig

Die Branche | Dominik Schebach | 03.04.2020 | | 16  
Die Lebensmittelketten beschränken sich freiwillig und nehmen u.a. die Großgeräte aus dem Sortiment. Die Lebensmittelketten beschränken sich freiwillig und nehmen u.a. die Großgeräte aus dem Sortiment. Offensichtlich hat der Druck auf die Lebensmittelketten doch etwas erreicht: Wie elektro.at erfahren hat, gibt es nun eine Vereinbarung in der Bundessparte Handel, dass die Ketten ihr Angebot freiwillig ab Karsamstag, 11. April 2020, beschränken werden.

„Ich habe nicht mehr damit gerechnet, aber die Ketten haben in den Verhandlungen einer Selbstbeschränkung zugestimmt. Dazu gibt es nun auch eine verbindliche Vereinbarung“, so Krejcik gegenüber elektro.at. Die Vereinbarung kam nach langwierigen Verhandlungen in der WKO unter der Leitung von Bundesspartenobmann Peter Buchmüller zustande.

Konkret werden die Lebensmittelketten den Direktverkauf im Non-Food-Segment einschränken und einige Warengruppen nicht mehr anbieten: Darunter fallen, für den EFH wichtig, TV und Elektrogroßgeräte.

 

Das Bundesgremium hat inzwischen auch einen Insider zu derEinigung ausgesendet:

Aktuelle Informationen

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ausnahmsweise darf ich Ihnen heute eine gute Nachricht übermitteln.

Durch gemeinsame Anstrengungen unter der Führung unseres Obmanns der Bundessparte Handel, Peter Buchmüller, ist es nach zähen Verhandlungen gelungen, eine für unsere Branche extrem wichtige Vereinbarung mit den fünf großen Lebenmittelketten – REWE/Billa/Merkur, SPAR, HOFER, LIDL, METRO – herbeizuführen. Diese fünf Unternehmen verpflichten sich verbindlich, ab 11.4.2020 den Verkauf vieler Non-Food-Produkte einzustellen.

Die Vereinbarung im Wortlaut:

Die CEOs der fünf großen Lebensmittelhändler, Marcel Haraszti von REWE, Gerhard Drexel von SPAR, Horst Leitner von HOFER,  Alessandro Wolf von LIDL und Xavier Plotitza von METRO, einigten sich auf einen Solidaritätsakt mit den vielen Non-Food-Händlern, die derzeit im Zuge der Corona-Beschränkungen nicht geöffnet sein dürfen.

Die genannten fünf großen Lebensmittelhändler beschränken sich ab Karsamstag, 11. April 2020, freiwillig im Verkauf ihres Non-Food-Sortiments. Sie wollen damit ein Signal und einen Akt der Solidarität setzen.

Die fünf Handelsbosse unisono: „Wir wollen mit diesem Akt der Solidarität zum Ausdruck bringen, dass wir keinesfalls die Notlage von vielen Non-Food-Geschäften, die derzeit nicht geöffnet sein dürfen, ausnutzen und schränken daher von uns aus große Teile des Non-Food-Sortiments im Direktverkauf ein.“ Direktverkauf bedeutet, dass die betroffenen Non-Food-Artikel ab Karsamstag, 11. April 2020, nicht mehr in den Geschäften zu erwerben sein werden. Onlinebestellungen sowie Hauszustellungen sind von diesen Beschränkungen ausgenommen.

Die genannten Warengruppen sind:

  • TV-Geräte
  • Computer (nicht jedoch Zubehör)
  • Fahrräder und E-Bikes
  • Navigationsgeräte
  • Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühlschränke, Gefrierschränke, Herde, Geschirrspüler
  • Heimwerker-Großgeräte
  • Möbel inkl. Gartenmöbel
  • Damen-, Herren- und Kinderoberbekleidung
  • Sportbekleidung
  • Babybekleidung
  • Autozubehör
  • Malerbedarf
  • Pools und Poolzubehör
  • Fitness-Großgeräte

Dazu KR Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich: „Ich bin sehr froh über diese Lösung und respektiere sehr diese freiwillige Selbstbeschränkung der großen Lebensmittelketten in unserem Land. Die Situation ist für uns alle enorm schwierig, weshalb dieser Akt der Solidarität ein sehr positives Signal an die tausenden KollegInnen, die derzeit ihre Geschäfte nicht offen halten dürfen, darstellt. Ich hoffe natürlich, dass die Bundesregierung schon bald wieder in der Lage sein wird, die Schließung beim Großteil des heimischen Handels aufzuheben und wir schrittweise dem Normalzustand wieder näherkommen.“

Ich darf mich im Namen des österreichischen Elektro- und Einrichtungshandels bei allen bedanken, danke für die sehr unterstützenden Reportagen aus ganz Österreich von meinen Kollegen. Ich hoffe, dass mit der Lösung dieses

Problems eine Beruhigung einsetzen wird.

Bleiben Sie gesund! KOPF HOCH!

Herzlichst Ihr

KommR Ing. Wolfgang Krejcik

Bundesgremialobmann

Kommentare (16)

  1. Freiwillige Selbstbeschränkung ist doch larifari. Die Großen sind Freunde der Regierung inkl. WKO und bekommen alles was sie möchten.

    Also ich bin der Meinung, dass unter Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen eine Übergabe von Ware erfolgen darf.
    1. Die großen Lebensmittelhändler und selbst die großen Lebensmittelgroßhändler wie M……. haben sofort auch die Türen für alle anderen Produkte geöffnet und das ohne Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen, denn die gelten ja nur für die EPU und KMU . Menschenansammlungen in den Geschäften und kein Sicherheitsabstand !!!!
    2. Wurde sogar das Bundesheer eingesetzt, dass die großen die Ware auch noch ganz schnell in die Regale bringen . Wer zahlt? Natürlich wir alle, da wurden die großen tatkräftig von der Regierung unterstützt. Kein einziger Lebensmittelhändler hat seine Regale von den Non-Food-Produkten leergeräumt.
    3. Gehen nach wie vor ganze Familien zu den Lebensmittelhändlern und Lebensmittelgroßhändlern einkaufen (Familienausflug) und keine Spur von COVID-19 Schutzmaßnahmen. Da wird nichts kontrolliert und munter die Vieren verbreitet. Aber wenn zB. Eine Person unter Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen eine Übergabe von Ware übergibt dann soll das nicht in Ordnung sein? Da sollte sich mal jeder fragen was da wohl schief läuft in Österreich und welche Verordnungen erlassen werden ((natürlich von der Regierung, die dann in Zukunft auf Spenden hoffen könnte)) die nur die großen bevorzugen.
    4. Und wie soll es auch anders sein, dürfen großen Lebensmittelhändler bis 11.4.2020 alles und danach auf freiwilliger Basis zB. noch immer Spielzeug verkaufen, wo die Spielzeuggeschäfte geschlossen halten müssen. Das nennt sich wohl Gerechtigkeit ! Da kritisiere ich auch die WKO die leider sehr zu viel an die großen denkt und viel zu nahe an der Regierung sitzt. Eigentlich hätte ein Verordnung bezüglich Sortiment alles geregelt, aber das wollte von der WKO und Regierung keiner.
    5. Hätte zB. Auf jede online Bestellung ein COVID-19 Schutzbeitrag eingeführt werden müssen denn Am……….. verkauft Non-Food-Produkte augenscheinlich unter EK und die Post hilft auch noch mit indem sie Warenpakete für Firmen (oft wichtige Ersatzteile) im Auslieferungslager liegen lassen aber Hauptsache die Pakete von Am……… werden pünktlich ausgeliefert

    Ich hoffe nur, dass nach der COVID-19 Kriese ein Umdenken bei allen und wirklich bei allen einsetzt, dass es so nicht weiter gehen kann. Nur groß und größer, ohne Grenzen, nur Zocken an den Börsen und alles ins Ausland verkaufen kann nicht die Lösung sein und vor allem muss endlich eine Gerechtigkeit her jeder muss das gleiche in unser System einzahlen nicht die Großen wenig bis nichts und die Kleinen alles !!!
    Wir EPU und KMU sind mit unseren Familien viel viel mehr als die Großen !!!!!
    Die Hoffnung stirbt zu letzt.

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  2. … na ja … Non Food Artikel werden in den Supermärkten AB Karsamstag 11. April „nur eingeschränkt verkauft“?

    Ostersonntag + Ostermontag (12. und 13. April) sind Feiertage – also auch Supermärkte GESCHLOSSEN!

    Wenn dann am Dienstag nach Ostern, den 14. April, möglicherweise Geschäfte doch wieder (eingeschränkt?) „öffnen dürfen“, dann liest sich diese „solidarische Selbstbeschränkung aufgrund des unermesslichen Drucks auf die Lebensmittel-Ketten“ zwar gut in den Berichterstattungen der Medien – ist aber in Wahrheit gründlich für den „Hugo“ – weil wenn alle Branchen wieder öffnen dürfen, dann bleibt von dieser „freiwilligen Selbstbeschränkung der Supermärkte“ in der Realität nichts mehr übrig – außer „bla-bla-bla“!
    Also – bitte nicht zu sehr über dieses „erreichte, großartige Verhandlungsergebnis“ freuen, die „rosarote Brille“ rasch wieder abnehmen, das sich selbst auf die Schulter Klopfen umgehend beenden und endlich beginnen, echte Verhandlungen zu führen, damit ALLE unsere Betriebe „in der Zukunft nach Corona“ auch noch wirklich eine Zukunft haben können!
    Wir haben ja inzwischen von der Politik gelernt: „WIR UND UNSERE MITARBEITER SIND NICHT SYSTEM-RELEVANT UND DAHER AUCH KEINE HELDEN DES ALLTAGS“!

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  3. Ich kann nur von „Sebastian bis EinkleinesLicht“ beipflichten, man hat uns den EFH – wie immer : wieder einmal verschaukelt. Mit aller Wahrscheinlichkeit dürfen wir Dienstag nach Ostern wieder aufsperren und die großen machen noch das Geschäft!
    In “ Heute“ wurde vor zwei Tagen geschrieben das die Großvertriebsformen wie SPAR, MERKUR usw. unter der Hand einen Deal mit den Hr. Bundeskanzler abgeschlossen haben: Sie halten die Versorgung aufrecht, dafür können sie alles verkaufen. Auch unsere Kammerfunktionäre von K…. bis Krej……. haben davon gewusst und ein Scheingefecht geführt.
    Auch die Banken lassen uns kleinen hängen so wie unsere Standesvertreter. Aber die Großflächen haben 3 Wochen wie die Bösen verdient.
    Die Erfahrung aus den letzten Wochen, traue keinen Kammerfunktionär und gehe zu keiner Kammerwahl mehr!!!

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    1. Klingt ein bissal nach Verschwörungstheorie 😉

      Ich glaube NICHT, dass die Kammerfunktionäre nur „ein Scheingefecht“ führten, so ein Aufwand in einer Zeit, in der man nur rudert ….
      Außerdem – und da bin ich bei HMH. – …. wenn es in „Heue“ steht, würde ich es erst recht nicht glauben

  4. Jetzt wissen wir „kleinen“ wenigstens dass wir ab Dienstag nach Ostern wieder aufsperren dürfen. Die ( REWE,Spar, Hofer, Lidl, Metro) hätten sich sonst nie auf diesen Kuhhandel eingelassen.

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  5. Mein Gott wie nett, jetzt hören sie aus „Solidarität“ mit dem Fachhandel auf und stehen gut da.
    Und wer bestraft sie für die bisherige Ignoranz der Rechtslage? Ist das jetzt alles vergessen und „Schwamm drüber“?

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  6. Wahrscheinlich dürfen dann nach Ostern alle Geschäfte wieder öffnen und die großen bekommen für Ihren „Solidaritätsakt“ einen Extrabonus aus der Staatshilfe ausbezahlt

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  7. 1. Freiwillige Selbstbeschränkung ist doch larifari.
    2. Wenn die Geschäfte mit hunderten Laufkundschaften offen haben dürfen dann kann doch ein kleines Geschäft mit ein paar Leuten amTag auch auch offen haben, da gibt es keine vernünftige Erklärung.

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  8. Wo ist da der Erfolg???
    Vorarlberg hätte es mit den Anzeigen vorgemacht wie es geht
    Und auch die Stellungnahme des Ministerium war eindeutig.
    Super Lösung: Jetzt haben die Lebensmittler den Persilschein bis Ostern.

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  9. Geht doch! 😉

    Finde ich richtig gut!
    Nur ….
    … dass sie sich jetzt als die großen Helden, die „einen Akt der Solidarität“ leisten, feiern, ist ein wenig übertrieben …
    aber egal! Hauptsache sie tun es!

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