Dienstag, 9. August 2022
Nur 27 % der Onlineumsätze verbleiben im Inland

RegioData Studie: Immer mehr Onlineumsätze gehen ins Ausland

Hintergrund | Julia Jamy | 20.12.2021 | |  
16 % aller einzelhandelsrelevanten Ausgaben der inländischen Konsumenten werden über das Internet getätigt. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmen RegioData Research hervor. 16 % aller einzelhandelsrelevanten Ausgaben der inländischen Konsumenten werden über das Internet getätigt. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmen RegioData Research hervor. (© RegioData Research) Für die jährlich erscheinende Studie durchleuchtete RegioData Research über tausend speziell für heimische Konsumenten relevante Onlineshops. Die Ergebnisse zeigen, dass Österreicher eine immer größer werdende Vorliebe für das bequeme Einkaufen entwickeln und dort von Jahr zu Jahr mehr Geld lassen. Doch nur 27 % der Umsätze verbleiben im Inland.

Aktuell werden laut RegioData mit jährlich circa 11 Milliarden Euro rund 16 % aller einzelhandelsrelevanten Ausgaben der inländischen Konsumenten über das Internet getätigt. „Bis Ende 2024 werden wir die 20% Marke knacken.“, so DI Wolfgang Richter von Regio Data Reasarch. Derzeit shoppt  jeder Österreicher um durchschnittlich etwa 1.250 Euro per anno online – und damit um doppelt so viel Geld wie noch vor fünf Jahren.

Wie die Studie zeigt, gibt es beim in Österreich getätigten Onlinehandel gravierende Unterschiede: Während Bekleidung bereits zu mehr als einem Drittel online eingekauft wird, sind es bei Lebensmitteln lediglich etwas mehr als 2 % – allerdings mit steigender Tendenz. Für den EFH belaufen sich die Ausgaben der Privatkonsumenten im letzten Jahr auf etwa 2,1 Mrd. Euro. An erster Stelle liegt mit über 20% der US-Riese Amazon.

Nur 27 % der Onlinehandelsumsätze verbleiben in Österreich

Das Marktforschungsunternehmen untersuchte außerdem wohin die Onlinehandelsumsätze in der Höhe von rund 11 Milliarden Euro jährlich fließen. Das Ergebnis ist ernüchternd: De facto verbleiben davon nur etwa 27% bei Unternehmen, die in Österreich einen Firmensitz haben. Die dominierenden 71 % der Torte nehmen die im Ausland ansässigen Unternehmen ein. Dabei stechen mit etwa 34 % die unterschiedlichsten deutschen Onlineshops und mit rund 30 % Amazon hervor.

„Kauft regional!“-Appelle verpuffen

Erschwerend komme laut RegioData hinzu, dass es sich bei den meisten starken heimischen Onlineshops um Filialen internationaler Konzerne handelt. Das treffe beispielsweise auf MediaMarkt, Ikea und H&M zu. Einen Ausnahmefall stellen unter anderem e-tec, Spar, die Münze Österreich sowie XXXLutz dar. Wer in deren Geschäften im Internet shoppt, kauft – ob wissentlich oder nicht – tatsächlich österreichisch.

Außerdem geht aus der Studie hervor, dass Appelle an die Konsumenten, bewusst online österreichisch beziehungsweise regional zu shoppen, nur bei wenigen Zielgruppen Anklang finden. Das sei laut dem Marktforschungsunternehmen auch nachvollziehbar. Denn beispielsweise ein Fernsehgerät, das über „Shöpping“ oder „Kaufhaus Österreich“ erstanden wird, komme meist ebenso aus China wie jenes von Amazon. „Man kann sich als Händler nicht mit Amazon messen indem ich die gleichen Produkte anbiete. Man muss sich immer fragen: Wie kann ich anders sein? Es werden neue Marktplätze entstehen. Das wird in Zukunft extrem wichtig sein“, so Richter abschließend.

Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden