Mittwoch, 29. September 2021
KMU mit den richtigen Fachkräften und Kompetenzen zu versorgen

Schramböck: „Comeback-Plan“ um KMU zu stärken

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 28.06.2021 | |  
Es ist bekannt: Die österreichischen Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe waren in den vergangenen eineinhalb Jahren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie teils massiv betroffen und mussten deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck forderte nun anlässlich des „Internationalen KMU-Tages“, kleine- und mittlere Unternehmen zu stärken, damit diese wieder durchstarten können.

Die heimischen KMU sind teils massivst betroffen von Corona bzw. den Auswirkungen. Die Stimmungslage in den Unternehmen werde nun mit den Öffnungen und dem einsetzenden konjunkturellen Aufschwung aber wieder „deutlich optimistischer“, wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck anlässlich des „KMU-Tages“ am letzten Samstag, sagte: „Wichtig ist es jetzt, für eine starke und nachhaltige konjunkturelle Erholung zu sorgen, die wieder zu einer Verbesserung der finanziellen Lage der Unternehmen führt. Die Bundesregierung unterstützt dies durch einen ‚Comeback-Plan‘ mit proaktiven Maßnahmen.“

Der Aufschwung dürfe dabei aber nicht durch den Fachkräftemangel beschränkt oder gefährdet werden. Damit KMU nach der Krise richtig durchstarten können, seien insbesondere kompetente Mitarbeiter gefragt. In diesem Zusammenhang rücken neue Kompetenzen und Skills – vor allem im Bereich digitaler Fähigkeiten oder Umwelt-Know-how – in den Vordergrund. „Der Verfügbarkeit der richtigen Fachkräfte kommt für einen erfolgreichen Restart der KMU eine Schlüsselfunktion zu. In vergangenen Krisen hat sich gezeigt, dass gerade mittelständische Betriebe aufgrund ihrer langfristigen Ausrichtung, den flexiblen und anpassungsfähigen Strukturen sowie ihrer regionalen Verbundenheit als stabilisierende Faktoren gewirkt haben“, so Schramböck.

KMU als wichtige Lehrlingsausbilder

Wie die Wirtschaftsministerin sagt, spielt die Lehrlingsausbildung für KMU eine wesentliche Rolle: „Kleine und mittlere Unternehmen leisten damit einen großen Beitrag zur Sicherung der Fachkräfte von morgen: Laut KMU Forschung Austria werden hierzulande 63% der Lehrlinge innerhalb der marktorientierten Wirtschaft in KMU ausgebildet. Besonders engagiert sind Kleinunternehmen (mit 10 bis 49 Beschäftigten) in der dualen Ausbildung: Sie bilden 37 Lehrlinge je 1.000 Beschäftigte aus, während dieser Wert bei Kleinstunternehmen bei 12 und bei mittleren und Großunternehmen bei 30 Lehrlingen liegt. KMU haben damit auch eine wichtige soziale Funktion bei der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen.“

Die österreichische Bundesregierung habe bereits seit einigen Jahren verstärkt Anstrengungen unternommen, um die Lehrlingsausbildung attraktiver zu gestalten und auch laufend an neue Anforderungen der Wirtschaft anzupassen (zB. im Rahmen der Lehrberufspakete mit neuen Berufsbildern für Lehrberufe). Das habe mit dazu beigetragen, dass seit 2018 auch die Gesamtzahl der Lehrlinge in Österreich wieder gestiegen ist, nachdem seit Mitte der letzten Dekade auch wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene mit einer dualen Ausbildung begonnen haben, wie Schramböck ausführt. „Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr jedoch erneut zu einem leichten Rückgang der Lehrlingszahlen geführt – laut Wirtschaftskammer Österreich lag dieser Wert 2020 bei -0,6% im Vergleich zu 2019. Im Jahr 2020 wurden insgesamt rund 108.400 Lehrlinge in Österreich ausgebildet.“

Die Fachkräfteförderung spiele im Zusammenhang mit dem Comeback-Plan der Bundesregierung und der wirtschaftlichen Erholung eine wichtige Rolle, wie Schramböck sagt. Durch die aktuelle Qualifizierungsoffensive werden Unternehmen und Beschäftigte dabei unterstützt, neue Kompetenzen aufzubauen:
So fördern die „Digital Skills Schecks“ der Forschungsförderungsgesellschaft FFG KMU bei der beruflichen Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Bereich digitaler Skills und im Umgang mit neuen Technologien.
https://www.ffg.at/ausschreibungen/DigitalSkillsSchecks-1-Ausschreibung
Der „Digi Scheck für Lehrlinge“ richtet sich speziell an Lehrlinge und fördert die Vermittlung oder Festigung von Kompetenzen zB. in den Bereichen Digitalisierung, Ressourcenmanagement oder Klimaschutz.
https://www.wko.at/service/bildung-lehre/digi-scheck-fuer-lehrlinge.html

Vor allem an KMU richtet sich auch das Angebot des vom BMDW unterstützten gemeinnützigen Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR). „Mit technologischem Know-How und Forschungspersonal federn die ACR-Institute fehlende Ressourcen und Kompetenzen in den Unternehmen ab und vermitteln technologisches und digitales Know-How“, erklärt Schramböck.

„Die von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, KMU mit den richtigen Fachkräften und Kompetenzen zu versorgen, um nach der Corona-Krise wieder erfolgreich durchstarten zu können“, so die Ministerin abschließend.

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