Dienstag, 18. Mai 2021
Konsument wollen Geräte länger nutzen und reparieren lassen statt wegwerfen

AK-Umfrage: Weißware „grüner“ machen

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 22.04.2021 | |  
Die AK Konsummonitor-Umfrage zeigt: Konsumenten wollen Kühlschrank, Herd & Co „grüner“ machen! Die AK Konsummonitor-Umfrage zeigt: Konsumenten wollen Kühlschrank, Herd & Co „grüner“ machen! Eine österreichweite Umfrage der AK mit der Uni Wien unter 600 Konsumenten zeigt: Die Österreicher setzen bei Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Geschirrspüler, Herd & Co auf lange Nutzungsdauer, energieeffiziente Geräte und reparieren statt entsorgen. Die AK verlangt, dass Produkte durch eine längere Gewährleistungsfrist haltbarer gemacht werden müssen. Zudem brauche es eine stärkere Haftung der Hersteller für die Haltbarkeit ihrer Produkte.

Die Umfrage von AK und Uni Wien zu Umgang und Ausstattung von Haushaltsgeräten zeigt: Die Befragten wollen eine lange Nutzungsdauer von Haushaltsgeräten – zwischen 13 Jahren beim Wäschetrockner und 17 Jahren beim Herd. Smarte Geräte sind bei der Haushaltsausstattung (noch) kaum vorhanden – nur der Staubsaugerroboter ist mit einem Anteil von 16% smarter Geräte nennenswert. „Künftig ist zu erwarten, dass sich dieser Anteil smarter Geräte erhöhen könnte“, sagt AK Konsumforscherin Nina Tröger. „Dabei ist aber zu befürchten, dass sich mit den neuen Technologien die Nutzungsdauer drastisch verkürzen könnte. Das sieht man etwa schon beim Vergleich Staubsauber, mit einer angestrebten Gesamtnutzungsdauer von 14 Jahren, und Staubsaugerroboter, 11 Jahre.“
Generell sei unter den Befragten eine hohe Bereitschaft zur Reparatur von Haushaltsgeräten zu erkennen. So geben zwei Drittel an, Waschmaschinen und Geschirrspüler „sehr oder eher reparieren“ zu lassen, 60% sagen das beim Herd oder Wäschetrockner. Auch Energieeffizienz ist den Befragten wichtig: Mehr als die Hälfte hat bei Wäschetrockner, Gefrierschrank, Kühlschrank und Waschmaschine darauf beim Kauf geachtet. Ersetzt wurden die Geräte meist, wenn sie defekt waren. Nur Staubsauger, Herd und Gefrierschrank haben die Befragten vergleichsweise oft frühzeitig ausgetauscht – also ein neues Gerät gekauft, obwohl das alte noch funktioniert hat. Nicht mehr repariert wird die Mehrheit der Geräte, weil sich laut Einschätzung der Befragten eine Reparatur nicht mehr auszahlt, aufgrund der hohen Reparaturkosten, aber auch wegen des hohen Gerätealters.

Die Befragten unterstützen Maßnahmen, die zu einer längeren Lebens- und Nutzungsdauer führen würden. Dazu gehören einerseits transparentere Konsumenteninformationen wie die Einführung eines Gütesiegels, das über die Lebensdauer von Geräten informiert (unterstützen 85% voll oder eher) oder gesetzlich verpflichtende (Hersteller-)Garantien von fünf oder sogar zehn Jahren oder eine Garantie, dass Ersatzteile zehn Jahre verfügbar sind. „Diese Ergebnisse zeigen, dass Ressourcenschutz den Befragten wichtig ist“, resümiert Tröger.

Tröger betont: „Konsumenten brauchen hier stärkere Unterstützung.“ Die AK verlangt daher:

+ Länger nutzbar machen: Eine stärkere Haftung des Herstellers soll als Anreiz dienen, damit diese ihre Produkte von vornherein haltbarer gestalten.

+ Klare Konsumenteninfos: Es fehlen Informationen, die Konsumenten helfen können, sich für haltbare und reparierbare Produkte entscheiden zu können. Hier benötigt es transparente Informationen, beispielsweise einen verpflichtenden Produktpass.

+ Gewährleistung verlängern: Die Gewährleistungsfrist soll je nach Produktgruppe und Lebensdauer ausgeweitet werden, etwa bei Haushaltsgeräten auf fünf Jahre oder noch länger. Die Beweislastumkehr soll auf zwei Jahre ausgedehnt werden.

+ Bessere Bedingungen für Reparierbarkeit: Es braucht gesetzliche Grundlagen, die sicherstellen sollen, dass Ersatzteile lange verfügbar sind und Reparaturen finanziell attraktiv und leistbar sind.

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