Freitag, 4. Dezember 2020
22.000 Geschäfte von Lockdown betroffen, zumindest 6.000 drohe Insolvenz

Handelsverband befürchtet 2,7 Mrd. Euro Umsatzverlust

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 18.11.2020 | |  
Die Initiative „Österreich schenkt Arbeitsplätze Die Initiative „Österreich schenkt Arbeitsplätze" soll Österreicher dazu animieren, alle Weihnachtsgeschenke heuer im heimischen Handel zu erwerben und nicht bei ausländischen Onlinegiganten. (Bild: Handelsverband) Seit gestern, den 17. November 2020, sind wieder fast alle Geschäfte im österreichischen Non-Food Handel geschlossen. „Das bedroht massiv das bereits angelaufene Weihnachtsgeschäft und damit natürlich auch die heimische Wirtschaft“, sagt der Handelsverband, der unter dem Motto „Österreich schenkt Arbeitsplätze" eine Initiative gestartet hat, mit dem Ziel, dass heuer so viele Weihnachtsgeschenke wie möglich bei heimischen Händlern erworben werden.

Der Handelsverband schreibt in einer Aussendung: „Österreich befindet sich mitten im zweiten harten Lockdown, seit gestern (Anm. 17. November 2020) sind fast alle Geschäfte im Non-Food Handel geschlossen. Das bedroht massiv das bereits angelaufene Weihnachtsgeschäft und damit natürlich auch die heimische Wirtschaft. Die weltgrößten Online-Händler Amazon und Alibaba setzen währenddessen alles daran, einen immer größeren Anteil des Weihnachtsumsatzes an sich zu binden – mit absehbaren negativen Konsequenzen für die 600.000 Arbeitsplätze im österreichischen Handel.“

Für den Lockdown von 17. November bis 6. Dezember rechnet der Handelsverband mit täglichen Umsatzverlusten bis zu 160 Mio. Euro im Non-Food Handel. Das werde sich bei 17 geschlossenen Einkaufstagen auf bis zu 2,7 Mrd. Euro summieren. Mehr als 22.000 Geschäfte seien davon betroffen, zumindest 6.000 von ihnen drohe noch in diesem Jahr die Insolvenz.

„Ausgehend von den Erfahrungen aus dem ersten Lockdown ist zu erwarten, dass lediglich ein Viertel der Lockdown-bedingten Nicht-Käufe zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Der Rest entfällt oder verlagert sich auf den Onlinehandel, fast die Hälfte davon auf Amazon. Daher gleicht der zweite Lockdown einem Amazon-Förderungsprogramm„, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Wie Will sagt, gibt es in Zeiten der Corona-Pandemie bei fast allen Konsumenten etwas, das ganz weit oben auf dem weihnachtlichen Wunschzettel steht: ein sicherer Arbeitsplatz. Deshalb hat der Handelsverband gemeinsam mit österreichischen Händlern aller Größen – vom Einzelunternehmen über KMU bis zum Konzern – unter dem Motto „Österreich schenkt Arbeitsplätze“ eine neue Initiative gestartet. Mit dem Appell an das ganze Land, diesen Weihnachtswunsch zu erfüllen, indem heuer alle Geschenke bei heimischen Anbietern erworben werden.

Alle, die diese Bilder auf Social Media teilen, nehmen an einem Gewinnspiel teil. Sinn und Zweck dieser Aktion ist die Stärkung des heimischen Handels.

„Das größte Geschenk, das wir heuer zu Weihnachten jemandem schenken können, ist ein sicherer Arbeitsplatz. Wie das geht? Ganz einfach, indem wir unsere Geschenke im heimischen Handel kaufen. Egal ob in einem der 13.500 heimischen Webshops oder nach dem Lockdown ab 7. Dezember hoffentlich wieder vor Ort in allen Geschäften„, erklärt Mitinitiator Rainer Will, der ganz Österreich dazu einlädt, sich an der Initiative zu beteiligen: Händler und Konsumenten. „Alle, die ein Zeichen der Solidarität setzen wollen und deren Herz für die eigene Region schlägt“, so Will. Und: „Alle Österreicher können einen Beitrag leisten. Nicht nur durch einen Kauf, sondern auch, indem sie die Initiative in ihrem Umfeld teilen.“ Die Initiative wird übrigens von einem Gewinnspiel begleitet, bei dem unter allen Teilnehmern, die das Sujet (siehe Bilder in diesem Beitrag) auf Social Media teilen, am Ende des Lockdowns Preise aus dem österreichischen Handel verlost werden.

 

 

 

 

 

 

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