Montag, 28. November 2022
„Attraktive Aufbesserung des Weihnachtsbudgets“

KV-Verhandlungen: Trefelik sieht Blockade der Gewerkschaft

Die Branche | Dominik Schebach | 11.11.2022 | |  
Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, bedauert die Blockade der Gewerkschaft nach der dritten Runde der KV-Verhandlungen. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, bedauert die Blockade der Gewerkschaft nach der dritten Runde der KV-Verhandlungen. Die KV-Verhandlungen für die rund 500.000 Angestellten und Lehrlinge des Handels stocken. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel und Chefverhandler der Arbeitgeber in den laufenden KV-Verhandlungen, bedauert deswegen die Blockade der Gewerkschaft gegen die vorgeschlagene Prämienzahlung. Immerhin hätte dieses Angebot beim Einstiegsgehalt ein Plus von 10,56% bedeutet und vielen Arbeitnehmern noch das diesjährige Weihnachtsgeld aufgebessert.

„Es ist mir völlig unverständlich, warum die GPA nach wie vor mauert und unser 7%-Angebot, das sich aus der KV-Tafel-Erhöhung und steuer-attraktiven Prämienzahlung zusammensetzt, derart kategorisch ablehnt“, sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, nach der dritten Runde der KV-Verhandlungen. „Neben der Erhöhung des Einstiegsgehalts von 1.800 auf 1.900 Euro und einer außerordentlichen Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 800 Euro im ersten Lehrjahr ist vor allem die abgabenfreie Prämie ein Krisen-Hebel und ein immenser Netto-Vorteil für die Mitarbeiter. „In der aktuellen Krisensituation bedeutet das mehr Netto vom Brutto.“

Aus dem Kreis der Verhandler hätten sich laut Bundessparte bereits namhafte Arbeitgeber-Betriebe des Handels bereiterklärt, die abgabenfreie Jahresprämie für 2023 noch in diesem Jahr auszuzahlen. „Dadurch erhalten (Stand: heute) rund 120.000 Mitarbeiter eine deutliche Aufbesserung ihres heurigen Weihnachtsbudgets – und zwar um weit mehr als der Klimabonus ausgemacht hat“, sagt Trefelik. Das heutige Angebot entspricht beim (erhöhten) Einstiegsgehalt von 1.900 Euro einer Bruttoerhöhung von 10,56%.

In Zahlen ausgedrückt macht die Prämie beim Einstiegsgehalt 756 netto aus. Bei einem Gehalt von 2.000 Euro brutto sind es 840 Euro und bei einem Gehalt von 3.000 Euro beträgt die Prämie 1.260 Euro netto. Um vor allem KMU nicht zu überfordern, gibt es aber auch die Möglichkeit, die Prämie im kommenden Jahr auszuzahlen. „Das heißt, die Beschäftigten könnten zwischen 756 und deutlich über 1.200 netto noch heuer bekommen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Gewerkschaft den Handelsangestellten diese Gelder verwehren will“, so Trefelik.

Auch Lehrlingseinkommen profitieren

Eine deutliche Erhöhung bringt das Angebot der Arbeitgeberseite auch bei den Lehrlingen mit sich. So würden die steuerfreien Prämien 200 Euro im ersten, 300 Euro im zweiten und 400 Euro im dritten Lehrjahr bringen – zusätzlich zum normalen Lehrlingseinkommen. Dieses würde auf 800 Euro im ersten Lehrjahr, auf 1.000 Euro im zweiten und auf 1.280 Euro im dritten Lehrjahr steigen.

„Die Situation im Handel ist eine andere als in anderen Branchen. Die gestiegenen Energiekosten und die nach wie vor in vielen Handelsbranchen spürbare Kaufzurückhaltung der Konsument:innen erlauben keine großen Spielräume. Daher brauchen wir ein Splitting-Modell. Und hier bin ich überzeugt, dass das von uns vorgelegte Angebot beiden Seiten, Arbeitnehmern genauso wie Arbeitgebern, Vorteile bringt“, so Trefelik abschließend. Die nächsten KV-Verhandlungen im Handel finden am 22. November statt.

Auch HV bedauert

Auch der Handelsverband bedauert, dass die GPA das „höchstattraktive“ 7%-Angebot für Beschäftigte im Handel ausschlägt, und reagiert mit Unverständnis. Mehr dazu lesen Sie HIER.

 

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