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Freitag, 23. Februar 2024
Hot!Weitgehende Verlagerung befürchtet

Miele: Gehen Teile des Gütersloh-Werkes nach Polen?

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 05.02.2024 | | 8  Unternehmen
Das Miele Waschmaschinenwerk im deutschen Gütersloh gilt als „Herzstück“ des Konzerns. (Foto: Miele) Das Miele Waschmaschinenwerk im deutschen Gütersloh gilt als „Herzstück“ des Konzerns. (Foto: Miele) Die Vermutungen rund um gravierende Veränderungen bei Miele nehmen weiter an Fahrt auf. Wie der deutsche WDR und die Westdeutsche Zeitung berichten, wird am Stammsitz Gütersloh tatsächlich ein großer Stellenabbau befürchtet. Ein Großteil der Waschmaschinenproduktion könnte nach Polen verlegt werden. Die Unruhe unter den Beschäftigten wachse, wie es heißt. Für morgen (6. Februar) ist ein offizielles Statement der Miele-Geschäftsleitung angekündigt.

Erst Ende 2023 wurde über „Anpassungen in der Waschmaschinen-Fertigung in Gütersloh“ gesprochen (elektro.at berichtete) und nun gibt es erneut wenig erfreuliche Nachrichten über den Miele Stammsitz. Deutsche Medien, wie der WDR und die Westdeutsche Zeitung, berichten über „gravierende Veränderungen“.

Videobotschaft

Wie der WDR gleich zu Beginn seines Berichts informiert, gab es zum Jahreswechsel eine Videobotschaft von den Miele-Chefs Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann an die Beschäftigten, in der von „schweren Entscheidungen und tiefgreifenden Veränderungen“ im Jahr 2024 gesprochen wurde. Die Waschmaschinenfertigung in Gütersloh „müsse neu aufgestellt werden, ansonsten würde langfristig Miele als Ganzes aufs Spiel gesetzt. Auch von Stellenkürzungen war die Rede“, berichtet der WDR. Die Westdeutsche Zeitung schreibt von einer „weitgehenden Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Polen“, laut Gewerkschaftsangaben soll der überwiegende Teil, also mehr als die Hälfte dieses Bereichs, betroffen sein.

Das Herzstück

Die Waschmaschinenproduktion in Gütersloh gilt als Herzstück des Konzerns, mehr als 1.500 Mitarbeiter sollen dort tätig sein. Wie der WDR weiters schreibt, plane Miele „als eines von mehreren Szenarien, dass die Produktion nahezu komplett ins Miele-Werk nach Polen verlegt werden soll, wo auch jetzt schon eine nicht unerhebliche Zahl von Maschinen hergestellt wird“.

Laut Westdeutscher Zeitung soll die IG Metall heute, Montag, über die Entscheidung (die künftige Ausrichtung des Wäschepflegebereichs betreffend) informiert werden. In dieser Woche seien zudem Betriebsversammlungen an allen deutschen Standorten geplant.

2019 eröffnete Miele im polnischen Ksawerów ein zweites Waschmaschinenwerk. (Foto: Miele)

Noch unklar sei, wann genau und in welchem Umfang die Verlagerung nach Polen stattfinden soll. Im polnischen Ksawerów hat 2019 ein zweites Miele Waschmaschinenwerk (neben Gütersloh) seinen Betrieb aufgenommen. Ebenso offen sei, ob neben der Fertigung auch Qualitätsmanagement sowie Forschung und Entwicklung von den Veränderungen betroffen seien.

Die Gewerkschaft steht den Plänen von Miele (die, wie auch die Westdeutsche Zeitung schreibt, auf Analysen des Beratungsunternehmens McKinsey basieren) jedenfalls äußerst kritisch gegenüber. „Wir halten die Entscheidung für falsch“, wird IG-Metall-Sekretär Patrick Loos zitiert. Hier gehe es um „den Markenkern des Unternehmens“ …

Der WDR erwähnt in seinem Beitrag noch eine ältere Stellungnahme des Konzerns, in der es hieß, dass „kein Produktionsstandort geschlossen werden“ soll. Der Standort Gütersloh sei „nicht unsicher“ und bleibe „Heimat und Hauptsitz von Miele“.

Offizielles Statement für morgen, Dienstag, erwartet

Für morgen (Dienstag, 6. Februar) Nachmittag ist ein offizielles Statement zur Sachlage seitens der Miele Geschäftsleitung angekündigt. Davor (genauer gesagt, bevor die eigenen Mitarbeiter informiert wurden) möchte sich das Unternehmen nicht öffentlich dazu äußern, wie es auf Nachfrage von elektro.at seitens der deutschen Geschäftsleitung hieß.

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Kommentare (8)

  1. Als Kunde war ich bislang bereit, die Quasi-Kartellpreise zu zahlen, da ich mir im Gegenzug Top-Qualität und Beibehalt der heimischen Produktion erwartete.
    Mit der Qualität ist es so eine Sache, wenn 2 Wochen nach Lieferung bereits die erste Reparatur fällig wird, trotz genauer Beschreibung der Techniker das Ersatzteil nicht mit hat und noch mal kommen muss.

    3 Wochen Warten auf eine funktionstüchtige Waschmaschine, weil der zig hunderte Euro teure Ersatzteil nicht verfügbar ist?
    Und bei der „Verlässlichkeit für viele Jahre“ – angeblich auf 20 Jahre Lebensdauer geprüfte Geräte nur noch max. 15 Jahre Ersatzteilverfügbarkeit zu gewährleisten, ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

    Die wievielte Miele/Zinnkann-Generation ist nun am Werkeln?
    Man sagt ja, die erste Generation… (Bismarck).

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  2. So, mit Miele ist’s dann vorbei.
    Die kämpfen jetzt schon mit der Qualität, Undichtheiten so das ganze Geräte getauscht und entsorgt werden müssen, Motorprobleme, Elektronikprobleme, dann mit der MDU das nur Ausgewählte bekommen (es kann nicht jeder nur Miele verkaufen), horrende Ersatzteilpreise, kann man dann mit gutem Gewissen einem Kunden Miele empfehlen?
    Es kann nur funktionieren wenn entweder der Preis oder die Qualität angepasst wird und die Reparatur erleichtert wird mit zugängigen Unterlagen und vernünftigen Preisen. Und zum Thema McKinsey ist Volker Pispers zu empfehlen „Berufe die die Welt nicht braucht“. Viel Glück mit Miele, das wird man brauchen.

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  3. Falls Herr Dr Miele und Herr Dr Zinkann sich tatsächlich zu diesem Schritt entscheiden sollten – begingen sie – aus meiner Sicht – einen schweren strategischen Fehler. Sie würden damit tatsächlich langfristig Miele aufs Spiel setzen !
    Viel wichtiger wäre es den Handel dahingehend zu schulen damit die Konumenten auch erfahren woher die Geräte stammen bezw. wo sie produziert werden.
    Wir verkaufen das ganze Jahr über kaum Maschinen im Einstiegsbereich ( weder Waschmaschinen noch Staubsauger ) sobald man die Kunden gut berät investieren sie auch in eine höherwertige Maschine !
    Der Großteil zumindest. Ich weis das sieht nicht überall so aus.
    Wenn ein Kunde sich einfach nicht mehr als 500,- leisten kann wird er auch nicht eine Miele Maschine kaufen wenn sie um 50,- günstiger wird- denn dann ist er noch immer weit weg von einer Miele und wird einen anderen Hersteller bevorzugen!
    Der Preis alleine ist nie entscheidend auch die Beratung darf nicht vernachlässigt werden – oftmals über einfache Dinge wie den Produktionsstandort!
    Ich bin sicher viele werden den wichtigen Punkt nicht ansprechen weil sie davon ausgehen die Kunden wüssten das ohnehin!
    Aber – das tun die meisten nicht, man weis zwar daß Miele ein deutsches Qualitätsunternehmen ist aber nicht wo produziert wird.
    Die momentane Situation mit den hohen Preisen und damit verbundenen Einsparungen ist für alle nicht einfach – das wird sich aber wieder in gewissem Ausmaß relativieren.
    Qualität wird auch weiterhin bei vielen Konsumenten eine entscheidende Rolle spielen , das wir sich auch nicht ändern!
    Aber es könnte durch eine Änderung des Produktionsstandort nach Osteuropa mehr Kunden abschrecken Miele wieder zu kaufen als es für Miele positiv wäre!
    Das nur zu meiner bescheidenen Meinung

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  4. Die werde nicht im Tatramat-Werk produzieren. Die Qualität wird sicher etwas einfacher, das haben AEG oder BSH auch schon erlebt. Es werden immer weniger Konsumenten, die sich die Produkte leisten wollen und auch können. Ich denke an Max Grundig, der nicht in Asien produzieren wollte. Schwupps war er weg. Dann noch die vielen Unternehmer aus Österreich, wo sich Stückzahlen nicht gerechnet haben.
    Handel ist Wandel
    und
    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

    4
    1. Ja, ganz nett, wenn man für eine neue Platine mehr zahlt, als ein Gerät eines Marktbegleiters kostet.
      Insbesondere, wenn dann nur ein 20 cent teurer Kondensator zu tauschen wäre.

      1
  5. Miele – Made in Polen. Nicht gerade das gelbe vom Ei, vor allem für den exorbitanten Preis der Geräte,
    noch dazu bei den Waschmaschinen.
    Zuerst gehören einmal die horrend hohen Ersatzpreise heruntergesetzt.
    Dann kann man als Händler die Geräte, auch wenn sie vom ehemaligen Ostblock kommen sollten,
    wieder mit gutem Gewissen verkaufen. So leider aber nicht.

    10
  6. Ja das ist mal richtig schei*e…. Das ist das Resultat von den letzten Jahrzehnten „Geiz ist Geil“ … und jetzt kommt nicht damit.. ja die Konsumenten wollen keinen Cent mehr als nötig bezahlen…! So sei es ….! Ihr werdet euch langfristig eure eigenen Arbeitsplätze kaputt machen.

    7

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