Donnerstag, 15. April 2021
Bestes Service statt bestes Ergebnis

Drei Bilanz 2020: Stabil trotz Corona

Telekom | Dominik Schebach | 25.03.2021 | Downloads | | 1  
Rudolf Schrefl hat heute Donnerstag sein erstes Jahresergebnis von Drei als CEO des Betreibers präsentiert. Rudolf Schrefl hat heute Donnerstag sein erstes Jahresergebnis von Drei als CEO des Betreibers präsentiert. Für Rudolf Schrefl gab es heute eine Premiere. Der langjährige CCO hielt heute seine erste Jahres-Pressekonferenz als CEO von Drei, und er konnte dabei ein stabiles Jahresergebnis für den Betreiber präsentieren. Drei hat 2020 trotz Corona seinen Marktanteil als Komplettanbieter für Telekommunikation in Österreich weiter ausgebaut. Neue Kunden hat Drei vor allem im Festnetz-Internet und als derzeit schnellst wachsender TV-Anbieter des Landes dazugewonnen.

Die Pandemie hat sich natürlich auch in den Geschäftszahlen niedergeschlagen. Drei verzeichnete für das vergangene Jahr einen Umsatz von 850 Mio Euro (-2%). Das liegt vor allem an den geringeren Handset-Verkäufen (104 Mio Euro oder -14%). Nach Abschreibungen sank das Betriebsergebnis (EBIT) aufgrund der hohen Netzinvestitionen um 3% auf 226 Mio. Euro. Die Netzinvestitionen betrugen 2020 178 Mio Euro.

Damit sind wir zufrieden. Schlüsselt man die Umsätze auf, dann sind sie dort zurückgegangen, wo die Kunden ausgeblieben sind: Im Roaming, oder beim Geräteverkauf“, so Schrefl zum Ergebnis. „Durch Kurzarbeit und Staatshilfen hätten wir den Gewinn natürlich aufbessern können. Mit Blick in die Zukunft wird sich die Tatsache, dass wir verlässlich für unsere Kunden da waren, aber weit mehr bezahlt machen als einmalige Kurzarbeitshilfen.“

Starkes Wachstum bei DreiTV

Durchaus erfreulich haben sich für Drei die Marktanteile entwickelt.

Der Marktanteil bei Mobilfunk-Privatkunden (Sprache) erhöhte sich in nur zwei Jahren von rund 28,5 auf 30,5% – inklusive der MVNO-Kunden im Drei-Netz. Gewachsen ist Drei aber auch im Festnetz-Internet. Die Zahl der DSL-Anschlüsse stieg 2020 um knapp 27%, die Zahl der Datenverträge insgesamt (Mobil, DSL, Hybrid) um 3%. Bereits jeder zweite neue Internet-Anschluss von Drei war 2020 ein Festnetz-Zugang. Bei den TV-Kunden legte Drei um 52% zu. Damit ist Drei derzeit der am schnellsten wachsende TV-Anbieter im Land. Im Business-Segment ist jedes dritte Großunternehmen Mobilfunk-, Festnetz- oder Netzwerk-Kunde von Drei. Die Zahl der Business-Kunden erhöhte sich 2020 um rund 1% auf knapp eine halbe Million.

In Summe blieb die Zahl der Vertragskunden bei Drei stabil. Die Gesamtkundenzahl wurde um inaktive Wertkartenkunden bereinigt und ging dadurch um 4% auf 3,72 Millionen zurück. Vor allem Touristen und Saisoniers sind aufgrund von Corona als Wertkartenkunden ausgeblieben. Die Zahl der Lidl-Connect-Kunden hat sich dennoch 2020 fast verdreifacht.

Damit sieht der neue CEO Drei weiterhin als Herausforderer unter den Komplettanbietern am Markt: „2021 werden wir weiterhin ein Garant für attraktive Angebote sein, mit neuen Diensten, Innovationen sowie der bestmöglichen Qualität und leistbaren Preisen für alle Österreicherinnen und Österreicher sowie Unternehmenskunden. Das ist in unserer DNA. Und – im Gegensatz zu viele Gerüchten – bleiben wir auch in Zukunft verlässlicher Partner der MVNO in unserem Netz.“

5G-Pionier

Höchste Zuwächse hat Drei im vergangenen Jahr im Datenverkehr verzeichnet. So wurden 2020 monatsweise mehr als eine Million Terabyte im Mobilfunknetz übertragen. Um das wachsende Datenvolumen zu bewältigen, will Drei in den kommenden Jahren „Rekordinvestitionen“ tätigen und das größte 5G-Netz Österreichs ausbauen. Dazu forderte Schrefl allerdings faire Rahmenbedingungen für die Netzbetreiber ein – besonder beim Ausbau von 5G, dem Zukunftsthema schlechthin. Hier habe der Betreiber laut Schrefl 2020 seine Pionierrolle gefestigt. Bei der Mitte September zu Ende gegangenen Frequenzauktion hat sich Drei ein Drittel der vergebenen Frequenzpakete gesichert und zugleich die weitreichendste Versorgungszusage für Österreich abgegeben. Die Arbeiten am größten 5G Netz des Landes sind inzwischen voll angelaufen. Mittlerweile versorgt Drei bereits Ballungszentren in allen neun Bundesländern und erreicht in allen Landeshauptstädten (ausgenommen Eisenstadt) eine signifikante 5G Coverage mit Spitzendatenraten von mehr als einem Gigabit pro Sekunde.

„Das größte Netzausbau-Programm in der Geschichte von Drei ist trotz Corona voll auf Schiene. In den Landeshauptstädten und Ballungsräumen schreitet der Ausbau zügig voran. Die Planungen zur Versorgung der entlegensten Gemeinden Österreichs haben bereits begonnen“, so Schrefl.

Business-Portfolio erweitert

Vergrößert hat Drei auch seinen Fußabdruck abseits des Endkunden-Segments. So betreibt das Unternehmen nun mit HEALIX einen Teil der kritischen Infrastruktur für den ausfallsicheren Datenaustausch von Krankenhäusern, Ordinationen und der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Erst Anfang Februar erhielt Drei auch den Zuschlag zur Ausstattung der Ärztinnen und Ärzte mit Tablets für den e-Impfpass. Für Patienten ermöglichen die beiden neuen Angebote drd doctors online und Instahelp die medizinische und psychologische Betreuung via Smartphone, Tablet bzw. PC.

Im Business Segment hat Drei sein Portfolio 2020 deutlich erweitert. Im August hat Drei mit SD-WAN eine flexible software-basierte Vernetzung für Firmen gestartet, die teure Mietleitungen ersetzt. Für kleinere Firmen bietet Drei jetzt neue gehostete Telefonie-Lösungen auf SIP-Basis, Hardwarepools und Innovationen wie digitale Werbetafeln für Kaufleute an. Mit TÜV-zertifizierten Bewegungsstromanalysen aus anonymisierten Mobilfunkdaten liefert Drei zu Pandemiezeiten Einblicke in die Mobilität der Österreicher (siehe dazu auch Beitrag in der E&W 1-2/2021, Standortanalyse in Echtzeit).

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Kommentare (1)

  1. 2020 hatte Magenta 452 Millionen Euro mehr Jahresumsatz als Hutchison Austria. 2013 waren es „nur“ 288 Millionen Euro die T-Mobile und UPC (zusammengerechnet) mehr
    als Hutchison und Tele2 umgesetzt haben. Und von der „Umsatzmilliarde“ entfernt man sich immer weiter und der „Herausforderer von A1“ sind mittlerweile auch die Deutschen.

    Das Vertragskundengeschäft (Mobilfunk) war 2020 mit einen Zuwachs von 3.000 Kunden (2019 : +60.000) mehr oder weniger ein Totalausfall (zum Vergleich A1 : 2020 + 67.600 ; 2019 : + 70.400). Bei den Wertkarten gibt es trotz der Bereinigung um die Karteileichen noch immer 63 % inaktive Simkarten (kein Umsatz in den letzten 3 Monaten).
    Mit 23,7 % Marktanteil (Simkarten lt. RTR-TM 3.Qu. 20) ist „3“ mehr oder weniger auf den Stand von Ende 2012 („3“ . 12,6 %, Orange : 11,1 % lt. RTR-TM).

    Beim TV haben sowohl A1 als auch Magenta Kunden verloren. Da sagt es wenig aus das „3“ der am schnellsten wachsende Anbieter ist ohne genaue Kundenzahlen.

    Bei der Präsentation der „3“-Bilanzzahlen des Jahres 2018 wurde verkündet, dass man bei Privatkunden die neue Nummer eins auf dem Markt sei – kommt wohl darauf an wie man die Zahlen „aufarbeitet“.

    27 % mehr DSL-Anschlüsse (der Großteil um 0 Euro mit dem Kombiangebot?) reichen wohl nicht aus um die Verluste aus den Jahren 2018 und 2019 auszugleichen.

    1 Million Terrabyte – da kommt man auf einen Marktanteil von ca. 41 %. Die Zeiten als „3“
    nach eigenen Angaben mehr als alle Mitbewerber zusammen übertragen hat sind vorbei.

    usw…….mfg

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